Im Zweifel für den Angeklagten
Gnädige Richter fand ein 53-jähriger Mann aus dem
Main-Spessart-Kreis am Würzburger Landgericht: Wegen
Vergewaltigung seiner Ehefrau wurde der Bahnarbeiter von
der Berufungskammer zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung
verurteilt. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Gemünden im
Oktober noch zwei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe für tat-
und schuldangemessen gehalten.
Nur
noch um das Strafmaß ging es in dem Berufungsprozess, die
Verurteilung wegen Vergewaltigung akzeptierte der Angeklagte. Schon
im Prozess vor dem Amtsgericht hatte er seiner Ex-Frau eine
Zeugenaussage erspart und gestanden, sie nach 25 Jahren Ehe im April
2003 gegen ihren ausdrücklichen Willen zum Geschlechtsverkehr
gezwungen zu haben. Wegen einer kurz zuvor erfolgten Rückenoperation
litt die Frau Schmerzen und war zur Gegenwehr nicht fähig.
Diesen Umstand nutzte der Bahnarbeiter bei der Tat in der ehelichen
Wohnung in einer kleinen Gemeinde im Main-Spessart-Kreis aus.
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Lieber Stillstand als Fortschritt
Einmal mehr hat mir das Volksblatt heute so richtig aus der Seele geschrieben. Im Kommentar von Karl-Georg Rötter ging es um die Arcaden, um die Würzburger Tradition der Bedenkenträger und Verhinderer, und um die Gefahr, dass die Stadt mangels Entwicklung zum "Denkmal des Stillstands" wird. Hier der Kommentar in voller Länge (mit freundlicher Genehmigung des Autors):
"Während Schweinfurt den Bau
seiner Stadt-Galerie mit großen Schritten vorantreibt, wird in
Würzburg immer noch heftig über die Arcaden diskutiert.
Während in Schweinfurt ein
großes Möbelunternehmen die Errichtung eines neuen Marktes
ankündigt, drohen in Würzburg ein paar Nagetiere dies zu
verhindern. Während Schweinfurt in puncto Stadtentwicklung in
den letzten Jahren immense Fortschritte gemacht hat, droht Würzburg
einmal mehr hinterherzuhinken.
Wieder einmal sind hier Kräfte am Werk, denen Stillstand
lieber ist als Fortschritt. Die Furcht vor Neuem hat hier Tradition.
Doch nicht jede Tradition kann für alle Zukunft Geltung haben.
Man muss ja die Arcaden nicht mögen und niemand wird gezwungen
eines Tages dort einzukaufen, doch eines muss jedem klar sein: Nur
mit dem Bau des Shopping Centers ist in dieser Stadt ein
Jahrhundertprojekt realisierbar, für das es so schnell keine
neue Chance geben wird.
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Sommerniesel im "Cairo"
Ich gehe mal fest davon aus, dass Ralf im Würzblog im Laufe des Tages noch ausführlich über das wegen des feuchten Wetters zum zweiten Mal in Folge ins Cairo verlegte Sommerloch-Festival berichten wird. Deshalb hier nur soviel: Bei meinen beiden (Kurz-) Besuchen gestern Abend war die Stimmung wirklich gut, etwas mehr als 400 Leute haben ihren symbolischen Euro entrichtet, die drei Freiluft-Musiker von "Guitaration X" (Bild) ließen sich auch durch den Nieselregen nicht aus dem Rhythmus bringen, und Kollege Tilman Hampl, der an dieser Stelle schon mal erwähnt wurde, kann nicht nur bei jedem Wetter schnell laufen, sondern bereitet auch einen leckeren Cappuccino. Ein kleiner Artikel von mir über das Festival findet sich dann in der morgigen Ausgabe vom Volksblatt.
Verhaftung im Gerichtssaal
Überraschende
Entwicklung im Bad Neustädter Bestechungs-Prozess vor dem
Würzburger Landgericht: Seit Mittwoch befinden sich wieder beide
Angeklagte in Untersuchungshaft. Nachdem ein 40-jähriger
Bauunternehmer vor Gericht ein früheres Geständnis
widerrufen hat, wurde der gegen ihn vor einem Jahr erlassene
Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt.
Wie
mehrfach berichtet, müssen sich der 40-jährige
Diplom-Ingenieur und der 51-jährige ehemalige Leiter des
Tiefbauamtes der Stadt Bad Neustadt (Saale) unter anderem wegen
Bestechung und Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Das
Unternehmen des 40-Jährigen gehört zu den zahlreichen
Baufirmen und Ingenieurbüros, die dem früheren städtischen
Angestellten zwischen 2000 und 2005 insgesamt rund 1,2 Millionen Euro
für sein „Wohlwollen“ bei der Vergabe und der Abwicklung von
städtischen Aufträgen gezahlt haben sollen. Laut Anklage
haben der 40-jährige Angeklagte und sein Vater als gemeinsame
Geschäftsführer ihres Familienunternehmens insgesamt rund
450.000 Euro an den Tiefbau-Chef überwiesen.
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Bestechungs-Prozess dauert länger
Im
Bestechungs-Prozess vor dem Würzburger Landgericht spricht nach
dem zweiten Verhandlungstag alles für eine mehrmonatige
Beweisaufnahme: Der ehemalige Sachgebietsleiter Tiefbau der Stadt Bad
Neustadt (Saale) hat abgestritten, sich wegen Bestechlichkeit,
Untreue und Erpressung strafbar gemacht zu haben. Lediglich einige
Fälle der Vorteilsannahme räumte der 51-jährige
Tiefbautechniker ein.
Wochenlange
Verhandlungen zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht
über eine Abkürzung des Prozesses führten bislang zu
keinem Ergebnis. Offenbar konnte man sich nicht auf ein Strafmaß
einigen, das den Vorstellungen aller Parteien gerecht werden würde.
Am Montag bekundeten beide Angeklagte über ihre Verteidiger zwar
weiterhin Gesprächsbereitschaft, wiesen den Großteil der
Vorwürfe aber zurück.
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