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Joseph Smit als Eheman, Vater, Sohn und Bruder -- "Ich war bei meiner Familie"

geschrieben von mormonen | 19 Feb, 2008

    Wir Heiligen der Letzten Tage hören die Führer der Kirche häufig darüber sprechen, daß wir unsere Familie stärken und festigen sollen. Präsident David 0. McKay hat gesagt: „Ein Versagen in der Familie läßt sich durch keinen sonstigen Erfolg wettmachen.” (Generalkonferenz, April 1964.) Präsident Harold B. Lee hat gesagt: „Die wichtigste Arbeit für den Herrn, die Sie jemals tun werden, ist das, was Sie in Ihren vier Wänden tun.” (Generalkonferenz, April 1973.) Diese inspirierten Äußerungen werden immer wieder zitiert, wenn über eine glückliche Ehe und Familie gesprochen wird.

    Der heutige Prophet des Herrn, Präsident Ezra Taft Benson, warnt uns ständig vor den Bestrebungen in der heutigen Gesellschaft, die Stärke der Familie zu untergraben. Präsident Benson hat in den letzten Konferenzen Vätern und Müttern, Brüdern und Schwestern, Ehemännern und Ehefrauen und den Kindern konkrete Anweisungen gegeben.

    Diese dringlichen Aufforderungen der Propheten, unsere Familie mehr zu lieben und für ein harmonisches Zuhause zu sorgen, gibt es nicht erst seit dem zwanzigsten Jahrhundert. Sie spiegeln die ewige Bedeutung der Familie im Plan unseres Vaters für unser irdisches Glücklichsein und unsere ewige Errettung wider.

    Kaum jemand hat den Stellenwert der Familie im ewigen Plan so klar erfaßt, wie der Prophet der Wiederherstellung, Joseph Smith. Ihm wurde nicht nur aus der Höhe die Lehre von der ewigen Familie vermittelt, sondern, was noch wichtiger ist, er setzte diese ewigen Wahrheiten in tätige Liebe, Zärtlichkeit und Sorge um seine Familie um.

    Benjamin F. Johnson, der eine Weile im Haus des Propheten wohnte, war von Joseph Smiths liebevollem Beispiel sehr beeindruckt. Er schrieb später: „Als Sohn war er der Edelmut selbst, solche Liebe und Ehre erwies er seinen Eltern; als Bruder war er liebevoll und treu, bis in den Tod; als Ehemann und Vater ... grenzte seine Hingabe schon fast an Vergötterung.” (The Benjamin F. Johnson Letter to Elder George S. Gibbs, Seite 4, Broschüre in der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.)

    Die Liebe und Hingabe des Propheten Joseph Smith für seine Familie kann alle Heiligen der Letzten Tage dafür begeistern, celestiale Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern, Ehemänner und Ehefrauen, Väter und Mütter zu werden, so wie unsere Propheten es uns raten.


    DEN ELTERN GEHORCHEN

    Als Junge hat Joseph Smith beispielhaft gemäß der Ermahnung des Apostels Paulus gelebt: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern, wie es vor dem Herrn recht ist.” (Epheser 6:1.)

    Er hat seinen Eltern immer gehorcht, und zwar nicht aus Furcht, sondern aus inniger Liebe. Die Liebe zu seinen Eltern und seine Besorgtheit um sie kommen am besten in dem folgenden Ereignis aus seiner Kindheit zum Ausdruck. Er hatte eine schwere und ;äußerst schmerzhafte Infektion im Bein. Nach wochenlangen quälenden Schmerzen und vielen vergeblichen Versuchen der Ärzte, die Schmerzen zu lindern, beschlossen die Ärzte, das Bein zu amputieren. Aber als der kleine Joseph und seine Mutter sich dem widersetzten, erklärten sich die Ärzte zu einer weiteren Operation bereit. Sie bestanden darauf, daß der Junge ans Bett gefesselt werde und Wein oder Brandy trinken müsse, damit er die Schmerzen nicht so sehr spürte. Seine Mutter, Lucy Mack Smith, hat seine Antwort darauf festgehalten. Darin kommen das Vertrauen zu seinem Vater und die Liebe zu seiner Mutter deutlich zum Ausdruck.

