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Brigham Young -- ein Mann mit Entschlußkraft

geschrieben von mormonen | 26 Mär, 2008
Brigham Young konnte nur deshalb ein so guter Führer sein, weil er unerschütterlichen Glauben an Gott besaß.

Brigham Young ist zurechtr als großer Führer mit Realtätssinn bekannt. Seite Zeitgenossen und die Forscher, die sich mit seinem Leben befaßt haben, weisen auf seine geistige Beweglichkeit, sein Urteilsvermögen und seinen gesunden Menschenverstand hin. Nachdem der Franzose Jules Remy Brigham Young in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts kennengelernt hatte, kam er zu dem Schluß, daß nur wenige Männer „in so ausgeprägtem Maße wie er die Eigenschaften besitzen, die einen hervorragenden Politiker und einen fähigen Verwalter ausmachen”.
Doch nur wenigen Forschern ist aufgefallen, daß Brigham Youngs Erfolg weniger auf seinen Realitätssinn als auf seinen Gottesglauben und seine innere Kraft zurückzu­führen ist. Sein Glaube konzentrierte sich auf einige wenige wichtige Punkte: Gott offenbart den Menschen seinen Willen, Joseph Smith war Gottes Sprecher und Prophet, und Gott greift in die Angelegenheiten des Menschen ein.
Brigham Young war ein furchtloser Führer, weil er sich des Weges und des Zieles sicher war. Brigham Youngs Einstellung zum Leben und zur Menschenführung war einfach: "Meine Religion besteht darin, Gottes Willen zu erkennen und zu tun." Jeden Tag strebte er danach, zu erfahren, was Gott jetzt von ihm wollte –was er heute tun sollte. Und wenn er sich einmal über seine Aufgabe im klaren war, setzte er alles in Bewegung, um sie auch zu erfüllen. „Wenn ich über mich nachdenke, denke ich nur eins – ich habe den festen Willen in mir, und ich werde auf jeden Fall meine Pflicht tun." Dieser feste Vor­satz, seine Pflicht tun zu wollen, war die Grundlage seines festen Glaubens: Wenn jemand im Auftrag des Herrn handelt und alles in seiner Macht Stehende tut, dann wird Gott den Rest tun.
Aber diese Gewißheit war Brigham Young nicht immer zueigen gewesen. Ehe er die Kirche kennenlernte, hatte er ein trauriges Leben geführt. Brigham Young wurde am 1. Juni 1801 im Staat Vermont geboren. Er glaubte zwar an Gott, konnte ihn aber nicht finden und fragte sich oft, was wohl der Sinn seines Lebens sei. Aber als er sich mit 30 Jahren nach vielen Monaten der Prüfung und des Nach­denkens zur Kirche bekehrte und taufen ließ, wurde er ein anderer Mensch. „Mit fester Entschlußkraft” wie er später vor Augen und mit einem Gottesglauben, der durch die späteren Ereignisse nur noch fester wurde.
Brigham Youngs Glaube wurde 1834 im Zionslager auf die Probe gestellt. Dort gewann er größeres Vertrauen zu Joseph Smith und Gott sowie mehr Selbstvertrauen, was seine Rolle als Gottesknecht betraf. Das gleiche wiederholte sich in den Jahren 1840/41, als er unter äußerst schwierigen Bedingungen mit den Zwölf in Großbritannien diente. Dieses Erlebnis machte aus Brigham Young und den übrigen Aposteln eine kraftvolle Gemeinschaft. Nach ihrer Rückkehr übertrug der Prophet Joseph Smith ihnen, nämlich dem Kollegium der Zwölf, neue Aufgaben, und während der nächsten drei Jahre erteilte er ihnen bei jeder sich bietenden Gelegenheit Rat.
1844 mußte Brigham Young als Folge des Mordes an Joseph und Hyrum Smith eine neue Führungsrolle übernehmen. Obwohl er noch trauerte und zögerte, in die Fußstapfen des Propheten treten zu wollen, wußte er doch, was von ihm erwartet wurde. Er und die Zwölf traten unverzüglich vor, weil es ihre „unverzichtbare Pflicht” war. Sein Verhalten in den ersten Monaten und dann später, als er die Mitglieder in die Sicherheit der Rocky Mountains führte, macht ganz deutlich, wie er sich sah, nämlich als Mensch, der die ihm von Gott gegebenen Talente nutzte, um die Aufgabe zu erfüllen, die der Herr und der Prophet Joseph Smith ihm hinterlassen hatten.
