Ghana begeistert empfangen
Mit
einem so herzlichen Empfang hatte die Nationalmannschaft aus Ghana
wohl nicht gerechnet: Erst etwas verblüfft, dann aber sichtlich
beeindruckt und bester Stimmung ließen sich die Spieler aus
Westafrika am Samstag von 2.700 Menschen im großen Zelt des
Afrika-Festivals feiern. Vor ihrer WM-Premiere strotzen die „Black
Stars“ vor Selbstbewusstsein: „Wir freuen uns auf das Endspiel
Ghana gegen Deutschland“, sagte der Präsident des ghanaischen
Fußballverbandes, Kwesi Nyantakyi. Den Schwung ihres Würzburg-Besuches nahmen die Westafrikaner offenbar mit nach England: Am Montag besiegten sie in Leicester Jamaika locker mit 4:1 und holten den ersten Sieg in der WM-Vorbereitung.

Am
Samstagnachmittag ist die Fußball-Weltmeisterschaft auch in
Würzburg angekommen: Als erste der vier Mannschaften, die
während der WM in Unterfranken Quartier beziehen, traf die
Auswahl Ghanas zu einem Kurzbesuch in ihrer Gastgeberstadt ein. Es
war ein anstrengendes Wochenende für die "Black Stars":
Noch am späten Freitagabend spielten sie in einem Testspiel im
Bochumer Ruhrstadion 1:1 gegen die Türkei, am nächsten
Morgen ging es mit dem Bus nach Würzburg. Nach über sechs
Stunden Fahrt stiegen am Samstag um 14.30 Uhr sichtlich erschöpfte
Spieler und Betreuer vor dem Maritim aus dem Bus und verschwanden
nach einer kurzen Begrüßung durch Oberbürgermeisterin
Dr. Pia Beckmann schnell im Hotel. Einige eifrige Autogrammjäger
versuchten vergeblich, Unterschriften der Spieler zu bekommen.
(weiter)
Finanzbeamter hat Steuern hinterzogen
Der
Vorsitzende sprach von einer Entscheidung mit Ausnahmecharakter:
Wegen Untreue, Computerbetrug, Steuerhinterziehung und
Urkundenfälschung wurde ein Beamter des Finanzamts
Aschaffenburg vom Würzburger Landgericht zu zwei Jahren
Gefängnis auf Bewährung und 9.000 Euro Geldstrafe
verurteilt. Der 49-Jährige hatte sich seit 2002
rund 160.000 Euro Steuergelder auf das eigene Konto überwiesen.
„Wir
sind wahrlich nicht als Gnadenkammer bekannt“, sagte Vorsitzende bei der Urteilsverkündung über
sich und seine 5. Strafkammer. Im Fall des von einer Erkrankung
gezeichneten Finanzbeamten ließen die Richter aber wegen der
ungewöhnlichen Umstände des Falles Gnade vor Recht ergehen.
Nach den von ihm begangenen Straftaten ist eine Strafaussetzung zur
Bewährung selten: „In so einem Fall schreit die Öffentlichkeit
geradezu nach einer Vollstreckung der Strafe“, betonte der Vorsitzende. (weiter)
Nowitzki als Sängerknabe
Seit heute wissen wir, wie der beste deutsche Basketballer es schafft, bei wichtigen Würfen von der Freiwurflinie ruhig zu bleiben: Er singt. Es war am Montag im vierten Spiel der Playoff-Serie gegen den amtierenden NBA-Champion San Antonio Spurs, als der Würzburger Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks 8,4 Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie trat.
Sein Team lag zu diesem Zeitpunkt zwei Punkte zurück, er musste also beide Würfe treffen - die "Dallas Morning News" schreiben von den "beiden wichtigsten Freiwürfen seiner Karriere". Natürlich machte Dirk beide rein, Tim Duncan von den Spurs verpasste den letzten Wurf, die Mavericks gewannen einen Playoff-Klassiker nach Verlängerung und stehen mit einer 3:1-Führung kurz vor dem Einzug in die Endspiele der"Western Conference" (Spiel 5 heute nacht um 3.30 Uhr live auf Premiere).
Wie schafft man es, in so einer Situation die Nerven zu behalten? Nowitzki hat's verraten: Er singt leise vor sich hin. "In so einer Situation gehen einem viele Dinge durch den Kopf. Man muss vor allem versuchen, ruhig zu bleiben. Manchmal singe ich, um den Druck wegzunehmen", erzählte Nowitzki nach dem Spiel.
