Folgt dem Propheten
geschrieben von mormonen | 5 Jun, 2008Clyde J. Williams Die Erfahrungen, die Lehis Nachkommen gemacht haben, zeigen ganz deutlich, dass es klug ist, wenn man auf die Propheten des Herrn hört. von der ersten bis zur letzten Zeile kann das Buch Mormon als Handbuch dafür dienen, wie man auf die Propheten hört. Die Segnungen, die einem zuteil werden, wenn man die Worte der Propheten beherzigt, werden an Beispielen deutlich gemacht, ebenso wie die Gefahren, die damit verbunden sind, wenn man die Weisungen der Propheten verwirft. Daher ist das, was das Buch Mormon zu sagen hat, heute genauso wichtig wie zu der Zeit, als es geschrieben wurde. Ja, das Buch Mormon ist sogar nur deshalb vorhanden, weil es Menschen gab, die die Worte der Propheten befolgten. Lehi und die weiteren Propheten im Buch Mormon sind ein lebendiger Beweis dafür, dass Gott der Herr nichts tut, „ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat" (Amos 3:7). So wie der Herr seine Kinder immer warnt, ehe er Richtersprüche auf sie herabsendet (siehe 2. Nephi 25:9), so erfüllt er auch immer die Verheißungen, die er durch seine Propheten ausgesprochen hat (siehe Alma 50:19-22; 3. Nephi 1:20; Etherl5:3).
Die Gefahren des Ungehorsams
Die Geschichte von. Lehis Nachkommen ist ein klassisches Beispiel dafür, was mit Menschen geschieht, die nicht auf die Worte der Propheten hören. Im Buch Mormon wird berichtet, dass dies zu Knechtschaft (siehe Mosia 12:2; 21:13), Hungersnot (siehe Helaman 11:4,5; Ether 9:29,30), Verblendung und Schlechtigkeit (siehe 3. Nephi 2:1—3) sowie Kummer und Zerstörung (siehe Alma 9:18; 16:9; 3. Nephi 8; Mormon 6; Ether 15) geführt hat, Außerdem wird im Buch Mormon ganz deutlich, dass der Geist des Herrn aufhört, sich mit Menschen abzumühen, die die Propheten und deren Botschaft verwerfen (siehe l. Nephi 7:14; Mormon 5:16; Ether 15:19). Sie befinden sich dann ganz in der Gewalt des Satans (siehe Helaman 16:22,23; Ether 15:19). Und wenn der Satan jemanden erst einmal in seiner Gewalt hat, dann wird der Betreffende blind für die Wahrheit und versteht die Worte der Propheten nicht mehr, die zu ihm gesprochen werden (siehe Alma 10:25). Anstatt auf die Propheten zu hören, kämpfr er gegen sie, weil er nicht mehr rechtschaffen ist (siehe 2. Nephi 10:16).
So wie zur Zeit des Jakob verwerfen auch heute viele Menschen die „Worte der Klarheit", die die Propheten aussprechen, weil sie lieber nach Geheimnissen suchen, die man nicht verstehen kann (siehe Jakob 4:14). Eider Dean L. Larsen, ein inzwischen emeritiertes Mitglied der (Jakob 4:14); verblenden ließ, kamen ihnen das Verständnis vom Erlösungswerk des wahren Messias und der Glaube daran abhanden, und konnten den Zweck des Lebens nicht mehr erkennen. Wer sich mir der Geschichte des Volkes Israel befasst, wird Jakobs Behauptung bestätigt finden,"
Es ist wichtig, dass man unverzüglch auf die Propheten hört
Am Wirken Abinadis wird deutlich, wie wichtig es ist, dass man prophetische Warnungen unverzüglich beherzigt. Als Ahinadi die Nephiten im Land Lehi Nephi das erste Mal warnte, hörte niemand auf seine Ermahnung, Umkehr zu üben, damit er nicht in Knechtschaft gerate (siehe Mosia 11:21). Als Abinadi zwei Jahre später wieder ins Land kam, wurden seine Warnungen deshalb drängender. Nun prophezeite er, dass die Nephiten in Knechtschaft geraten und, wenn sie dann noch immer nicht Umkehr übten, vernichtet würden (siehe Mosia 12:2,8).
