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Rekordverdächtige Rückfallquote

2006-09-26 @ 14:58 in Juristisches

Diese Rückfallgeschwindigkeit ist rekordverdächtig: Nicht einmal 16 Stunden nach seiner Entlassung aus längerer Strafhaft saß ein 31 Jahre alter Asylbewerber aus Würzburg schon wieder hinter Gittern. Obwohl er 800 Euro in der Tasche hatte, überfiel der Mann am Abend des 11. August in der Würzburger Innenstadt eine 22-jährige Studentin und raubte ihr die Handtasche. Deshalb wurde er gestern erneut zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Von Würzburg kennt er vor allem die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAST) und die Justizvollzugsanstalt. Seit der 31-Jährige im November 2004 illegal nach Deutschland kam, hat er die meiste Zeit im Knast verbracht. Zunächst kassierte er wegen unerlaubter Einreise und unerlaubtem Aufenthalt eine kleine Geldstrafe, im Juli 2005 traf ihn dann die volle Härte des Gesetzes: Drei Fälle des Diebstahls waren Grund genug für das Amtsgericht, den Asylbewerber zu eineinhalb Jahren Gefängnis zu verurteilen.

Am Montag saß der 31-Jährige erneut auf der Anklagebank. „Die Strafe hat offensichtlich nichts genutzt“, sagte die Vorsitzende des Schöffengerichts, mit der der Angeklagte schon im letzten Verfahren Bekanntschaft gemacht hatte.

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Anwalt: Ungeschützter Geschlechtsvekehr war fahrlässig

2006-09-25 @ 08:15 in Juristisches

Zumindest bedingten Vorsatz hatte nach Auffassung der Würzburger Staatsanwaltschaft ein mit dem HI-Virus infizierter Kenianer, als er mit seinen deutschen Freundinnen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, ohne sie vorher über seinen Zustand zu informieren. Deshalb wurde der 38-Jährige wegen versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der Verteidiger des Afrikaners hält dagegen: Sein Mandant habe allenfalls fahrlässig gehandelt, betont Rechtsanwalt Dr. Hanjo Schrepfer aus Würzburg.

Er hat gedacht, es wird schon nichts passieren“, sagt Schrepfer. Seit September 1999 wusste sein Mandant, ein 38-jähriger Musiker, dass er sich bei seiner Ex-Frau, einer Deutschen, mit dem Erreger der immer noch unheilbaren Immunschwächekrankheit Aids infiziert hatte. Damals wurde er vom Ordnungsamt und vom Gesundheitsamt über die Krankheit und ihre Folgen aufgeklärt und dazu verpflichtet, seine Intimpartner vor dem Geschlechtsverkehr darüber zu informieren.

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Versuchter Totschlag mit Aids-Virus?

2006-09-22 @ 15:00 in Juristisches

Aus Hass und Rache soll ein HIV-infizierter Afrikaner jahrelang versucht haben, deutsche Frauen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit dem AIDS -Erreger anzustecken. Die Würzburger Staatsanwaltschaft legt dem 38-jährigen Musiker, der seit dem 11. März in Untersuchungshaft sitzt, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung zur Last. Sieben Fälle sind der Anklagebehörde bisher bekannt, zwei der sieben Frauen wurden tatsächlich mit dem HI-Virus infiziert.

Nach monatelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile Anklage zum Schwurgericht gegen den in Kenia geborenen Musiker erhoben, wie Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager am Donnerstag auf Anfrage bestätigte. Bereits seit September 1999 soll der 38-Jährige versucht haben, das Aids-Virus durch ungeschützten Geschlechtsverkehr auf eine Vielzahl von Sexualpartnerinnen zu übertragen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt war ihm bekannt, dass er mit HIV infiziert war. Der Mann geht offenbar davon aus, dass er sich bei seiner ehemaligen deutschen Ehefrau angesteckt hat. (weiter)

Tiefbauchef machte Druck

2006-09-21 @ 20:37 in Juristisches

Der große Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Tiefbau-Chef der Stadt Bad Neustadt vor dem Landgericht Würzburg ruht noch bis kommenden Mittwoch, dafür tat sich heute Interessantes in einem kleinen Sitzungssaal des Würzburger Amtsgerichts: Der 49 Jahre alte Geschäftsführer eine Bauunternehmens aus Heustreu gab unumwunden zu, jahrelang Schmiergelder an den Hauptangeklagten gezahlt zu haben. Er wurde wegen Bestechung, Vorteilsgewährung, Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 120 Euro (28.800 Euro) verurteilt.

