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Der Prophet Joseph Smith studierte ernsthaft die Bibel

geschrieben von mormonen | 2 Mai, 2008
    Der Herr hat durch den Propheten Joseph Smith mehr heilige Schrift hervorgebracht als durch irgendeinen anderen Propheten, sei es einer aus alter Zeit oder einer der Neuzeit. Indem er uns das Buch Mormon, das Buch ,Lehre und Bündnisse', die Köstliche Perle und die inspirierte Überarbeitung der Bibel gab, sind wir auch einhundertfünfzig Jahre nach seinem Wirken immer noch gesegnet.
    Joseph Smith war nicht nur Wiederhersteller und Offenbarer von Schriften, sondern er studierte sie auch ernsthaft. Über viele Jahre beschäftigte er sich hauptsächlich mit dem Bibelstudium, und das mit großem Erfolg.
    Die Berichte zeitgenössischer Zeugen besagen, er habe aus der Bibel so viel gelernt, daß er etliche Passagen zitieren oder mit eigenen Worten wiedergeben konnte, ohne dabei auf den Text zu schauen. In seinen Ansprachen fanden sich biblische Belehrungen und Beispiele, was nicht nur auf Kenntnis der Bibel, sondern auch auf ein Verstehen ihrer Lehre hinwies, was hei ihm ausgeprägter vorzufinden war als bei sonst einem seiner Zeitgenossen.
    Der Prophet wußte um den Preis des ernsthaften Studiums, den man bezahlen muß, um die Schrift zu verstehen. Zum Beispiel kommt in seinen Tagebüchern oft zum Ausdruck, wie er sich bemühte, der hebräischen Sprache mächtig zu werden, um das Alte Testament besser zu verstehen. Das Erlernen der hebräischen Sprache war, wie die Tagebücher bezeugen, sehr wichtig für ihn. (Siehe The Personal Writings of Joseph Sntith, Seite 91f.)
    Dreierlei verdanken wir Joseph Smiths Bibelstudium. Das ist den Mitgliedern nicht so bekannt, aber dennoch wichtig:
    1. Die Bibelübertragung von Joseph Smith — die inspirierte Überarbeitung der Bibel durch den Propheten – ist das direkte Ergebnis von jahrelangem Studium, Nachsinnen, Beten und Inspiration. Zu ihr gehören „Auszüge aus den Schriften des Mose” und „Joseph Smith — Matthäus” in der Köstlichen Perle sowie Hunderte von anderen wichtigen Andenrogen und Zusätzen, die zum größten Teil in den Fußnoten oder im Anhang der englischen Bibel aus dem Jahre ].979 zu finden sind.
    2. Viele Offenbarungen im Buch ,Lehre und Bündnisse sind das Ergebnis von Fragen des Propheten, als er mit dem Studium und der Überarbeitung der Bibel beschäftigt war. Die Abschnitte 76, 77 und 91 sind dafür gute Beispiele, doch gibt es noch viele andere.
    3. Der Prophet lernte das Evangelium größtenteils durch sein inspiriertes Bibelstudium kennen. Wenn er aus der Bibel lehrte, gab er seine Erkenntnis an andere weiter. Seinen schriftlich festgehaltenen Ansprachen ist zu entnehmen, daß ein bedeutender Teil seiner öffentlichen und privaten Belehrungen der Deutung biblischer Passagen galt. (Siehe The Words of Joseph Smith.)
    Durch diese auf die Bibel gegründeten Ansprachen und Belehrungen übermittelte er seine durch Offenbarung empfangene Erkenntnis an diejenigen, die sie wiederum an spätere Generationen überlieferten. Dadurch sind wir Erben dessen, was ihm offenbart worden ist.
    Der Prophet nahm die Bibel sehr ernst, dennoch war er sich ihrer Beschränkungen bewußt und wies auf Schwierigkeiten hin, die sich durch die Textüberlieferungen ergeben haben. Folgende Zitate sind dafür kennzeichnend:
    „Viele wichtige Punkte bezüglich der Errettung der Menschen (sind) aus der Bibel herausgenommen worden oder schon vor der Zusammenstellung der Bibel verlorengegangen” (Lehren des Propheten Joseph Sntith, Seite 12.)
    „In der Bibel steht vieles, was in seiner jetzigen Form nicht mit dem übereinstimmt, was der Heilige Geist mir offenbart hat.” (Lehren des Propheten Joseph Sntith, Seite 316.)
    „Ich glaube der Bibel, und zwar in dem Wortlaut, wie er den Verfassern ursprünglich aus der Feder geflossen ist. Unwissende Übersetzer, nachlässige Abschreiber sowie berechnende und verderbte Priester haben allerdings viele Fehler hineingebracht.” (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 334.) In dieser Anmerkung wies der Prophet auf drei Quellen hin, die hei der Uherlieferung der Bibel für Unstimmigkeiten verantwortlich sind. Wer schon einmal eine neue Sprache gelernt hat, kann Verständnis für die „unwissenden Übersetzer` haben; wer als Stenotypist arbeitet oder Notizen macht, hat vielleicht Mitgefühl mit den „nachlässigen Abschreibern”. Nur die Fehler der „berechnenden und verderbten Priester” sind mit böser Absicht gemacht worden.
    Der B. Glaubensartikel bringt dies prägnant zum Ausdruck: „Wir glauben, daß die Bibel, soweit richtig übersetzt, das Wort Gottes ist.”
    Aufgrund der angeführten Zitate ist es wahrscheinlich, daß „übersetzt” den ganzen Übersetzungsverlauf umfaßt –von der an den ursprünglichen Propheten gerichteten Offenbarung über die vielfachen Abschriften bis zur Veröffentlichung der Uhersetzung in der heutigen Zeit.
    Obwohl Joseph Smith offen auf Beschränkungen der Bibel hingewiesen und einen Großteil seines Lebens dazu verwendet hat, kostbare Wahrheiten, die Gott den Altvorderen offenbart hatte, wiederherzustellen, hat seine Liebe zur Bibel niemals gewankt. Für ihn war das Bibelstudium ein wichtiger Teil seiner prophetischen Berufung. Er lehrte aus der Bibel nicht nur mit Kraft, sondern auch mit Uberzeugung und Liebe. Folgende Äußerung faßt seine Empfindungen zusammen und sollte für jeden, der das heilige Buch studiert, eine Richtschnur sein: „Wer
    es am öftesten liest, wird es am meisten schätzen.” (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 59.)
    Church News 6. Januar 1990