König Noa und die meisten seiner Untertanen verwarfen Abinadis Warnungen und wurden schließlich entweder vernichtet oder in Knechtschaft geführt (siehe Mosia 19:15-20, 21:4-10''). Alma und seine Anhänger jedoch hörten auf Abinadi, entgingen der Vernichtung und erlebten, wie ihnen während der vom Propheten vorhergesagten Knechtschaft die Last leicht gemacht wurde (siehe Mosia 17:2;18:6,7,34, 24:8-17).
Von Alma und seinen Anhängern lernen wir, dass es viel besser ist, den Rat des Propheten unverzüglich zu beherzigen. Wenn man den Gehorsam bzw. die Umkehr aufschiebt, erlebt man nur Kummer und Reue. Elder Henry B. Eyring vom Kollegium der Zwölf Apostel hat über diesen Grundsatz Folgendes gesagt:
„Wenn wir den prophetischen Rat nicht annehmen, fällt es uns in Zukunft schwerer, inspirierten Rat anzunehmen. Der beste Zeitpunkt für den Entschluss, Noach beim Bau der Arche zu helfen, war, als er zum ersten Mal fragte. Jedes weitere Mal, wenn er fragte, bedeutete die Ablehnung, dass man weniger empfänglich wurde für den Geist. Und so sah seine Bitte immer törichter aus, bis der Regen kam. Und da war es zu spät. Jedes Mal, wenn ich beschlossen habe, inspiriertem Rat erst später zu folgen, oder wenn ich gemeint habe, ich sei eine Ausnahme, habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich in Gefahr begeben hatte. Jedes Mal, wenn ich auf den Rat der Propheten gehört habe, wenn ich durch Beten eine Bestätigung dafür erhalten und ihn dann befolgt habe, habe ich festgestellt, dass ich mich auf die Sicherheit zubewegte. Und unterwegs habe ich dann festgestellt, dass mir der Weg bereitet worden war, dass die unebenen Stellen geglättet worden waren. Gott hat mich auf einem Weg, der mit liebevoller Fürsorge bereitet worden war, der manchmal schon lange zuvor bereitet worden war, in Sicherheit gebracht."
Im Buch Mormon finden wir Geschichten von Menschen wie Alma dem Jüngeren, Amulek und Zeezrom, die ihr bisheriges Leben hzw. beim Volk beliebte Ansichten aufgeben mussten, um auf den lebenden Propheten zu hören. Das ist meistens nicht so einfach und kann dazu führen, dass man seine Freunde und sein Ansehen verliert (siehe Alma 14:6,7, 15:3). Elder Neal A, Maxwell, der jetzt dem Kollegium der Zwölf Apostel angehört, hat einmal gesagt: „Es gibt immer Momente, wo die Verlautbarungen des Propheten mit unserem Stolz bzw, unseren eigenen Interessen kollidieren. Wir müssen so sein wie Präsident Marion G. Romney 1897-1988, der demütig gesagt hat: ,Ich habe immer ohne Zögern den Rat der Autoritäten der Kirche befolgt, und zwar auch dann, wenn er im Gegensatz zu meinem eigenen gesellschaftlichen, beruflichen und politischen Leben stand."' (Things As They Really Are, 1978, Seite 73.) Weil Alma, Amulek, Zeezrom und auch Präsident Romney sich dafür entschieden hatten, auf den Propheten zu hören, wurden ihnen schließlich mehr Frieden, Freude und Weisung zuteil.
Den Propheten nicht kritisieren
Die Worte eines Propheten sind nicht immer das, was das Volk gerne hören möchte. Das wird an den Erfahrungen deutlich, die Samuel der Lamanit gemacht hat. Er predigte Umkehr und prophezeite das, was der Herr ihm ins Herz gegeben hatte (siehe Helaman 13:2,3). Samuels Botschaft war aber nicht nur Warnung, sondern vermittelte auch Hoffnung (siehe Helaman 13:5,6,30-33, 14:11-13).
