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Verhandlung trotz Ablehnungsantrag

2006-04-28 @ 09:13 in Juristisches

In Abwesenheit der Kläger hat ein Richter des Würzburger Verwaltungsgerichts die mündliche Verhandlung um die strittigen Erschließungskosten einer Straße in Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) durchgezogen. Einen Befangenheitsantrag der Kläger gegen seine Person hatte der Richter zuvor als „rechtsmissbräuchlich“ zurückgewiesen. Das Klägerehepaar und sein Anwalt verließen daraufhin den Sitzungssaal.

Der Eklat hatte sich schon in den Tagen vor dem Prozess angedeutet: Ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Lehrbeauftragter vertritt die Anlieger der Straße, die sich gegen die Höhe der von der Stadt Marktheidenfeld festgelegten Erschließungsbeiträge zur Wehr setzen. Insgesamt sollen 17 Grundstückseigentümer rund 350.000 Euro bezahlen. Ein Anwohner-Ehepaar hat in einem Musterprozess für die anderen Betroffenen vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Zum Befangenheitsantrag gleich zu Beginn der Sitzung kam es, weil der für den Fall zuständige Einzelrichter einen Antrag des Anwalts auf Verlegung des Termins abgelehnt hatte.

Als Grund hatte der Rechtsanwalt angegeben, er habe zeitgleich eine mehrstündige Vorlesung zu halten. Einen Vertreter wollte er nicht schicken, weil er als einziger Anwalt seiner Kanzlei in die Sach und Rechtslage eingearbeitet sei. In einem Telefongespräch hatte der Richter eine Woche vor dem Prozess den Verlegungsantrag offenbar mit deutlichen Worten abgelehnt. Unter anderem soll der Richter am Telefon geäußert haben, es fehle ihm jedes Verständnis, warum der Prozess überhaupt geführt werde. Auf diese Äußerungen stützte ein Vertreter des Rechtsanwalts den Ablehnungsantrag wegen "Besorgnis der Befangenheit" gegen den Einzelrichter. „Die Mandanten haben den Eindruck, dass das Gericht die Sache schon vorher entschieden hat“, erklärte der Vertretungs-Anwalt.

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Ghana noch nicht in WM-Form

2006-04-28 @ 08:24 in Sport

Mehr als nur ein Hauch von Weltmeisterschaftsstimmung war am Mittwoch im Würzburger Dallenberg-Stadion zu spüren: Bei einer kurzen Stippvisite rund einen Monat vor ihrem offiziellen WM-Aufenthalt wurde die Nationalmannschaft aus Ghana von 6.500 Zuschauern begeistert empfangen. Das kurzfristig anberaumte Testspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart endete mit 1:1.

Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff herrschte afrikanische Stimmung im Stadion, in dem sonst die Würzburger Kickers vor trister Kulisse ihre Begegnungen in der Landesliga Nord austragen. Die acht Musiker der afrikanischen Gruppe „Adesa“ (Foto unten) brachten mit schwungvollen Trommel-Rhythmen und akrobatischen Einlagen die Besucher auf der Haupttribüne in Schwung. Offiziell 6.500 Zuschauer wollten den ersten Auftritt der Würzburger WM-Gäste sehen, der große Andrang sorgte für einen längeren Stau auf der Zufahrtsstraße zum Stadion. Dass Ghana ohne Top-Stars wie Michael Essien vom FC Chelsea und Ex-Bayernspieler Samy Kouffour von AS Rom antreten musste, änderte nichts an der spürbar guten Stimmung auf den Rängen. Schon beim Einlaufen wurden die „Black Stars“ und die Bundesliga-Profis vom VfB Stuttgart mit freundlichem Applaus empfangen. Groß war auch das Medieninteresse. Das Spiel wurde in Ghana live im Radio übertragen, der Würzburger Fernsehsender TV touring zeichnete die Partie mit vier Kameras für eine zeitversetzte Übertragung in Ghana auf.

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Was lange währt ...

2006-04-28 @ 08:19 in Lokales

Heute wildere ich mal im Revier vom Würzblog und schreibe was aus dem Kulturbereich.

Eine gute Idee und ihre langwierige Umsetzung: Schon vor gut sechs Jahren kam den Bewohnern des Malerfürstentums Wredanien der Gedanke, einen internationalen Kunstpreis für Partnerstädte aus der Taufe zu heben. Unter dem Titel „Utopian Art Prize“ ist das Ergebnis jetzt bis zum 19. Mai in Form einer Ausstellung im Foyer des Rathauses zu sehen.

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Residenzlauf wird volljährig

2006-04-27 @ 09:46 in Sport

Jetzt hängt es nur noch vom Wetter ab, ob die Organisatoren des Würzburger Residenzlaufs bei der 18. Auflage einen neuen Teilnehmerrekord feiern können: Bis zum offiziellen Voranmeldeschluss wurde mit 4.683 Meldungen eine neue Bestmarke erreicht. Nachmeldungen für alle Läufe sind am Sonntag ab 9 Uhr auf dem Residenzplatz möglich.