Nach dem Tod Joseph Smiths war sich Brigham Young vollkommen im klaren über das, was nun zu geschehen hatte: Zuerst mußten die Mitglieder den Nauvoo-Tempel vollenden und dort die Begabung empfangen, und dann mußten sie sich eine neue Heimat suchen, nämlich den prophezeiten Zufluchtsort im Westen. Diesen Aufgaben widmete Präsident Young seine ganze Aufmerksamkeit. Und seine Begeisterung war so ansteckend, daß die Fertigstellung des Tempels unter der Federführung der Zwölf rasante Fortschritte machte.
Leider machte dieser rasante Fortschritt den Mitgliedern Feinde, die befürchteten, sie konnten die Mormonen nicht mehr aus Nauvoo vertreiben, wenn diese erst einmal ihren Tempel fertiggestellt hatten. Deshalb schworen sie, sie schon vorher zu vertreiben. Angesichts möglicher Feindseligkeiten zögerte Brigham Young im Januar 1845 kurz: sollten sie den Tempel fertigstellen, selbst wenn das Blutvergießen bedeutete? Die Antwort darauf schrieb er in sein Tagebuch: „Ich fragte den Herrn, ob wir hierbleiben und den Tempel fertigstellen sollten. Er antwortete, daß wir das tun sollten..”
Dermaßen bestärkt trieb Brigham Young die Angelegenheit mit eisernem Willen weiter. Im Mai wurde der Schlußstein gelegt, und die Zwölf verkündeten, daß die Begabungen im Dezember beginnen sollten. Dieser Zeitplan wurde auch eingehalten. Brigham Young sprach während dieser Zeit eine deutliche Sprache, unter anderem auch, um möglichen Feinden Angst einzujagen und sie von Bluttaten abzuhalten. „Wir erleiden lieber Unrecht, als selbst Unrecht zu tun", war sein Motto, und der Glaube daran, daß der Herr den Weg gewiesen hatte und das Ergebnis bestimmen werde, ermöglichte ihm sein kühnes Auftreten.
Obwohl Präsident Young die größte Armee in Illinois befehligte. weigerte er sich doch, die Miliz von Nauvoo auszusenden, als die Unruhen schließlich im September 1845 losbrachen. Statt dessen sprachen er und die übrigen Apostel inbrünstige Gebete und leiteten damit, wie der Historiker B. H. Roberts schreibt, „beispielhaft die Zeit des Betens in der Kirche” ein.
Während die Arbeit am Tempel in einem spannungsgeladenen Frieden weitergeführt wurde, wandte Präsident Young seine Aufmerksamkeit im Frühjahr 1845 nach Westen. Joseph Smith hatte im privaten Kreis von einem „sicheren Ort weit weg in Richtung Rocky Mountains" gesprochen, der auf die Mitglieder warte. Nur wenige Wochen vor seinem Märtyrertod hatte der Prophet die Zwölf beauftragt, diesen Zufluchtsort zu suchen.
Präsident Young betrachtete es nicht als Opfer, sein Zuhause und den Tempel zu verlassen, denn er wußte, daß die Bestimmung der Mitglieder nicht in Nauvoo lag, sondern im Westen. Dort, so glaubte er, sollten sie ein mächtiges Volk werden; dort konnten sie in Sicherheit neue Häuser und einen neuen Tempel bauen. Als dann der Pöbel im September 1845 die Siedlungen in der Umgegend von Nauvoo angriff, nutzte er die Gelegenheit, den lange geplanten Auszug öffentlich anzukündigen. Seine größte Sorge war es, den richtigen Ort zu finden. Nachdem er in seinem Raum im Tempel oft gefastet und gebetet hatte, sah er in einer Vision den richtigen Ort vor sich und spürte, daß er ihn wiedererkennen würde. Nun war er beruhigt; er war bereit.