Wenn er lehrte, wurden die Schlechten zornig, schrieben seine Macht dem Teufel zu und bewiesen mit ihrer eigenen Logik, dass seine prophetischen Worte jeder Vernunft widersprachen (siehe Helaman 16:2,6,16-18).
Sie meinten, Prophezeiungen seien schlechte Überlieferungen, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben worden seien - Überlieferungen, deren Wahrheitsgehalt niemand beweisen könne (siehe Helaman 16:20). Über die Neigung der Ungläubigen, prophetischem Rat mit menschlicher Logik zu begegnen, hat Präsident N. Eldon Tanner (1898-1982) von der Ersten Präsidentschaft Folgendes gesagt: „Wir wollen uns immer vor Augen halten: ... Je mehr wir selbst vom Weg abweichen und je weniger wir auf Gott eingestimmt sind, desto eher sind wir geneigt, in anderen Menschen nach Fehlern und Schwächen zu suchen und unsere eigenen Fehler zu entschuldigen und zu rechtfertigen, anstatt uns zu bemühen, ein besserer Mensch zu werden. Es ist doch fast unweigerlich so, dass die Führer und die Lehren der Kirche von denjenigen am heftigsten kritisiert werden, die nicht ihre volle Pflicht tun, die den Führern nicht nachfolgen und die nicht nach den Lehren des Evangeliums leben.." („Judge Not, That Ye Be Not Judged", Ensign 1973 S. 35)
Im Buch Mormon kommt es immer und immer wieder vor, dass Menschen die Weisheit bzw. den Charakter eines Propheten in Frage stellen. Schon von Anfang an bezweifelten Laman und Lemuel die Weisungen ihres Vaters, des Propheten. Scherem säte Zweifel an der Lauterkeit deh Jakob (siehe Jakob 7:7), und Korihor stellte Almas Ehrlichkeit und seine Beweggründe in Frage (siehe Alma 30:31.32).
Auch wenn Propheten nur Menschen sind und Schwächen haben (siehe l. Nephi 16:20; Ether 2:14), ist der Herr sehr wohl in der Lage, sie so zu lenken, wie er es möchte. „Auch Propheten brauchen Hilfe, so wie wir alle", hat Elder Neal A. Maxwell vom Kollegium der Zwölf Apostel gesagt. „Doch der Herr ist sehr wohl in der Lage, dies ohne eine ganze Schar von Helfern zu leisten."(„A Brother Offended", Ensign, Mai 1982, Seite 39.)
Der Ruf, Christus nachzufolgen ergeht an alle
Letztendlich ist es ja so, daas derjenige, der auf die Propheten hört, auch Jesus Christus nachfolgt. Alle Propheten im Buch Mormon haben vom Erretter gepredigtund erklärt, dass wir ihn annehmen und ihm nachfolgen müssen. (Siehe Jakob 7:11 Mosia 13:33.) Beispiele:
*Die Propheten Zenos, Zenoch und Nehum haben von Christus und seinem Sühnopfer Zeugnis gegeben (siehe l. Nephi 19:10).
*Lehi hat erklärt, dass wir nur „durch das Verdienst und die Barmherzigkeit und die Gnade des heiligen Messias" errettet werden können (siehe 2. Nephi 2:8).
*Nephi hat verkündet: „Wir reden von Christus, wir freuen uns über Christus, wir predigen Christus, wir prophezeien von Christus." (2. Nephi 25:26.) Nach seinen eigenen Worten hat er Jesaja nur deshalb zitiert, um sein Volk noch vollständiger zu bewegen, „an den Herrn, ihren Erlöser, zu glauben" (l. Nephi 19:23).
*Jakob gab seinem großen Wunsch Ausdruck, er könnte „alle Menschen dazu bewegen", dass „sie an Christus glauben" (Jakob 1:8).
*Enos verkündete sein ganzes Leben lang die „Wahrheit, die in Christus ist" (Enos 1:26).
*Die Propheten zur Zeit Jaroms waren bemüht, die Menschen zu bewegen, „nach dem Messias auszuschauen und so an sein Kommen zu glauben, als sei er schon gekommen" (Jarom 1:11).