Erwartet werden deutlich über 5.000 Teilnehmer, rund 600 Nachmeldungen brauchen die Veranstalter, um die Rekordzahl von 5.282 Residenzläufern aus dem Jahr 2004 zu knacken. Ein neuer Rekord steht bereits jetzt fest: Bei der vor drei Jahren eingeführten Aktion „Schüler laufen für ihre Gesundheit“ geht dieses Mal die stolze Zahl von 2.585 Schülern aus 152 Schulklassen der Region für die symbolische Teilnahmegebühr von einem Euro an den Start. Absoluter Spitzenreiter unter den 36 beteiligten Schulen ist das Riemenschneider-Gymnasium mit 17 Klassen und 323 Teilnehmern. Als Belohnung darf eine der sportlichen Riemenschneider-Klassen am Freitag mit Olympia-Teilnehmer Wolfram Müller von der LG Pirna eine Trainingseinheit auf dem TGW-Sportgelände absolvieren.

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Anrüchige Parfümgeschäfte

2006-04-26 @ 08:26 in Juristisches

Als die gemeinsamen Straftaten aufflogen, war es mit der Freundschaft vorbei: Weil sie Parfüm-Tester und Kosmetikartikel eines großen Konzerns im Wert von rund 620.000 Euro veruntreut und auf eigene Rechnung verkauft haben, saßen zwei Männer aus dem Kreis Aschaffenburg vor dem Würzburger Amtsgericht auf der Anklagebank und belasteten sich gegenseitig. Ein 41 Jahre alter Export-Kaufmann wurde wegen Untreue zu zwei Jahren und zehn Monaten, ein 45-jähriger Verkäufer wegen Beihilfe zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Eigentlich ermittelte die Aschaffenburger Kriminalpolizei wegen einer Markenrechtsverletzung, als sie vor einem Jahr die Geschäftsräume des 45-jährigen Angeklagten in Mainaschaff untersuchte. Ein Großkonzern hatte Anzeige erstattet, weil er Parfümtester, die ausdrücklich nicht für den Verkauf bestimmt sind, in großer Stückzahl auf der Internet-Plattform e-Bay zum Verkauf anbot. Und wirklich fand die Polizei bei der Durchsuchung mehrere hundert Testflakons mit verschiedenen bekannten und teuren Düften.

Dass der e-Bay-Verkäufer jetzt zusammen mit dem 41-jährigen Kaufmann in Würzburg vor Gericht stand, liegt an einem Zufallsfund: In den sichergestellten Unterlagen fand die Kripo nämlich auch Rechnungen, aus denen hervorging, dass der 45-Jährige in den Jahren 2000 bis 2002 mehrfach größere Stückzahlen von Parfümtestern und anderen Kosmetikproben – insgesamt fast 70.000 Stück mit einem Gesamterlös von rund 620.000 Euro – ins Ausland verkauft hat.

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95-Jährige zum Essen genötigt

2006-04-15 @ 20:31 in Juristisches

1.200 Euro Geldstrafe muss eine Altenpflegerin bezahlen, weil sie eine wehrlose 95-Jährige in einem Pflegeheim in Ochsenfurt (Kreis Würzburg) mit Gewalt zum Essen gezwungen hat. Die 41-jährige Angeklagte akzeptierte nach eineinhalb Stunden Verhandlung vor dem Würzburger Amtsgericht einen Strafbefehl wegen vorsätzlicher Körperverletzung.

Es war ein 25-jähriger Auszubildender in dem Ochsenfurter Alten- und Pflegeheim, der die 41-Jährige im vergangenen Juli dabei erwischte, wie sie einer körperlich gebrechlichen und an Demenz leidenden, 95 Jahre alten Heimbewohnerin die Nase zuhielt, um ihr dann die Breikost in den Mund schieben zu können. Regelrecht geschockt sei er angesichts dieser Szene gewesen, berichtete der angehende Altenpfleger vor dem Amtsgericht. Weil er nicht wusste, wie er mit der Sache umgehen soll, sprach er zunächst mit einer Lehrerin und informierte erst einige Tage später die Heimleitung. In einem Gespräch mit der 41-jährigen Altenpflegerin stritt diese die Vorwürfe ab. Der Heimleiter hatte aber keine Zweifel an der Aussage des Lehrlings und kündigte das Arbeitsverhältnis, seit Oktober ist die Angeklagte arbeitslos.

