Misshandlung unter Jugendlichen: Zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung
Nase
gebrochen, mit der Zigarette verbrannt, Kopf unter Wasser getaucht:
Als treibende Kraft hinter den brutalen
Misshandlungen einer Schülerin ist eine 16-Jährige aus
Ochsenfurt (Kreis Würzburg) am Dienstag vom Amtsgericht Würzburg
zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das
Opfer wurde auch gezwungen, dreimal von der zwölf Meter hohen
Ochsenfurter Mainbrücke in den Fluss zu springen.
Der
Angeklagten „war aus nichtigem Anlass jedes Mittel recht, das Opfer
brutal zu quälen“, sagte der Vorsitzende Richter Peter
Wohlfahrt. Nach den Erkenntnissen des Jugendschöffengerichts hat
das Opfer schlecht über eine Bekannte der Angeklagten
gesprochen.
Das reichte der 16-Jährigen, um das andere Mädchen
im Beisein einer ganzen Gruppe Jugendlicher stundenlang zu quälen.
Auf dem Schulhof kam es zu einem brutalen Kniestoß ins Gesicht,
bei dem die Nase der Schülerin brach. Einige Zeit später
trat ihr die Angeklagte erneut mit voller Wucht gegen den Kopf.
Das
Jugendschöffengericht Würzburg sah es nach einer
fünfstündigen Beweisaufnahme unter Ausschluss der
Öffentlichkeit außerdem als erwiesen an, dass die
Angeklagte zusammen mit einem weiteren Jugendlichen das Opfer mit
Zigaretten verbrannt hat. Am Ende des mehrstündigen Martyriums
wurde der Jugendlichen dann an einer Brunnenanlage mehrmals der Kopf
unter Wasser gehalten. Dabei stieß sie mit dem Kopf an den Rand
des Brunnens und verlor ein Stück Zahn. Auch mehr als ein halbes
Jahr nach der Tat trägt das misshandelte Mädchen noch
Spuren der Tat im Gesicht.
Allerdings ist auch das Verhalten des Opfers teilweise nicht nachzuvollziehen: „Es ist alles sehr merkwürdig, wir verstehen es auch nicht“, sagte Wohlfahrt. Offenbar sprang die Schülerin, nach eigener Aussage als „Geburtstagsgeschenk“ für einen der anwesenden Jugendlichen, einmal freiwillig von der zwölf Meter hohen Brücke in den Main.
Erst danach wurde sie zu drei weiteren Sprüngen
gegen ihren Willen gezwungen. Außerdem hatte das Mädchen
mehrmals die Gelegenheit wegzulaufen, kehrte aber immer wieder zu der
Gruppe um die Angeklagte zurück. Ihrer Mutter sagte die
Schülerin zunächst, sie sei mit dem Kopf gegen eine Laterne
gelaufen. „Vielleicht hatte sie Angst vor zuhause“, mutmaßte
Wohlfahrt.
Die Angeklagte, die laut Wohlfahrt aus
hochproblematischen Verhältnissen stammt, wurde nicht nur wegen
vierfacher gefährlicher Körperverletzung und Nötigung,
sondern auch wegen mehrerer Diebstähle verurteilt. Obwohl wegen
der Misshandlungen bereits Anklage gegen sie erhoben war, lief sie im
November von zuhause weg und ging zehn Tage lang zusammen mit einer
Freundin auf Einbruchstour.
Die beiden Mädchen klauten unter
anderem den Schlüsselbund eines Ochsenfurter Stadtrates. Damit
versuchten sie vergeblich, einen Tresor im Rathaus von Ochsenfurt zu
knacken. Als Bewährungsauflage muss die 16-Jährige unter
anderem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich
psychiatrisch untersuchen lassen. Das Urteil ist bereits
rechtskräftig.
Das kleine Städtchen Ochsenfurt
war im vergangenen Jahr wegen mehrerer Gewalttaten unter jungen
Leuten in die Schlagzeilen geraten. Kürzlich wurde ein
17-Jähriger vom Amtsgericht Würzburg zu 18 Monaten
Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt, weil er dort im April
2006 eine 16-jährige Schülerin vergewaltigt hat.
Kommentare
schlecht!!! [antworten]
Man sollte ihr ein Jahr jugendtrafe verhängen und verbüßen lassen und dann mit einer Bewehrungsstrafe Bestrafen.