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Schließung des Familienbads vom Tisch

2006-10-31 @ 10:47 in Lokales

Die befürchtete Schließung von Nautiland und Eisbahn ist endgültig vom Tisch. Das betonten Vertreter aller Stadtratsfraktionen bei einer Podiumsdiskussion am Freitag im Hofbräukeller. Mit den bisher vorgestellten Varianten für die Lösung des Problems will sich das „Aktionsbündnis für den Erhalt von Nautiland und Eisbahn“ allerdings nicht zufrieden geben. Sprecher Klaus Friedrich warnte den Stadtrat, eine Entscheidung über die Zukunft von Bad und Eisbahn „über die nächste Wahl hinauszuschleppen“.

Von den im Stadtrat vertretenen Parteien fehlten nur die ÖDP und die Grünen. Deren Fraktionsvorsitzender Matthias Pilz bat schriftlich um Entschuldigung und betonte, seine Fraktion werde für den Erhalt von Nautiland und Eisbahn eintreten. Auch die Vertreter der übrigen Fraktionen ließen vor gut 150 Bürgern keinerlei Zweifel daran, dass das Familienbad nicht geschlossen werden soll.

Wie die Zukunft von Bad und Eisbahn aussieht, sei allerdings eine Frage der Finanzierbarkeit, betonte Thomas Schrenk für die CSU. SPD-Rätin Bärbel Benkert kritisierte, dass bei allen Szenarien, die für das Nautiland erarbeitet wurden, das Freibad geschlossen werden soll. Das sei für die SPD ebenso inakzeptabel wie ein Rückbau des Erlebnisbereiches: „Keine der Varianten ist geeignet, das Nautiland auf Dauer zu erhalten.“

Erich Felgenhauer (Bürgerforum) lobte das funktionierende Netzwerk des Aktionsbündnisses und empfahl, die Mitglieder des Stadtrats einzeln zu bearbeiten. Auch die Freien Wähler stehen für den Erhalt des Familienbades: „Wir wissen auch um die Kosten“, sagte Fraktionsvorsitzender Dr. Werner Fischer.

Den Vorschlag, Schüler aus der ganzen Stadt zum Schwimmunterricht ins Wolfgang-Adami-Bad zu fahren, nannte Fischer „eine total verrückte Idee“. Dazu passt ein Schreiben der Mönchberg-Schule an Eltern der 1. und 2. Klasse, aus dem Bernhard Reble, Vorsitzender der DJK-Schwimmabteilung, zitierte: Demnach hat die Schule den Schwimmunterricht im Adami-Bad nach drei Wochen eingestellt, „weil die äußeren Umstände den Unterrichtsablauf erschweren“ und die Sicherheit der Schüler nicht gewährleistet werden kann.

Die FDP ist für den Erhalt des Familienbades mit marktgerechter Saunalandschaft, sagte Fraktionschef Joachim Spatz. Um das zu erreichen, komme möglicherweise auch eine Zusammenarbeit mit einem privaten Investor in Betracht.

Thomas Schrenk brachte in diesem Zusammenhang die „Real I.S.“ Immobiliengesellschaft, eine Tochter der Bayerischen Landesbank, ins Spiel. Alt-Oberbürgermeister Jürgen Weber (Würzburger Liste) erinnerte daran, dass der Erhalt von Bad und Eisbahn „nicht zum Nulltarif zu haben ist.“

Sehr überrascht und erzürnt zeigten sich die Stadträte, als ein Nautiland-Parkwächter berichtete, die Stadtbau habe gut vierzig Parkplätze des Bades an Privatpersonen vermietet. Schließlich sei die schlechte Parkplatz-Situation immer als Argument für eine Schließung oder Verlagerung vorgebracht worden.

Dabei ist die zentrale Lage mit Straßenbahn-Anbindung nach Ansicht der Nautiland-Befürworter ein großer Pluspunkt: „Dort kann ich meine Kinder auch alleine hinschicken“, sagte eine Mutter aus der Zellerau. Auch nach der einhelligen Entscheidung für den Erhalt will das Aktionsbündnis die weitere Entwicklung mit Argusaugen verfolgen: „Wir werden auf sie aufpassen“, versprach Bündnis-Sprecher Klaus Friedrich den Fraktionsvertretern.

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