Verhandlung trotz Ablehnungsantrag
In
Abwesenheit der Kläger hat ein Richter des Würzburger
Verwaltungsgerichts die mündliche Verhandlung um die strittigen
Erschließungskosten einer Straße in Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) durchgezogen. Einen Befangenheitsantrag der Kläger gegen
seine Person hatte der Richter zuvor als
„rechtsmissbräuchlich“ zurückgewiesen. Das
Klägerehepaar und sein Anwalt verließen daraufhin den
Sitzungssaal.
Der
Eklat hatte sich schon in den Tagen vor dem Prozess angedeutet: Ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht und
Lehrbeauftragter vertritt die Anlieger der
Straße, die sich gegen die Höhe
der von der Stadt Marktheidenfeld festgelegten Erschließungsbeiträge
zur Wehr setzen. Insgesamt sollen 17 Grundstückseigentümer
rund 350.000 Euro bezahlen. Ein Anwohner-Ehepaar hat in einem
Musterprozess für die anderen Betroffenen vor dem
Verwaltungsgericht geklagt. Zum Befangenheitsantrag gleich zu Beginn
der Sitzung kam es, weil der für den Fall zuständige
Einzelrichter einen Antrag des Anwalts auf Verlegung des Termins abgelehnt
hatte.
Als
Grund hatte der Rechtsanwalt angegeben, er habe zeitgleich eine
mehrstündige Vorlesung zu halten. Einen Vertreter wollte er
nicht schicken, weil er als einziger Anwalt seiner Kanzlei in die
Sach und Rechtslage eingearbeitet sei. In einem Telefongespräch hatte der Richter eine Woche vor dem
Prozess den Verlegungsantrag offenbar mit deutlichen Worten
abgelehnt. Unter anderem soll der Richter am Telefon geäußert
haben, es fehle ihm jedes Verständnis, warum der Prozess
überhaupt geführt werde. Auf diese Äußerungen
stützte ein Vertreter des Rechtsanwalts den Ablehnungsantrag wegen "Besorgnis der Befangenheit" gegen den Einzelrichter.
„Die Mandanten haben den Eindruck, dass das Gericht die Sache schon
vorher entschieden hat“, erklärte der Vertretungs-Anwalt.
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Ghana noch nicht in WM-Form
Mehr
als nur ein Hauch von Weltmeisterschaftsstimmung war am Mittwoch im
Würzburger Dallenberg-Stadion zu spüren: Bei einer kurzen
Stippvisite rund einen Monat vor ihrem offiziellen WM-Aufenthalt
wurde die Nationalmannschaft aus Ghana von 6.500 Zuschauern
begeistert empfangen. Das kurzfristig anberaumte Testspiel gegen den
Bundesligisten VfB Stuttgart endete mit 1:1.
Schon
eine halbe Stunde vor dem Anpfiff herrschte afrikanische Stimmung im
Stadion, in dem sonst die Würzburger Kickers vor trister Kulisse
ihre Begegnungen in der Landesliga Nord austragen. Die acht Musiker
der afrikanischen Gruppe „Adesa“ (Foto unten) brachten mit schwungvollen
Trommel-Rhythmen und akrobatischen Einlagen die Besucher auf der
Haupttribüne in Schwung. Offiziell 6.500 Zuschauer wollten den
ersten Auftritt der Würzburger WM-Gäste sehen, der große
Andrang sorgte für einen längeren Stau auf der
Zufahrtsstraße zum Stadion. Dass Ghana ohne Top-Stars wie
Michael Essien vom FC Chelsea und Ex-Bayernspieler Samy Kouffour von
AS Rom antreten musste, änderte nichts an der spürbar guten
Stimmung auf den Rängen. Schon beim Einlaufen wurden die „Black
Stars“ und die Bundesliga-Profis vom VfB Stuttgart mit freundlichem
Applaus empfangen. Groß war auch das Medieninteresse. Das Spiel
wurde in Ghana live im Radio übertragen, der Würzburger
Fernsehsender TV touring zeichnete die Partie mit vier Kameras für
eine zeitversetzte Übertragung in Ghana auf.

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Was lange währt ...
Heute wildere ich mal im Revier vom Würzblog und schreibe was aus dem Kulturbereich.
Eine
gute Idee und ihre langwierige Umsetzung: Schon vor gut sechs Jahren
kam den Bewohnern des Malerfürstentums Wredanien der Gedanke,
einen internationalen Kunstpreis für Partnerstädte aus der
Taufe zu heben. Unter dem Titel „Utopian Art Prize“ ist das
Ergebnis jetzt bis zum 19. Mai in Form einer Ausstellung im Foyer des
Rathauses zu sehen.