    „,Nein!` rief Joseph. ,Ich rühre keinen Tropfen Alkohol an, und ich lasse mich auch nicht fesseln. Ich will Ihnen aber sagen, was ich möchte. Mein Vater soll am Bett sitzen und mich in den Arm nehmen, dann will ich alles tun, damit man den Knochen herausnehmen kann.` Er sah mich an und sagte: ,Mutter, ich möchte, daß du aus dem Zimmer gehst, ich weiß doch, daß du es nicht ertragen kannst, wenn ich so leide; Vater kann es aushalten, aber du hast mich soviel getragen und so lange bei mir gewacht, daß du schon gar nicht mehr kannst.' Dann sah er mich unter Tränen an und sagte noch: ,Mutter, du mußt mir versprechen, daß du nicht bleibst, ja? Der Herr wird mir helfen, und ich werde es schaffen.'” (Lucy Mack Smith, History of Joseph Smith by His Mother, Hg. Preston Nibley, Salt Lake City, 1958, Seite 57.)

    Später, als der junge Prophet nach seinem heiligen Erlebnis an jenem Frühlingstag im Jahre 1820 aus dem Wald herauskam, dachte er als erstes daran, seinen Eltern und Geschwistern von der Erkenntnis des wahren Wesens Gottes und von der bevorstehenden Wiederherstellung des Evangeliums zu erzählen. Dreieinhalb Jahre darauf erzählte er seiner Familie, was ihm der Engel Moroni übermittelt hatte. Darüber berichtet seine Mutter: „Wir waren nun der festen Überzeugung, daß Gott etwas ans Tageslicht bringen werde, an dem wir uns festhalten konnten und das uns vollkommenere Erkenntnis vom Erlösungsplan und von der Erlösung der Menschheit schenken werde. Daher freuten wir uns sehr; hei uns zu Hause herrschten Eintracht und Glück und Zufriedenheit” (History of Joseph Smith b His Mother, Seite 82f.)


    EINE BOTSCHAFT FÜR DIE FAMILIE

    Genauso kann das Zuhause von Heiligen der Letzten Tage auch heute von Freude, Glück und Zufriedenheit erfüllt sein, wenn das Licht des Evangeliums Jesu Christi in reichem Maß dort vorhanden ist und man beständig nach den Grundsätzen des Evangeliums lebt. Schließlich ist die Evangeliumsbotschaft eine Botschaft für die Familie.

    Zeile auf Zeile und Weisung auf Weisung legte der Herr Joseph Smith dar, daß das Evangelium dazu wiederhergestellt wurde, daß die Familie für immer miteinander verbunden sein kann. An dem Morgen, nachdem Joseph Smith der Engel Moroni erschienen war, arbeitete der Junge zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder auf dem Feld. Er war von den Erlebnissen der vergangenen Nacht erschöpft, und ihm fiel die Arbeit schwer. Sein Vater meinte, er sei krank, und schickte ihn ins Haus. Wie seine Mutter später berichtete, hielt Joseph unter einem Apfelbaum an, um sich auszuruhen. Fast unmittelbar darauf erschien ihm wieder der Engel Moroni. Als erstes sagte der himmlische Bote: „Warum hast du deinem Vater nicht das erzählt, was ich dir geboten habe, ihm zu erzählen?” Joseph antwortete: „Ich hatte Angst, mein Vater würde mir nicht glauben.” Da verhieß der Engel dem Jungen: „Er wird jedes Wort glauben, das du ihm sagst” (Eistory of Joseph Smith by His Mother, Seite 79.)

    Moroni erklärte Joseph Smith nachdrücklich, er solle seinen Eltern von seinen Erlebnissen und seinen neuen Erkenntnissen erzählen; sie sollten seiner Familie und anderen Familien zum Segen gereichen und ihnen zur Erhöhung verhelfen. Zweifellos bestärkte diese Erfahrung Joseph Smith in der Liebe zu seinen Eltern und in seinem Vertrauen darauf, daß sie ihn unterstützten. Als der Vater von Moronis Erscheinen erfuhr, erwiderte er voll Glauben, das, was sein Sohn da erlebt habe, sei von Gott (siehe Joseph Smith - Lebensgeschichte 1:50)). Diese Erwiderung ist typisch für den Glauben und das Vertrauen, das die Eltern angesichts aller Prüfungen im Leben des jungen Propheten an den Tag legten.


