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Im Zweifel für den Angeklagten

2006-08-22 @ 10:55 in Juristisches

Gnädige Richter fand ein 53-jähriger Mann aus dem Main-Spessart-Kreis am Würzburger Landgericht: Wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau wurde der Bahnarbeiter von der Berufungskammer zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Gemünden im Oktober noch zwei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe für tat- und schuldangemessen gehalten.

Nur noch um das Strafmaß ging es in dem Berufungsprozess, die Verurteilung wegen Vergewaltigung akzeptierte der Angeklagte. Schon im Prozess vor dem Amtsgericht hatte er seiner Ex-Frau eine Zeugenaussage erspart und gestanden, sie nach 25 Jahren Ehe im April 2003 gegen ihren ausdrücklichen Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Wegen einer kurz zuvor erfolgten Rückenoperation litt die Frau Schmerzen und war zur Gegenwehr nicht fähig. Diesen Umstand nutzte der Bahnarbeiter bei der Tat in der ehelichen Wohnung in einer kleinen Gemeinde im Main-Spessart-Kreis aus.

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Lieber Stillstand als Fortschritt

2006-08-09 @ 15:51 in Lokales

Einmal mehr hat mir das Volksblatt heute so richtig aus der Seele geschrieben. Im Kommentar von Karl-Georg Rötter ging es um die Arcaden, um die Würzburger Tradition der Bedenkenträger und Verhinderer, und um die Gefahr, dass die Stadt mangels Entwicklung zum "Denkmal des Stillstands" wird. Hier der Kommentar in voller Länge (mit freundlicher Genehmigung des Autors):

"Während Schweinfurt den Bau seiner Stadt-Galerie mit großen Schritten vorantreibt, wird in Würzburg immer noch heftig über die Arcaden diskutiert.

Während in Schweinfurt ein großes Möbelunternehmen die Errichtung eines neuen Marktes ankündigt, drohen in Würzburg ein paar Nagetiere dies zu verhindern. Während Schweinfurt in puncto Stadtentwicklung in den letzten Jahren immense Fortschritte gemacht hat, droht Würzburg einmal mehr hinterherzuhinken.

Wieder einmal sind hier Kräfte am Werk, denen Stillstand lieber ist als Fortschritt. Die Furcht vor Neuem hat hier Tradition. Doch nicht jede Tradition kann für alle Zukunft Geltung haben. Man muss ja die Arcaden nicht mögen und niemand wird gezwungen eines Tages dort einzukaufen, doch eines muss jedem klar sein: Nur mit dem Bau des Shopping Centers ist in dieser Stadt ein Jahrhundertprojekt realisierbar, für das es so schnell keine neue Chance geben wird.

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Sommerniesel im "Cairo"

2006-08-06 @ 10:58 in Lokales

Ich gehe mal fest davon aus, dass Ralf im Würzblog im Laufe des Tages noch ausführlich über das wegen des feuchten Wetters zum zweiten Mal in Folge ins Cairo verlegte Sommerloch-Festival berichten wird. Deshalb hier nur soviel: Bei meinen beiden (Kurz-) Besuchen gestern Abend war die Stimmung wirklich gut, etwas mehr als 400 Leute haben ihren symbolischen Euro entrichtet, die drei Freiluft-Musiker von "Guitaration X" (Bild) ließen sich auch durch den Nieselregen nicht aus dem Rhythmus bringen, und Kollege Tilman Hampl, der an dieser Stelle schon mal erwähnt wurde, kann nicht nur bei jedem Wetter schnell laufen, sondern bereitet auch einen leckeren Cappuccino. Ein kleiner Artikel von mir über das Festival findet sich dann in der morgigen Ausgabe vom Volksblatt.

Verhaftung im Gerichtssaal

2006-08-04 @ 08:44 in Juristisches

Überraschende Entwicklung im Bad Neustädter Bestechungs-Prozess vor dem Würzburger Landgericht: Seit Mittwoch befinden sich wieder beide Angeklagte in Untersuchungshaft. Nachdem ein 40-jähriger Bauunternehmer vor Gericht ein früheres Geständnis widerrufen hat, wurde der gegen ihn vor einem Jahr erlassene Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt.

Wie mehrfach berichtet, müssen sich der 40-jährige Diplom-Ingenieur und der 51-jährige ehemalige Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Bad Neustadt (Saale) unter anderem wegen Bestechung und Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Das Unternehmen des 40-Jährigen gehört zu den zahlreichen Baufirmen und Ingenieurbüros, die dem früheren städtischen Angestellten zwischen 2000 und 2005 insgesamt rund 1,2 Millionen Euro für sein „Wohlwollen“ bei der Vergabe und der Abwicklung von städtischen Aufträgen gezahlt haben sollen. Laut Anklage haben der 40-jährige Angeklagte und sein Vater als gemeinsame Geschäftsführer ihres Familienunternehmens insgesamt rund 450.000 Euro an den Tiefbau-Chef überwiesen.

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Bestechungs-Prozess dauert länger

2006-08-01 @ 16:25 in Juristisches

Im Bestechungs-Prozess vor dem Würzburger Landgericht spricht nach dem zweiten Verhandlungstag alles für eine mehrmonatige Beweisaufnahme: Der ehemalige Sachgebietsleiter Tiefbau der Stadt Bad Neustadt (Saale) hat abgestritten, sich wegen Bestechlichkeit, Untreue und Erpressung strafbar gemacht zu haben. Lediglich einige Fälle der Vorteilsannahme räumte der 51-jährige Tiefbautechniker ein.

Wochenlange Verhandlungen zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht über eine Abkürzung des Prozesses führten bislang zu keinem Ergebnis. Offenbar konnte man sich nicht auf ein Strafmaß einigen, das den Vorstellungen aller Parteien gerecht werden würde. Am Montag bekundeten beide Angeklagte über ihre Verteidiger zwar weiterhin Gesprächsbereitschaft, wiesen den Großteil der Vorwürfe aber zurück.

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