Einen Monat später setzten Brigham Young und die ersten Mitglieder über den Mississippi, obwohl es noch Winter war. Es war, als werde Präsident Young von einer unsichtbaren Hand nach Westen gezogen. „Du darfst nicht glauben, ... daß es mir schwerfällt, mein Zuhause zu verlassen”, schrieb er seinem Bruder Joseph, als sie das weite Gras­land Iowas erreicht hatten. „Nein, weit gefehlt. ... Dort vorne sieht es schön aus, doch finster ist der Blick zurück” nach Nauvoo. Doch der Zug durch Iowa erwies sich nichtsdestotrotz als sehr schwierig, und eine Zeitlang sah es so aus, als stecke die Kirche sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinn tief im weichen Frühlingsmorast Iowas. Tausende von Mitgliedern über viele hundert Meilen zu führen Brigham Young sich das vorgestellt hatte. Diese Erfahrung zehrte an seinen Kräften und zwang ihn, sich mit seinen Grenzen auseinanderzusetzen. Er nahm so stark ab, daß ihm seine Kleider nicht mehr paßten. Körperlich und seelisch erschöpft wurde ihm so deutlich wie nie zuvor bewußt, daß er Gottes Hilfe brauchte. Und er sehnte sich nach dem Rat Joseph Smiths und danach, daß dieser dem Volk Mut machte.
Als Brigham Young am Morgen des 17. Februar 1847 aufstand, wurde er so plötzlich von einer Krankheit überfallen, daß er „das Bewußtsein verlor und dalag wie tot' Zwei Wochen später sagte er, nur wer gestorben sei und den Schleier durchschritten habe, könne wissen, was er empfunden hatte. Dann fügte er an: „Ich weiß, daß ich die Geisterwelt betreten habe.” Dennoch durfte er sich nicht sofort an alles erinnern, was er dort gesehen hatte: „Ich weiß nur das, was meine Frau mir seither darüber erzählt hat. Sie sagt, daß ich gesagt hätte, ich sei dort gewesen, wo Joseph und Hyrum sind”, und „es sei schwer gewesen, wieder ins Leben zurückzukehren."
Als man Brigham Young wiederbelebt hatte, fiel er in einen tiefen Schlaf und träumte. Als er wieder aufwachte, schrieb er auf, was er gesehen hatte. „In meinem Traum besuchte ich Joseph Smith”, schrieb er. Joseph Smith saß an einem großen Fenster und sah „ganz natürlich” aus. Brigham nahm seine Hand, küßte ihn auf die Wangen und fragte ihn, warum sie nicht mehr so wie vorher zusammensein konnten. Da erhob sich Joseph Smith, sah Brigham Young an ucd sagte in seiner altgewohnten Art: „Es ist schon in Ordnung." Brigham Young protestierte, doch Joseph Stnith hielt ihm entgegen: „Eine Zeitlang mußt du ohne mich zurechtkommen, doch anschließend sind wir wieder zusammen”
Dann hat Brigham Young seinen Mentor Joseph Smith um Rat. Dessen Rat war klar und einfach: ,,Sag dem Volk, es soll sich den Geist des Herrn bewahren " Dann wandte Brigham Young sich um und sah Joseph Smith im Licht stehen, „dort aber, wohin ich gehen mußte, war tiefste Finsternis”. Doch weil Joseph Smith darauf bestand, ging Brigham Young „zurück in die Finsternis” und erwachte. Ohwohl Brigham Young in den Wochen vor dem Zug in Richtung Rocky Mouniuns oft von diesem Erlebnis sprach, ging er doch nicht ausführlich auf dessen Bedeutung ein. Doch zweifellos machte es ihm Mut und zeigte ihm noch deutlicher, daß er im Auftrag des Herrn (und Joseph Smiths) handelte. Obwohl die Führungsverantwortung und die schwierige Aufgabe weiterhin auf ihm lastete, hatte er inneren Frieden gefunden.