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Residenzlauf wird volljährig
Jetzt
hängt es nur noch vom Wetter ab, ob die Organisatoren des
Würzburger Residenzlaufs bei der 18. Auflage einen neuen
Teilnehmerrekord feiern können: Bis zum offiziellen
Voranmeldeschluss wurde mit 4.683 Meldungen eine neue Bestmarke
erreicht. Nachmeldungen für alle Läufe sind am Sonntag ab 9
Uhr auf dem Residenzplatz möglich.
Erwartet
werden deutlich über 5.000 Teilnehmer, rund 600 Nachmeldungen
brauchen die Veranstalter, um die Rekordzahl von 5.282
Residenzläufern aus dem Jahr 2004 zu knacken. Ein neuer Rekord
steht bereits jetzt fest: Bei der vor drei Jahren eingeführten
Aktion „Schüler laufen für ihre Gesundheit“ geht dieses
Mal die stolze Zahl von 2.585 Schülern aus 152 Schulklassen der
Region für die symbolische Teilnahmegebühr von einem Euro
an den Start. Absoluter Spitzenreiter unter den 36 beteiligten
Schulen ist das Riemenschneider-Gymnasium mit 17 Klassen und 323
Teilnehmern. Als Belohnung darf eine der sportlichen
Riemenschneider-Klassen am Freitag mit
Olympia-Teilnehmer Wolfram Müller von der LG Pirna eine
Trainingseinheit auf dem TGW-Sportgelände absolvieren.
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Anrüchige Parfümgeschäfte
Als
die gemeinsamen Straftaten aufflogen, war es mit der Freundschaft
vorbei: Weil sie Parfüm-Tester und Kosmetikartikel eines großen
Konzerns im Wert von rund 620.000 Euro veruntreut und auf eigene
Rechnung verkauft haben, saßen zwei Männer aus dem Kreis
Aschaffenburg vor dem Würzburger Amtsgericht auf der Anklagebank
und belasteten sich gegenseitig. Ein 41 Jahre alter Export-Kaufmann
wurde wegen Untreue zu zwei Jahren und zehn Monaten, ein 45-jähriger
Verkäufer wegen Beihilfe zu zwei Jahren und drei Monaten
Gefängnis verurteilt.
Eigentlich
ermittelte die Aschaffenburger Kriminalpolizei wegen einer
Markenrechtsverletzung, als sie vor einem Jahr die Geschäftsräume
des 45-jährigen Angeklagten in Mainaschaff untersuchte. Ein
Großkonzern hatte Anzeige erstattet, weil er Parfümtester,
die ausdrücklich nicht für den Verkauf bestimmt sind, in
großer Stückzahl auf der Internet-Plattform e-Bay zum
Verkauf anbot. Und wirklich fand die Polizei bei der Durchsuchung
mehrere hundert Testflakons mit verschiedenen bekannten und teuren
Düften.
Dass
der e-Bay-Verkäufer jetzt zusammen mit dem 41-jährigen
Kaufmann in Würzburg vor Gericht stand, liegt an einem
Zufallsfund: In den sichergestellten Unterlagen fand die Kripo
nämlich auch Rechnungen, aus denen hervorging, dass der
45-Jährige in den Jahren 2000 bis 2002 mehrfach größere
Stückzahlen von Parfümtestern und anderen Kosmetikproben –
insgesamt fast 70.000 Stück mit einem Gesamterlös von rund
620.000 Euro – ins Ausland verkauft hat.
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95-Jährige zum Essen genötigt
1.200
Euro Geldstrafe muss eine Altenpflegerin bezahlen, weil sie eine
wehrlose 95-Jährige in einem Pflegeheim in Ochsenfurt (Kreis
Würzburg) mit Gewalt zum Essen gezwungen hat. Die 41-jährige
Angeklagte akzeptierte nach eineinhalb Stunden Verhandlung vor dem
Würzburger Amtsgericht einen Strafbefehl wegen
vorsätzlicher Körperverletzung.
Es
war ein 25-jähriger Auszubildender in dem Ochsenfurter Alten-
und Pflegeheim, der die 41-Jährige im vergangenen Juli dabei
erwischte, wie sie einer körperlich gebrechlichen und an Demenz
leidenden, 95 Jahre alten Heimbewohnerin die Nase zuhielt, um ihr
dann die Breikost in den Mund schieben zu können. Regelrecht
geschockt sei er angesichts dieser Szene gewesen, berichtete der
angehende Altenpfleger vor dem Amtsgericht. Weil er nicht wusste, wie
er mit der Sache umgehen soll, sprach er zunächst mit einer
Lehrerin und informierte erst einige Tage später die
Heimleitung. In einem Gespräch mit der 41-jährigen
Altenpflegerin stritt diese die Vorwürfe ab. Der Heimleiter
hatte aber keine Zweifel an der Aussage des Lehrlings und kündigte
das Arbeitsverhältnis, seit Oktober ist die Angeklagte
arbeitslos.