    ÜBER DEN TOD HINAUS

    Joseph Smith war sehr froh über die Glaubenstreue und die beständige Unterstützung durch seine geliebten Eltern. Das geht aus der Art hervor, wie er sich innig flehend an den Herrn wandte, als sein Vater 1835 krank war: „Ich kümmerte mich den ganzen Tag um ihn und flehte von Herzen im Namen Jesu Christi zu Gott, er möge ihn die Gesundheit wiedererlangen lassen, damit ich mit seiner Gesellschaft und seinem Rat gesegnet sei, was ich für den größten Segen auf der Erde hielt, nämlich mit Eltern gesegnet zu sein, deren Reife und Erfahrung sie befähigen, den allerbesten Rat zu gehen.” (History of the Church, 2:289.)

    Selbst wenn Joseph Smith mit seinen Aufgaben als Prophet und Präsident der Kirche sehr beschäftigt war, dachte er immer mit als erstes an seine Familie und an seine Eltern. Seinen Tagebucheintragungen für den 8. bis 11. Oktober 1835 – als er gerade wieder begonnen hatte, die Aufzeichnungen Abrahams zu übersetzen – ist die Sorge um seinen Vater abzulesen. Keine Angelegenheit war dringender oder wichtiger.

    „Donnerstag, 8. – Zu Hause. Ich habe voll Sorge meinen Vater gepflegt.

    Freitag, 9. – Zu Hause. Mich um meinen Vater gekümmert.

    Samstag, 10. – Zu Hause und das Haus meines Vaters besucht, dem es immer schlechter geht.

    Sonntag, H. Mich wieder um meinen Vater gekümmert, dem es sehr schlecht ging. Im stillen Gebet am Morgen sagte der Herr. ,Mein Knecht, dein Vater, wird leben.' .. .

    Abends kam Bruder David Whitmer. Wir flehten den Herrn in mächtigem Gebet im Namen Jesu Christi an und legten meinem Vater die Hände auf und befahlen der Krankheit zu weichen. Und Gott erhörte unser Beten -- zu unserer großen Freude und Zufriedenheit.” (History of the Church, 2:289.)

    So wie Joseph Smith seine glaubenstreuen Eltern liebte und um sie besorgt war, so überdauerte auch die Liebe zu seinen Geschwistern den Tod. Die Achtung vor seinem ältesten Bruder Alvin und die Sorge um ihn ist beispielhaft. Ehe Alvin 1823 starb, bat er Joseph und Hyrum noch eindringlich, das Haus für die Eltern, mit dessen Bau er begonnen hatte, zu vollenden. Dann ermahnte Alvin Joseph, das Evangelium getreu hervorzubringen (siehe History of Joseph Smith by His Mother, Seite 861.). Beide Bitten Alvins erfüllte Joseph Smith eifrig. Am 22. August 1842 brachte er seine große Liebe und Bewunderung für Alvin zum Ausdruck: „Ich erinnere mich noch gut an den Kummer, der meine junge Seele erfüllte und mir fast das empfindsame Herz brach, als er starb. Er war der älteste und edelste der Söhne meines Vaters. Er war einer der edelsten Menschensöhne” (History; f Joseph Smith by His ,Mother, Seite 333.)

    Welch unbeschreibliche Freude muß Joseph Smith erfüllt haben, als er am 21. Januar 1836 im Kirtland-Tempel in einer Vision seine Lieben im celestialen Reich Gottes sah: „Ich sah unseren Vater Adam und Abraham und meinen Vater und meine Mutter, meinen Bruder Alvin, der schon seit langem entschlafen ist.” (LuB 137:5.)

