Du willst auch bloggen? -  Dann hol dir hier einen gratis Blog von tell-it.net

calendar
« Januar 2009 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  
search
Aktuell
Kategorien
Links
Archiv
Syndicate
Credits

« | »

"Herrscher im Bauamt"

2006-10-27 @ 09:38 in Juristisches

Im Korruptionsprozess vor dem Würzburger Landgericht hat jetzt auch der engste Mitarbeiter des ehemaligen Tiefbau-Leiters der Stadt Bad Neustadt/Saale seinen Ex-Chef belastet. Nicht einmal die Stadtbaumeisterin habe Einfluss auf den 51-Jährigen gehabt: „Er war der Herrscher im Bauamt.“

Wie mehrfach berichtet, legt die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Sachgebietsleiter Tiefbau Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zur Last. In den Jahren 2000 bis 2005 soll der 51-Jährige, der bislang lediglich wenige Fälle der Vorteilsannahme eingeräumt hat, rund 1,2 Millionen Euro Bestechungsgelder von Baufirmen und Architekten kassiert haben.

Er war sehr redegewandt und ließ nie Zweifel an seiner Person aufkommen“, erklärte der Untergebene des Tiefbau-Chefs am Mittwoch im Zeugenstand. Seit dem Jahr 2000 war der 47-jährige Maurermeister als technischer Angestellter im Neustädter Tiefbauamt beschäftigt. Ab dem Jahr 2004 sei ihm dann aufgefallen, dass sein Chef den Großteil der städtischen Aufträge an die Firma des 40-jährigen Bauunternehmers, der mit auf der Anklagebank sitzt, vergeben habe - und zwar jeweils mündlich und ohne Bestätigung des Bauausschusses.

Allein in den Jahren 2004 und 2005 soll die Neustädter Firma auf diese Weise Straßenbaumaßnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro ausgeführt haben. „Sie haben zwar saubere Arbeit abgeliefert, aber die Summe war auffällig. Man hätte vielleicht eine Ausschreibung machen sollen“, so der Zeuge. Deshalb habe er bereits Ende 2004 ohne Wissen seines Chefs mit dem Neustädter Stadtkämmerer Klaus Ullrich über die Vorgänge gesprochen: „Geschehen ist aber nichts“, sagte der 47-Jährige. Klaus Ullrich selbst hatte Anfang Oktober vor Gericht bereits eingeräumt, dass er die Angelegenheit nicht weiter verfolgt hat. Wenn es bei einzelnen Projekten Nachfragen gab, seien die immer zur Zufriedenheit beantwortet worden.

Kommentare

Artikel kommentieren










 authimage