Hundt warnt vor überhöhten Lohnforderungen
Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt hat vor Beginn der neuen Tarifrunde die „extrem überhöhten Lohnforderungen aus dem Gewerkschaftslager“ mit Nachdruck zurückgewiesen. „Auch in der kommenden Lohnrunde kann nur das verteilt werden, was vorher erwirtschaftet wurde“, sagte Hundt am Donnerstagabend vor der Industrie- und Handelskammer in Würzburg.
Zentrale Aufgabe der Tarifparteien müsse es sein, den aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung zu unterstützen und Arbeitsplätze zu sichern. Die positive konjunkturelle Entwicklung dürfe nicht durch überhöhte Lohnerhöhungen gefährdet oder gar beendet werden, betonte der Arbeitgeberpräsident: „Lohnsteigerungen müssen sich am gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs orientieren. Die derzeit bekannt werdenden Erwartungen der Gewerkschafter stimmen mich nicht gerade optimistisch.“
Der Bundesregierung warf Hundt vor, ihre Reformanstrengungen blieben weit hinter dem zurück, was für eine nachhaltige Verbesserung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung notwendig sei. Statt dessen sei die Politik auf dem Weg, mit teuren und wirkungslosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die schweren Fehler der 1990er Jahre zu wiederholen. Es sei absolut falsch, Arbeitslose massenweise auf Kosten der Steuer- und Beitragszahler „massenweise im zweiten und dritten Arbeitsmarkt zu verstecken“.
Der Arbeitgeberpräsident appellierte außerdem an die Koalitionsfraktionen, an den Einspar-Elementen der Gesundheitsreform ohne Abstriche festzuhalten: „Sonst ist es besser, auf die Gesundheitsreform ganz zu verzichten“, sagte Hundt.
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