    Joseph Smith war auch über den Tod seines jüngsten Bruders, Don Carlos, im Jahre 1841, zutiefst betrübt. Als er später bei der Beerdigung von Ephraim Marks sprach, brachte er zum Ausdruck, wie sehr ihn dieser Verlust schmerzte:

    „Es ist eine sehr ernste und schreckliche Zeit; mir war nie ernster zumute. Es erinnert mich an den Tod meines ältesten Bruders, Alvin, der in New York gestorben ist, und meines jüngsten Bruders, Don Carlos Smith, der in Nauvoo gestorben ist. Es ist schwer für mich, auf der Erde zu leben und mitanzusehen, wie diese jungen Männer, deren Unterstützung und Trost wir brauchen, in ihrer Jugend von uns gerissen werden” (History of Joseph Smith by His Mother, Seite 333.)


    „VERMEHRTE LIEBE”

    Schlimmer als der Kummer, den Joseph Smith beim Tod dieser beiden geliebten Brüder empfand, war vielleicht der Kummer um einen anderen Bruder. Nach einer scheinbar belanglosen Auseinandersetzung wandte sich sein Bruder William gegen ihn und sagte sich auch von der Kirche los. Zusammen mit anderen Abtrünnigen bezeichnete er Joseph Smith in der Öffentlichkeit als „gefallenen Propheten”. Den schlimmsten Schaden richtete dies allerdings in der Familie an. Joseph Smith schildert Williams zornige Entfernung von der Kirche folgendermaßen:

    „Er ging nach Hause und säte die Saat der Zwietracht unter meinen Brüdern und nahm vor allem meinen Bruder Samuel gegen mich ein. Ich erfuhr bald, daß er auf der Straße laut gegen mich sprach, und darüber freuten sich unsere Feinde zweifellos.” (History of the Church, 2:297.)

    Trotz der Wunde, die sein rebellischer, aber geliebter Bruder ihm geschlagen hatte, empfand er nicht das Verlangen nach Vergeltung und war nicht verbittert – er war bloß geduldig und bereit zu vergeben. Sein Verhalten gegenüber seinem Bruder William ist ein gutes Beispiel dafür, wie man diesen weisen Rat des Herrn befolgt: So „wirst du danach aber demjenigen, den du zurechtgewiesen hast, vermehrte Liebe erweisen, damit er nicht meint, du seiest sein Feind, damit er weiß, daß deine Treue stärker ist als die Fesseln des Todes” (LuB 121:43,44).

    Daniel Tyler, der kurz nach William Smiths Abfall und den bitteren Anschuldigungen gegen seinen Bruder, den Propheten, eine Versammlung mit Joseph Smith besuchte, hat uns diesen zu Herzen gehenden Bericht über Joseph Smiths Sorge um seinen abtrünnigen Bruder hinterlassen: „Ich sah Trauer in seinem Antlitz und Tränen, die ihm über das Gesicht liefen. Wenige Augenblicke später wurde ein Lied gesungen, und er eröffnete die Versammlung mit einem Gebet. Statt sich aber der Gemeinde zuzuwenden, wandte er ihr den Rücken zu und kniete vor der Wand nieder, wohl um seinen Kummer und die Tränen zu verbergen.

    Jenes Gebet, in dem er sehr lange derer gedachte, die ihn beschuldigten, irregegangen und in Sünde verfallen zu sein, und in dem er den Herrn bat, ihnen zu vergeben und ihnen die Augen zu öffnen, damit sie das Rechte sähen, jenes Gebet . . . war von der Gelehrsamkeit und Beredsamkeit des Himmels erfüllt.” (Juvenile lnstructor, 15. Februar 1892, Seite 127.)

    Es ist ein Beweis für die innere Größe des Propheten, daß er die geistige Einigkeit in der Familie so hoch bewertete; Vergebungsbereitschaft und Liebe gewannen die Oberhand. Geduldig und liebevoll half er seinem Bruder William, in die Gemeinschaft der Familie und der Kirche zurückzukehren – trotz des Schadens, den er seinem Bruder Joseph und der Kirche zugefügt hatte.