*Amaleki bat seine Leser, dass „ihr zu Christus kommt" und „an der Macht der Erlösung durch ihn teilhabt" (Omni 1:26).
*König Benjamin war lange Zeit bemüht, sein Volk zusammen mit vielen heiligen Propheten bereitzumachen, den Namen Christi auf sich zu nehmen (siehe Worte Mormons 16-18, Mosia 1:11; 3:17; 5:8-10).
*Ahinadi sagte dem Volk mahnend, dass ihm nur durch das Sühnopfer Christi Errettung zuteil werden würde (siehe Mosia 13:28,33).
*Alma der Jüngere erklärte seinem Volk, was es tun musste, um sein Abbild in ihren Gesichtsausdruck aufzunehmen und Christus, ihrem Hirten, nachzufolgen (siehe Alma 5:14,38).
*Alma und Amulek lehrten die armen Zoramiten, dass das Wort in Christus ist und dass ohne sein. Sühnopfer alle Menschen verloren wären (siehe Alma 34:6,9).
*Helaman, der Sohn Helamans, erklärte seinen Söhnen, dass sie ihr Leben „auf dem Fels eures Erlösers - und das ist Christus, der Sohn Gottes - legen" mussten (siebe Helaman 5:12).
*Samuel der Lamanit predigte den Nephiten in der ausdrücklichen Absicht, den Nephiten zu helfen, damit sie „vom Kommen Jesu Christi, des Sohnes Gottes", wussten und „an seinen Namen glauben" mochten (siehe Helaman 14:12).
*Viele Propheten, die unmittelbar vor dem Erscheinen des Erretters auf dem amerikanischen Kontinent wirkten, gaben Zeugnis von der Erlösung durch Christus, die bald vollbracht werden sollte (siehe 3. Nephi 6:20).
*Selbst lange nach dem Erscheinen des Erretters bei den Nachkommen Lehis verkündigten die Propheten Mormon und Moroni, wie wichtig es ist, dass man Jesus Christus wahrhaft nachfolgt und zu ihm kommt (siehe Moroni 7:41,48;10:30,32,33).
So waren also alle Propheten des Buches Mormon bemüht, ihre Mitmenschen zu Christus zu führen, und zwar deshalb, weil wir — wie sie bezeugten - nur dann errettet werden, wenn wir bis ans Ende ausharren, indem wir dem Beispiel des Sohnes des lebendigen Gottes nachfolgen (siehe 2. Nephi 31:6).
Wer dem lebenden Propheten folgt, ist in Sicherheit
In jeder Generation müssen die Menschen den Rat der Propheten annehmen und anwenden. Wer den Propheten nachfolgt, ist in Sicherheit. Das gilt besonders für die heutige Zeit. Zur Zeit Nephis wurden diejenigen, „die an die Warnungen und Offenbarungen Gottes glaubten" (2. Nephi 5:6) damit belohnt, dass sie „auf diese Weise glücklich" lebten (2. Nephi 5:27). Dankbar lernen wir von Alma dem Älteren und seinem Volk, dass sich große Segnungen zutragen werden, und zwar auch dann, wenn es nur wenige Menschen gibt, die auf den Propheten hören (siehe Mosia 18:24). Wer die große Zerstörung im Land der Nephiten überlebt hatte, der war nur deshalb verschont geblieben, weil er „die Propheten empfangen" hatte (siehe 3. Nephi 10:12). Der Herr har jeder nephitischen Generation Propheten gesandt, die das Volk unterweisen und warnen und es für sein Kommen bereitmachen sollten. So wird es auch beim Zweiten Kommen sein.
Heute sendet der Herr uns Propheten aus dem gleichen Grund. Um es mit Präsident James E. Faust, dem Zweiten Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, zu sagen: „Uns ist verheißen, dass der Präsident der Kirche als Offenbarer für die Kirche Führung für uns alle empfängt. Wenn wir auf das, was er sagt, achten und seinem Rat Folge leisten, sind wir sicher." („Fortdauernde Offenbarung", Der Stern, Januar 1990).
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