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Gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist Nebenthema

2006-10-31 @ 10:52 in Lokales

Auch in ihrem neuen Grundsatzpapier zur Familienpolitik steht die CSU weiterhin „uneingeschränkt zum verfassungsrechtlichen Schutz von Ehe und Familie“, betonte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens am Samstag bei einer Diskussionsrunde auf der Festung Marienberg in Würzburg. Auch vor alternativen Lebensformen wie etwa gleichgeschlechtlichen Partnerschaften habe man Achtung, „aber das ist nur ein Nebenthema unserer Politik“, sagte Stewens.

Auf dem Weg zum neuen Grundsatzprogramm der Christsozialen will Generalsekretär Dr. Markus Söder (rechts) auch die Parteibasis und die Bürger in den Diskussionsprozess einbinden. Beim ersten von vier „Runden Tischen“ mit dem CSU-General und Sozialministerin Stewens (links) stand die Familienpolitik auf dem Programm – passend zum Grundsatzpapier, das am vergangenen Montag präsentiert wurde. Darin wird die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften zwar weiterhin abgelehnt. Immerhin wird anerkannt, wenn „in diesen Partnerschaften Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen“. Solche alternativen Lebensformen seien aber „nicht das Hauptthema“ der CSU-Familienpolitik, sagte Sozialministerin Stewens vor gut hundert CSU-Mandatsträgern und -Mitgliedern in Würzburg.

Politik für Familien sei eine Querschnittsaufgabe in allen Bereichen und müsse als echte Zukunftspolitik verstanden werden. Die Erziehungsleistung der Familien „ist ein großer Beitrag für unsere Gesellschaft und unsere Volkswirtschaft“, so Stewens. Die Wahlfreiheit junger Eltern zwischen Familie und Erwerbstätigkeit müsse durch staatliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung gewährleistet werden. Die Ministerin appellierte an die Väter, mehr Verantwortung bei der Kindererziehung zu übernehmen. Gesellschaft und Wirtschaft seien gefordert, familienfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen: „Wir brauchen eine elterngerechte Wirtschaft, keine jobgerechten Familien.“

Marion Seib, Vorsitzende der unterfränkischen Frauen-Union, forderte in der Diskussion mit Stewens und Söder eine Stärkung des öffentlichen Bildungssystems mit der Einrichtung hervorragender Ganztags-Schulen: „Wir können es uns nicht mehr leisten, auch nur ein Kind durch das Raster schlechter Bildung fallen zu lassen.“

Schwester Anna-Maria Kempf vom Fachdienst Familienpflege der Würzburger Rita-Schwestern und Diakon Hendrik Lütke Leiter der evangelischen Sozialstation in Würzburg, berichteten den Politikern von ihrer praktischen Arbeit. Sie forderten ein Konzept, um die Hilfsmöglichkeiten für Problemfamilien besser zu vernetzen. „Wenn wir alle an einem Tisch sitzen, können sich solche Fälle wie in Bremen nicht wiederholen“, sagte Lütke.

Der wohl wichtigste Appell an die CSU kam von einem vierfachen Familienvater: „Entscheidend ist, dass die Ziele des Grundsatzprogramms auch sorgfältig und unbürokratisch umgesetzt werden“, sagte Peter Deppisch aus Ochsenfurt.

Neben drei weiteren „Runden Tischen“ in den kommenden Wochen in Straubing (Thema Landwirtschaft und ländlicher Raum), Nürnberg (Wirtschaft und Soziale Gerechtigkeit) und Weiden (Umwelt- und Lebensschutz) hat die CSU auch eine Fragebogenaktion gestartet, an der sich möglichst viele Mitglieder beteiligen sollen. Die Ergebnisse der Umfrage sollen in die Programmdebatte der Partei einfließen.

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