    LIEBE – STÄRKER ALS DER TOD

    Unter Brüdern, Freunden und Führern der Kirche gab es keine Liebe oder Bindung, die stärker war als die zwischen Joseph Smith und seinem Bruder Hyrum. Joseph Smith hat geschrieben: ich könnte von Herzen beten, alle meine Brüder wären so wie mein geliebter Bruder Hyrum, der die Milde eines Lammes und die Redlichkeit eines Ijob besitzt und, um es kurz zu sagen, die Sanftmut und Demut Christi; und ich liebe ihn mit der Liebe, die stärker ist als der Tod, denn ich habe noch niemals einen Anlaß gehabt, ihn zu tadeln oder er mich." (History f the Church, 2:338.)

    Wenn alle Brüder und Schwestern es dem Propheten Joseph Smith gleich täten und ihre leiblichen Geschwister mit der Liebe lieben könnten, „die stärker ist als der Tod”, dann wären ihre Herzen für ewig miteinander verbunden, und das Zuhause würde zum Himmel auf Erden.

    „MEINE GELIEBTE EMMA”

    Den wichtigsten Platz bei der Erörterung darüber, wie beispielhaft Joseph Smith celestiale Beziehungen in der Familie vorgelebt hat, nimmt wohl die liebevolle Beziehung zu seiner Frau Emma und zu seinen Kindern ein. Ein Zeitgenosse des Propheten hat gesagt, sein wichtigstes Motto gleich nach „Gott und sein Reich” habe „Familie und Freunde” gelautet (siehe Johnson Letter, Seite 4). Für Joseph Smith war beides gleich wichtig, denn er hatte durch Erfahrung und durch Offenbarung vermittelt bekommen, daß er das eine nicht ohne das andere haben konnte.

    Joseph Smith machte schon früh in seiner Ehe die Erfahrung, daß er sich dem Werk des Herrn nur dann richtig widmen konnte, wenn in seiner Familie Eintracht herrschte. Während er an der Übersetzung des Buches Mormon arbeitete, hatte er einmal eine Auseinandersetzung mit seiner Frau, wie sie wohl in jeder jungen Ehe gelegentlich vorkommt. Joseph Smith, der zu der Zeit bei den Whitmers wohnte, ging nach oben, um mit der Übersetzungsarbeit fortzufahren, stellte aber fest, daß er es nicht konnte, denn „alles war finster”. Erst nachdem er sich in den Wald zurückgezogen hatte, um Vergebung zu erbitten, und als er Emma um Verzeihung gebeten hatte, kehrte der Geist des Herrn zurück, so daß er mit der Übersetzung fortfahren konnte (siehe B. H. Roberts, A Comprehensive History of the Church, 1:130f.).

    Der Prophet hatte in einer Vision gesehen, daß die Ehe ewigen Bestand haben soll. So nimmt es nicht wunder, daß er die Heiligen nachdrücklich lehrte, ihren Ehepartner von ganzem Herzen zu lieben und zärtlich und treu zu sein. Seine Liebe zu Emma und den Kindern ist Ausdruck seiner festen Überzeugung, daß die Familie für immer hestehen kann. Joseph Smiths Zeitgenossen berichten, daß er den Männern immer wieder riet, gut für ihre Frau zu sorgen, und sie warnte, wenn sie das nicht täten, würden sie im Jenseits nicht mehr zu ihnen gehören. Lucy Walker Kimball berichtet:

    „Der Prophet Joseph Smith hat oft über die Gefühle gesprochen, die zwischen Mann und Frau herrschen sollen, darüber, daß sie Partner sein sollen, ... einander in jeder Hinsicht das Liebste und Teuerste sein sollten. Er sagte, die Männer sollten gut achtgeben, wie sie ihre Frau behandelten.... Er sagte auch, viele würden am Morgen der Auferstehung in trauriger Enttäuschung erwachen; denn wegen Übertretung würden sie weder Frau noch Kinder haben." (They Knete the Prophet, Hg. Hyrum L. und Helen Mae Andrus, Salt Lake City, 1974, Seite 139.)

    einfaches aber bedeutsames Erlebnis bei dem Propheten Joseph Smith und seiner Familie hat auf den jungen Benjamin Johnson großen Eindruck gemacht. Eines Sonntagsmorgens saß er mit Joseph Smith im Gespräch zusammen, da kamen zwei der Kinder von Joseph und Emma Smith ins Zimmer - „so süß und strahlend und meine Aufmerksamkeit erheischend. Joseph sagte: ,Benjamin, schau dir diese Kinder an, wie könnte ich ihre Mutter nicht lieben?”'