So weit, so gut - aber an seiner Musikauswahl sollte er noch ein wenig arbeiten. Er hat den amerikanischen Kollegen nämlich auch verraten, was er vor sich hin gesungen hat: "Looking for Freedom" von David Hasselhoff. Als das Lied rauskam, war Nowitzki gerade mal elf Jahre alt, trieb sich vor allem auf den unterfränkischen Tennisplätzen rum und hatte mit Basketball noch gar nichts im Sinn - angefangen Körbe zu werfen hat er nämlich erst mit 13 Jahren.
Doppelsieg beim Würzburg-Marathon
Gleich
zwei Sieger gab es am Sonntag beim 6. Würzburger iWelt-Marathon:
Die beiden Kenianer Eliud Kurgat und Samson Loywapet wurden beim
Zieleinlauf durch das Streckenfahrzeug behindert und zusammen auf
Platz eins gesetzt. Bei den Frauen unterbot Alem Ashebir (Foto) aus
Äthiopien den Streckenrekord im Halbmarathon um mehr als fünf
Minuten.
Schon
im vergangenen Jahr war die 22-jährige Äthiopierin
angetreten, um die Bestzeit der Kenianerin Irene Terotichi aus dem
Jahr 2004 zu unterbieten, musste damals aber einer Verletzung Tribut
zollen. Gestern machte sie es besser: 1:15:21 Stunden benötigte
sie in einem engagierten Rennen für die 21-Kilometer-Runde.
Claudia Hille vom TSG Kleinostheim belegte hinter ihr mit 1:26:01
bereits zum dritten Mal in Folge Platz zwei beim Würzburger
Halbmarathon.
Kurioses
ereignete sich etwas später beim Zieleinlauf (Foto) der schnellsten
Marathon-Männer: Ein verirrter Krankenwagen und dahinter die
Polizeimotorräder und das Führungsfahrzeug fuhren vor dem
führenden Läufer langsam auf der sehr engen Zielgeraden und
bremsten den Kenianer Eluid Kurgat (rechts) damit regelrecht aus. So konnte
sein Landsmann Samson Loywapet (links) im Sprint noch einmal aufschließen
und überquerte die Ziellinie nach 2:16:01 Stunden eine
Schrittlänge vor Kurgat. „Wegen den Autos konnte man am Ende
nicht mehr richtig laufen“, klagte der Geschlagene.
(weiter)
Würzburger Anwalt freigesprochen
Vom
Vorwurf der Beihilfe zum Betrug hat das Landgericht Würzburg gestern in
zweiter Instanz einen 46 Jahre alten Würzburger Rechtsanwalt
freigesprochen. Seine Verurteilung durch das Amtsgericht zu einem
Jahr Gefängnis auf Bewährung wurde aufgehoben.
Die
Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den 46-jährigen Juristen
steht im Zusammenhang mit den Machenschaften der betrügerischen
Helvag-Firmengruppe, die in den Jahren 1998 bis 2001 hunderte von
gutgläubigen Anlegern in ganz Europa um rund 20 Millionen Euro
gebracht hat. Beihilfe zum Betrug warf die Anklagebehörde dem
Anwalt vor, weil er im Frühjahr 1999 die zweite Auflage des
Helvag-Emissionsprospekts geprüft und für gut befunden hat.
(weiter)
Milde Strafe für Betrüger
Mit
einer zumindest für Würzburger Verhältnisse außergewöhnlich milden Strafe ist ein 38 Jahre alter
Mann aus dem Main-Spessart-Kreis davongekommen, der Bekannten mit
falschen Versprechungen rund 152.000 Euro aus der Tasche gezogen hat.
Wegen 48 Fällen des Betrugs wurde er vom Würzburger
Amtsgericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis
verurteilt.
Ungewöhnlich
ist nicht nur die Strafe, sondern auch die anderen Umstände des
Falles. Die Straftaten des Mannes begannen, nachdem er Ende der
neunziger Jahre sein Einzelhandelsgeschäft im
Main-Spessart-Kreis verkauft hatte und mit seiner vierköpfigen
Familie nach Mallorca übergesiedelt war. Der Lebensunterhalt auf
der Urlaubsinsel war kostspieliger als erwartet, was unter anderem
auch an regelmäßigen Spielbank-Besuchen des Angeklagten
liegen könnte. „Ich habe dort aber nicht sehr viel Geld
verloren“, beteuerte der 38-Jährige vor Gericht.
(weiter)
Notarin bekommt Bewährung
Entscheidende
Wende im Prozess gegen eine Rechtsanwältin und Notarin aus
Wiesbaden vor dem Würzburger Landgericht: Die 62-jährige
Juristin legte nun doch ein Geständnis im Sinne der Anklage ab
und wurde wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Höhe von 5,5
Millionen Euro zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe auf
Bewährung verurteilt.