Wie andere an der Korruptionsaffäre Beteiligte ließ auch der 49-Jährige kein gutes Haar an dem früheren städtischen Angestellten. Der habe bereits Ende der neunziger Jahre Geld gefordert und Druck gemacht, so der Angeklagte: Rechnungen der Baufirma an die Stadt für bereits erbrachte Arbeiten blieben liegen, an den Gewerken wurde herumgemäkelt, es floß kein Geld. „Er hat die Zahlungen ein ganzes Jahr hinausgezögert, wir haben unser Geld nicht bekommen. Ich habe mich so lange geweigert, bis es finanziell nicht mehr ging, dann habe ich ihm etwas gegeben“, sagte der 49-Jährige. Nach Angaben des Sachbearbeiters der Kriminalpolizei hat er seit 1999 insgesamt rund 213.000 Euro Schmiergeld an den städtischen Tiefbauchef bezahlt.

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Tödlicher Unfall: Verfahren eingestellt

2006-09-21 @ 20:18 in Juristisches

Es gab viele offene Fragen, am Ende überwogen die Zweifel: Das Amtsgericht Würzburg hat das Strafverfahren gegen einen 64-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht gegen Zahlung von 900 Euro Geldauflage eingestellt. Der Rentner hatte in der Nacht zum 14. April 2005 auf der A7 in der Nähe von Würzburg einen 72-jährigen Fußgänger angefahren und tödlich verletzt. Der leicht verwirrte Mann, der von seiner Familie zuvor als vermisst gemeldet wurde, war in dunkler Kleidung auf der Überholspur der Autobahn unterwegs.

Wir müssen damit leben, dass wir nicht alles aufklären können“, betonte die Staatsanwältin am Ende einer zweistündigen Verhandlung. Bei der Polizei hat man auch nach dem Abschluss der Ermittlungen noch „erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit“ des Angeklagten, wie ein Beamter vor Gericht betonte. Verursacht wurde der Unfall nämlich mit dem dunkelblauen Audi A3, der dem Sohn des 64-Jährigen gehört. Der 25-jährige Azubi wurde als Tatverdächtiger vorläufig festgenommen, nachdem die Polizei das Unfallfahrzeug in seiner Garage gefunden hatte. Doch dann meldete sich der Vater und sagte aus, er habe seinen Sohn in jener Nacht auf dessen Wunsch hin zu einer Diskothek nach Würzburg fahren wollen. Beide Männer wohnen in demselben Haus.

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Danke für das milde Urteil

2006-09-21 @ 20:11 in Juristisches

Erst draufgezahlt, dann ein halbes Jahr in Untersuchungshaft: Weil er einem Landsmann geholfen hat, als der an einem Würzburger Bankautomaten die Daten und Geheimnummern von EC-Karten ausspionierte, wurde ein 37-jähriger Rumäne vom Amtsgericht Würzburg zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Von Beruf ist er Fleischer, in den letzten Jahren hat er sich und seine vierköpfige Familie mit dem An- und Verkauf von Autos über Wasser gehalten. Zumindest sind das die persönlichen Verhältnisse, die der 37-Jährige dem Schöffengericht schildert. Sie lassen sich genauso wenig widerlegen wie seine Version der Straftat, wegen der er Ende Februar in Budapest festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert wurde: Er sei nur der Fahrer eines Landsmannes gewesen, der sich am 13. November 2004 am Bankautomaten eines Würzburger Kreditinstituts in strafbarer Weise zu schaffen machte, so der Angeklagte.

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Dreieinhalb Jahre Knast

2006-09-21 @ 20:05 in Juristisches

Der größte Teil des Rauschgifts wurde dem Angeklagten nach eigenen Angaben „aufgedrängt“: Wegen Handel mit rund 18 Kilo Haschisch wurde ein 38-Jähriger aus Würzburg jetzt vom Landgericht zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Mit einer Service-Hotline für Besitzer von Motorrädern der Kultmarke „Harley Davidson“ ließ sich der Lebensunterhalt nicht recht finanzieren, deshalb wurde der 38-Jährige zum Haschisch-Dealer: „Er ist über den Konsum in den Handel hineingerutscht“, sagte der Vorsitzende der 1. Strafkammer. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten fand die Polizei über hundert Platten Haschisch. Zunächst kaufte er die Droge nur in kleinen Mengen, teils zum Eigenkonsum, teils zum Weiterverkauf.

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