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Chef baggert Sekretärin an
Peinlicher
Auftritt für einen bekannten Würzburger Geschäftsmann:
Weil er eine junge Sekretärin in einem Münchner Hotelzimmer
in eindeutiger Absicht bedrängte, wurde der 48-jährige
GmbH-Geschäftsführer vom Amtsgericht Würzburg wegen sexueller
Nötigung zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung
verurteilt.
Den
Prozess in einem Würzburger Gerichtssaal hätte der
Verteidiger seinem Mandanten gerne erspart. Sein Antrag, die Anklage
gegen den Geschäftsführer einer Würzburger Firma vor
dem Amtsgericht in München zu verhandeln, war aber erfolglos. So
musste der 48-jährige Familienvater am Dienstag vor dem
Schöffengericht erscheinen, um sich wegen des Vorfalls zu
verantworten, der sich während einer Geschäftsreise im Mai
2004 in einem Münchner Hotelzimmer zugetragen hat. Am Vorabend
einer Veranstaltung bat der Geschäftsführer seine
21-jährige Sekretärin unter dem Vorwand, den Ablauf des
nächsten Tages zu besprechen, auf sein Zimmer. Dort zog er die
junge Frau gegen ihren Willen auf sein Bett, legte sich auf sie,
küsste sie und fasste ihr mit der Hand unter das T-Shirt. Erst
nach längerer Zeit gelang es dem Opfer, sich zu befreien und das
Zimmer zu verlassen.
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Überflüssig
Immer wieder schön, diese Zeilen in der täglichen Status-Mail von web.de:
Sie haben keine Nachrichten in ihrem Unbekannt-Ordner. Diese Nachrichten werden 10 Tage nach Erhalt gelöscht."
Mord-Urteil nach mehr als elf Jahren
Nach
fast einem halben Jahr Prozessdauer war es am Montag soweit: Im
Verfahren um einen elf Jahre alten Mord hat die Große
Jugendkammer des Würzburger Landgerichts das Urteil verkündet.
Drei Russland-Deutsche aus dem Raum Würzburg, heute 28, 29 und
30 Jahre alt, wurden wegen Mord und schwerem Raub zu Jugendstrafen
zwischen fünf und acht Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als
erwiesen an, dass sie Ende 1994 in Würzburg einen damals 28
Jahre alten Moldawier mit einem Schießkugelschreiber
erschossen, die Leiche mit einer Metallplatte beschwert und im Main
versenkt haben.
Vor
dem Urteil hatten die Verfahrensbeteiligten einen schweren Tag: Über
sieben Stunden plädierten die Beteiligten am Freitag, vor allem
der 29-jährige Angeklagte stellte die Geduld auf eine harte
Probe: Nach seinem Verteidiger, der bereits gut eineinhalb Stunden
gesprochen hatte, plädierte der Russland-Deutsche mehr als drei
Stunden in eigener Sache.
Er ist der einzige der drei Täter, der
eine Beteiligung an der Erschießung des Moldawiers bis zuletzt
abgestritten hat. Auch die achtjährige Jugendstrafe, zu der er
verurteilt wurde, nahm er nicht ruhig hin: Mehrfach unterbrach er den
Vorsitzenden Bernd Kalus bei der Urteilsbegründung und wurde
schließlich aus dem Sitzungssaal entfernt. „Gott wird euch
alle bestrafen, ihr sollt alle verrecken mit euren Kindern und
Eltern“, drohte er, als er von zwei Polizisten aus dem Saal geführt
wurde.
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Marathon-Macher verärgern Residenzlauf-Organisatoren
Sechs Jahre lang mussten Marathonläufer in Würzburg zweimal durch die
Stadt, um ihre 42,195 Kilometer zu absolvieren. Im nächsten Jahr
soll das anders werden: Ein Einrunden-Kurs mit Schwerpunkt auf der
Innenstadt soll den Würzburger iWelt-Marathon noch attraktiver machen.
Damit einher geht allerdings eine Terminverlegung auf Mitte April,
der für Verärgerung bei den Veranstaltern des Würzburger
Residenzlaufs sorgt.
Zwei
Wochen vor dem Residenzlauf (traditionell immer am letzten Sonntag im
April) soll der Marathon 2007 über die Bühne
gehen, dadurch befürchtet der Residenzlauf, bei dem Hobbyläufer
und Profis über fünf oder zehn Kilometer an den Start gehen, Einbußen
bei den Teilnehmerzahlen. Immer wieder hatte
Residenzlauf-Organisationschef Peter Müller-Reichart zuletzt
betont, wie froh er ist, dass in diesem Jahr „die Würzburger
Laufwelt wieder in Ordnung ist“. Soll heißen: Anders als 2005
findet erst der Residenzlauf am 30. April statt, zwei Wochen später
der Marathon. Nur so sei es Läufern möglich, an beiden
Veranstaltungen teilnehmen, meinen die Residenzlauf-Veranstalter.
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