    „Für mich”, so schreibt Benjamin Johnson, „war Emma die Königin seines Herzens und seines Hauses.” (Johnson Letter, Seite 4.)

    Joseph Smith praktizierte zweifellos, was er lehrte. Er wußte, wie wichtig eine liebevolle Ehe ist, die in Ewigkeit besteht. Seine Sorge um Emma kam darin zum Ausdruck, wie liebevoll er an ihrer Seite wachte, wenn sie krank war, und sie umsorgte und für ihre Gesundung betete. In seiner Tagebucheintragung von Sonntag, dem 2. Oktober 1842, findet sich dieser Salz: „Emma war weiterhin sehr krank. Ich war den ganzen Tag bei ihr.” Seine Eintragung von Donnerstag, dem 6. Oktober, vermittelt einen weiteren Einblick in seine zärtliche Liebe und Fürsorge und seine Sorge um ihr Wohlergehen: „Möge der Herr sie bald ihrer Familie zurückgehen, damit das Herz seines Dieners wieder getröstet sei.” (History f the Church, 5:167f.)

    Am innigsten hat Joseph Smith seiner Frau Emma und den Kindern seine Liebe wohl dann bekundet, wenn er wegen seiner Arbeit für die Kirche, wegen Verfolgung oder ungesetzlicher Verhaftung von seinen Lieben getrennt war. In Gedanken und im Herzen war er stets hei ihnen und sehnte sich nach ihnen. Auch wenn Joseph Smith mit dem Werk des Herrn beschäftigt war, das ihm so sehr am Herzen lag, dachte er doch auch immer an seine Familie und an ihr Wohlergehen. Während er im Oktober 1833 in New York und Kanada auf Mission war, schrieb er: „Mir ist sehr wohl zumute. Der Herr ist mit uns, aber ich mache mir große Sorgen um meine Familie.” (Historv of the Church, 1:419.) Joseph Smith und Sidney Rigdon flehten aus Sorge um ihre Familie den Herrn an und empfingen die Offenbarung, die in Abschnitt 100 von Lehre und Bündnisse enthalten ist und wo der Herr verheißt: „Eurer Familie geht es gut; sie befinden sich in meiner Hand, .. Darum folgt mir nach, .. . Darum sei euer Herz getrost.” (LuB 100:1,2,15.)

    Während einer früheren Mission nach New York hatte Joseph Smith seiner Frau Emma einen Brief geschrieben und seine wundersamen Erlebnisse in der großen Stadt geschildert. Er hatte die eindrucksvollen Gebäude und die großartigen Erfindungen ausführlich beschrieben. In Wirklichkeit sehnte er sich aber nicht nach den Wundern der Welt, sondern nach seinem Zuhause. „Nachdem ich alles gesehen hatte, was ich mir nur wünschen konnte, kehrte ich in mein Zimmer zurück, um nachzudenken und meinen Sinn zu beruhigen, und siehe, die Gedanken an zu Hause, an Emma und Julia überfluteten mich, und ich wünschte mir einen Augenblick lang, ich wäre hei ihnen. Ich bin ganz von den zärtlichen Gefühlen eines Vaters und Ehemanns erfüllt.” (The Personal Writings of Joseph Smith. Hg. Dean C. Jessee, Salt Lake City, 1984, Seite 253.)