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Chef baggert Sekretärin an

2006-04-13 @ 12:57 in Juristisches

Peinlicher Auftritt für einen bekannten Würzburger Geschäftsmann: Weil er eine junge Sekretärin in einem Münchner Hotelzimmer in eindeutiger Absicht bedrängte, wurde der 48-jährige GmbH-Geschäftsführer vom Amtsgericht Würzburg wegen sexueller Nötigung zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Den Prozess in einem Würzburger Gerichtssaal hätte der Verteidiger seinem Mandanten gerne erspart. Sein Antrag, die Anklage gegen den Geschäftsführer einer Würzburger Firma vor dem Amtsgericht in München zu verhandeln, war aber erfolglos. So musste der 48-jährige Familienvater am Dienstag vor dem Schöffengericht erscheinen, um sich wegen des Vorfalls zu verantworten, der sich während einer Geschäftsreise im Mai 2004 in einem Münchner Hotelzimmer zugetragen hat. Am Vorabend einer Veranstaltung bat der Geschäftsführer seine 21-jährige Sekretärin unter dem Vorwand, den Ablauf des nächsten Tages zu besprechen, auf sein Zimmer. Dort zog er die junge Frau gegen ihren Willen auf sein Bett, legte sich auf sie, küsste sie und fasste ihr mit der Hand unter das T-Shirt. Erst nach längerer Zeit gelang es dem Opfer, sich zu befreien und das Zimmer zu verlassen.

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Überflüssig

2006-04-12 @ 09:37 in Allgemein

Immer wieder schön, diese Zeilen in der täglichen Status-Mail von web.de:

Sie haben keine Nachrichten in ihrem Unbekannt-Ordner. Diese Nachrichten werden 10 Tage nach Erhalt gelöscht."

Mord-Urteil nach mehr als elf Jahren

2006-04-12 @ 09:24 in Juristisches

Nach fast einem halben Jahr Prozessdauer war es am Montag soweit: Im Verfahren um einen elf Jahre alten Mord hat die Große Jugendkammer des Würzburger Landgerichts das Urteil verkündet.

Drei Russland-Deutsche aus dem Raum Würzburg, heute 28, 29 und 30 Jahre alt, wurden wegen Mord und schwerem Raub zu Jugendstrafen zwischen fünf und acht Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie Ende 1994 in Würzburg einen damals 28 Jahre alten Moldawier mit einem Schießkugelschreiber erschossen, die Leiche mit einer Metallplatte beschwert und im Main versenkt haben.

Vor dem Urteil hatten die Verfahrensbeteiligten einen schweren Tag: Über sieben Stunden plädierten die Beteiligten am Freitag, vor allem der 29-jährige Angeklagte stellte die Geduld auf eine harte Probe: Nach seinem Verteidiger, der bereits gut eineinhalb Stunden gesprochen hatte, plädierte der Russland-Deutsche mehr als drei Stunden in eigener Sache.

Er ist der einzige der drei Täter, der eine Beteiligung an der Erschießung des Moldawiers bis zuletzt abgestritten hat. Auch die achtjährige Jugendstrafe, zu der er verurteilt wurde, nahm er nicht ruhig hin: Mehrfach unterbrach er den Vorsitzenden Bernd Kalus bei der Urteilsbegründung und wurde schließlich aus dem Sitzungssaal entfernt. „Gott wird euch alle bestrafen, ihr sollt alle verrecken mit euren Kindern und Eltern“, drohte er, als er von zwei Polizisten aus dem Saal geführt wurde.

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Marathon-Macher verärgern Residenzlauf-Organisatoren

2006-04-06 @ 11:44 in Sport

Sechs Jahre lang mussten Marathonläufer in Würzburg zweimal durch die Stadt, um ihre 42,195 Kilometer zu absolvieren. Im nächsten Jahr soll das anders werden: Ein Einrunden-Kurs mit Schwerpunkt auf der Innenstadt soll den Würzburger iWelt-Marathon noch attraktiver machen. Damit einher geht allerdings eine Terminverlegung auf Mitte April, der für Verärgerung bei den Veranstaltern des Würzburger Residenzlaufs sorgt.

Zwei Wochen vor dem Residenzlauf (traditionell immer am letzten Sonntag im April) soll der Marathon 2007 über die Bühne gehen, dadurch befürchtet der Residenzlauf, bei dem Hobbyläufer und Profis über fünf oder zehn Kilometer an den Start gehen, Einbußen bei den Teilnehmerzahlen. Immer wieder hatte Residenzlauf-Organisationschef Peter Müller-Reichart zuletzt betont, wie froh er ist, dass in diesem Jahr „die Würzburger Laufwelt wieder in Ordnung ist“. Soll heißen: Anders als 2005 findet erst der Residenzlauf am 30. April statt, zwei Wochen später der Marathon. Nur so sei es Läufern möglich, an beiden Veranstaltungen teilnehmen, meinen die Residenzlauf-Veranstalter.

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