Zu
Beginn des Prozesses hatte die Angeklagte
noch bestritten, in das „Steuersparmodell“ eines Unternehmers aus
Miltenberg eingeweiht gewesen zu sein. Der Mann
hatte vor dem Verkauf seiner erfolgreichen Firma für
Banken-Software im Jahr 1998 Anteile an der GmbH zum Schein auf seine
Ehefrau und seine Tochter übertragen, um Einkommenssteuer und
Solidaritätszuschlag zu sparen. Umgerechnet insgesamt 5,5
Millionen Euro gingen dem bayerischen Fiskus so durch die Lappen. Der
mittlerweile nach schwerer Krankheit verstorbene Unternehmer wurde im
Oktober von der 5. Strafkammer des Würzburger Landgerichts wegen
Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis, seine ehefrau zu
22 Monaten auf Bewährung verurteilt.
(weiter)
Anwalt will Freispruch in eigener Sache
Um
einen Freispruch und damit auch um seine Zulassung als Rechtsanwalt
kämpft seit gestern ein 46 Jahre alter Strafverteidiger aus
Würzburg in der Berufungsinstanz vor dem Landgericht. Der Jurist
wurde im November 2004 vom Amtsgericht wegen Beihilfe zum Betrug zu
einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Nach
Auffassung der Staatsanwaltschaft hat er einen Emissionsprospekt der
betrügerischen Helvag-Firmengruppe im Jahr 1999 nur zum Schein
geprüft und für gut befunden.
Rückblick:
Insgesamt wurden neun Bosse und Mitarbeiter der Schweizer
Helvag-Firmengruppe vom Landgericht Würzburg zu Freiheitsstrafen
zwischen zwei Jahren und fünf Jahren und zehn Monaten
verurteilt. Mit dem Verkauf so genannter „atypisch stiller
Beteiligungen“ am Aufbau einer amerikanischen Steakhaus-Kette in
Europa zogen sie Hunderten von Anlegern zwischen 1998 und 2001
umgerechnet rund 20 Millionen Euro aus der Tasche. An Stelle der
versprochenen Renditen erwirtschafteten die Helvag-Unternehmen
riesige Verluste, ein großer Teil der Anleger-Gelder wurde
nicht investiert, sondern floss direkt in die Taschen der
Hintermänner.
Denen
soll der Würzburger Anwalt mit einem Gefälligkeitsgutachten
ein wichtiges Tatmittel geliefert haben: Im April 2004 kassierte der
heute 46-jährige Jurist, der auch als externer Rechtsberater für
eine der zentralen Helvag-Firmen tätig war, umgerechnet 2.500
Euro Honorar für die Überprüfung eines
Hochglanz-Prospektes, mit dem Anleger von den Helvag-Beteiligungen
überzeugt werden sollten. Laut Urteil des Amtsgerichts wurden
damit 102 Anleger geworben, die durch ihre Beteiligung an der Helvag
mehr als 650.000 Euro verloren haben.
(weiter)
5.304 beim Rekord-Residenzlauf
Es
war ein Tag der Bestmarken beim 18. Würzburger Residenzlauf:
Zuerst konnten sich die Veranstalter über einen neuen
Teilnehmerrekord freuen,dann lief die 18-jährige Äthiopierin
Wude Ayalew Yimer die zehn Kilometer auf der Straße in neuem
Streckenrekord. Bei den Männern war der „Lauf der Asse“
einmal mehr fest in kenianischer Hand.
Seit
1989 ist Alfred Langenbrunner von der TG Würzburg als
sportlicher Leiter des Residenzlaufs für die Verpflichtung der
Spitzen-Athleten verantwortlich: „So zufrieden wie heute war ich
noch nie“, bekannte Langenbrunner nach der Siegerehrung. Einen
neuen Streckenrekord bei den Frauen und bei den Männern eine
bessere Zeit als beim Paderborner Osterlauf vor zwei Wochen hatte er
sich vorgenommen, beide Ziele wurden erreicht. Bei den Frauen war es
die Äthiopierin Wude Ayalew Yimer, die mit einer
Weltklasseleistung aufhorchen ließ: Erst am Abend vorher
eingeflogen, unterbot die 18-Jährige mit 31:30 Minuten den
bisherigen Streckenrekord der Kenianerin Eunice Jepkorir um acht
Sekunden. „Das ist die schnellste Zeit, die von einer Frau in
diesem Jahr über zehn Kilometer auf der Straße gelaufen
wurde“, betonte Residenzlauf-Streckensprecher Arthur Schmidt.
(weiter)