    Joseph Smith war überaus traurig und einsam, wenn er, wie lange auch immer, von seiner Familie getrennt war. Wie muß es ihm zugesetzt haben, daß er sich so häufig verbergen und untertauchen mußte, weil der Pöbel ihm nach dem Leben trachtete. Einmal brachten seine Freunde ihn wieder in ein anderes Versteck, da bestand er unterwegs darauf, daß sie an seinem Haus vorbeifuhren. Als er sah, daß gerade keine Feinde in der Nähe waren, eilte er ins Haus, kniete an den Betten seiner Kinder nieder und sprach ein kurzes Gebet für sie. Er küßte jedes Kind und seine geliebte Frau Emma, dann eilte er aus der Tür und in sein neues Versteck. (Siehe E. Cecil McGavin, The Family of Joseph Smith, Salt Lake City, 1963, Seite 138.)

    Zu einer anderen Zeit, als Joseph Smith sich wieder einmal vor denen, die ihm nach dem Leben trachteten, verbergen mußte, bekundete er die Liebe zu seiner Frau auf die rührendste \Weise. Er muß sich sehr danach gesehnt haben, bei seiner Frau und den Kindern zu sein, aber solange er verfolgt wurde, konnte er sie nur insgeheim und für kurze Zeit sehen. Nach einem solchen Besuch bei seiner Frau Emma schrieb er:

    „Welch unaussprechliches Entzücken und welche Herzensfreude habe ich empfunden, als ich an dem Abend meine geliebte Emma, meine Frau, die Frau meiner Jugend, die Wahl meines Herzens, bei der Hand nahm. Vieles ging mir durch den Sinn, als ich einen Augenblick lang die vielen Szenen vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen ließ, die wir zusammen durchgemacht haben — die Erschöpfung und Mühe, den Kummer und das Leid, aber auch die Freude und den Trost, die uns immer wieder zuteil geworden sind. Ach, so viele Gedanken sind mir in dem Augenblick durch den Kopf gegangen, und auch jetzt ist sie da, in allergrößten Schwierigkeiten, unerschütterlich und fest — meine unwandelbare, liebevolle Emma!” (History of the Church, 5:107.)

    Oh er sich vor dem Pöbel versteckte oder In schmutzigen Kerkern gefangensaß, die Liebe zu seiner Frau Emma und zu den Kindern tröstete ihn und verlieh ihm die Kraft, die Bedrängnisse zu ertragen und zu seiner Familie zurückzukehren. Seine Liebe wurde durch diese schwierigen Zeiten der Trennung gewiß noch stärker. Aber am glücklichsten war Joseph Smith, wenn er uneingeschränkt mit seiner Familie zusammensein konnte. In seinem Tagebuch finden sich viele Eintragungen wie die folgende: „27. März 1834 — Bin zu Hause geblieben und habe mit meiner Familie viel Spaß gehabt” (History of the Church, 2:44.)

    Heute meinen viele Menschen, sie könnten sich nur fern von ihrer Familie erholen und entspannen. Aber aus der liebevollen Beziehung des Propheten zu seiner Familie können wir viel lernen. Im August 1838 sagte er, wegen der „großen Anstrengungen und der aufreibenden Pflichten der letzten Zeit”, sei er drei Tage zu Hause bei seiner Familie geblieben, um sich zu erholen (siehe History of the Church, 3:55). Sein Erfolg als Ehemann, Vater, Sohn und Bruder war für seinen Erfolg als Prophet ganz wesentlich.

    In unserer materialistischen Welt mit ihrer Hektik und den vielen Anforderungen an unsere Zeit lassen wir uns leicht in bezug auf das, was am wichtigsten ist, täuschen. Aber das Beispiel des Propheten Joseph Smith zeigt uns noch immer, daß unsere Familie das ist, was im Leben wirklich zählt, denn in der Familie ist wahre Freude zu finden, und hier können wir den größten Dienst leisten.

    Die Leistungen von Joseph Smith und seine innere Größe können uns allen als Beispiel dienen. Aber ein einzigartiger Aspekt seiner Größe — einer, der auch uns groß werden läßt, wenn wir ihm nacheifern — kommt am besten in dieser schlichten, häufig vorkommenden Tagebucheintragung des Propheten zum Ausdruck: „Ich war hei meiner Familie.” (History of the Church, 4:550.)

    Brent L.Top ist Assistenzprofessor für Geschichte und Lehre der Kirche an der Brigham Young University in Provo.