Doch diejenigen, die Ihm am nächsten standen, empfanden diesen Frieden selbst nicht immer. Zwei Wochen nach Prasident Youngs Krankheit und Vision suchte ihn sein Bruder Joseph im Büro auf „und sagte, die 100 Pfund Proviant” — der festgelegte Mindestproviant für den Zug nach Westen — „seien sehr wenig pro Pionier.” Einige Monate zuvor hatte er Brigham Young schon gesagt, um die Mitglieder sicher durch Iowa zu führen sei ein genauso großes Wunder not wendig wie damals, als Muse die Israeliten durch die Wüste führte. Durften sie nun ein zweites Wunder erwarten! Joseph Young sagte immer wieder, mit so wenig Proviant könnte jedes kleine Unglück das ganze Unternehmen in Gefahr bringen. Für Brigham Young aber stand fest, daß sie mit dieser Menge — mehr konnten sie nicht erwarten — einfach auskommen mußten „Brigham Young antwortete, alle, die nicht genug Glauben hatten, um mit dieser Menge auszukommen, sollten lieber an Ort und Stelle bleiben.." Präsident Young war nicht leichtsinnig, er war Realist. Wenn die Mitglieder alles in ihrer Macht Stehende getan hatten, dann hatten sie keine andere Wahl, als den Rest dem Herrn zu überlassen. Präsident Young stellte sich dieser Herausforderung mit solch unerschütterlichem Vertrauen, weil er wußte, daß der Plan nicht von ihm stammte. Fast zehn Jahre später sagte er den Mitgliedern: „Ich habe den Plan, daß der Herr es ermöglichen werde, diese Volk in die Berge zu senden, nicht entworfen.” Wer war es dann? „Es war die Macht Gottes, die die Errettung dieses Volkes bewirkt hat”, sagte er fest.
Von dem Augenblick an, als Brigham Young im Jahre 1847 das Salzseetal betrat, hatte er eine klare Vorstellung dessen, was die Mitglieder dort tun mußten. Außerdem war er fest davon überzeugt, daß es ihnen unter dem Schutz des Herrn gelingen werde. Wenn sie ein würdiges Leben führten, so sollten sie niemals von dort vertrieben werden. Dieser Glaube gab ihm Kraft und beeinflußte seine Entscheidungen während der langen Zeit als politischer Führer und als Führer der Kirche in Utah.
In den Jahren 1857/58 wurde Präsident Youngs Glaube auf eine schwere Probe gestellt, als nämlich viele tausend amerikanische Soldaten als „Begleittruppe” von Alfred Cumming, der von der Regierung gesandt worden war, um Brigham Young als Gouverneur abzulösen, auf Utah zuimarschierten. Manche meinten, Gouverneur Young hätte sofort nach einer politischen Lösung suchen müssen. Vom logischen Standpunkt aus betrachtet schienen Kolnpromißbereitschaft und Anpassung auch wirklich die einzige Strategie zur Wahrung des Friedens zu sein.
Doch Präsident Young dachte anders. Die Erfahrungen der Mitglieder in Missouri hatten ihm gezeigt, was Feinde tun können, wenn sie das Militär im Rücken haben. Voller Vertrauen darauf, daß der Herr das Unglück abwenden werde, wenn die Mitglieder alles in ihrer Macht Stehende taten, rief er das Kriegsrecht aus und mobilisierte seine eigenen Truppen, denen er auftrug, die herannahenden Soldaten mit allen Mitteln, allerdings ohne Blutvergießen, aufzuhalten. Sie verbrannten das Weideland und die Vorratswagen, beschlagnahmten Lebensmittel und Vieh und hielten die Vorhut des Gegners Tag und Nacht in Atem. Doch die Gegner kamen trotzdem immer näher — bis schließlich gerade zur rechten Zeit schwerer Schneefall einsetzte und die Soldaten in der Nähe von Fort Bridger, etwa 160 km von der Mormonensiedlung im Salzseetal entfernt, ihr Winterlager aufschlagen mußten."
Damit war das Vordringen der Soldaten natürlich nicht aufzuhalten. Im Frühjahr brannten sie geradezu auf Rache für den elenden Winter. Brigham Young, der sich der — nun vielleicht noch größeren — Gefahr erneut gegenübersah, befahl seinen Männern, sich auf Widerstand vorzubereiten, fügte aher hinzu, daß „nicht ein einziges Gewehr abgeschossen, kein einziger Mann zu Tode kommen` sollte. Einer seiner Befehlshaber, der in Präsident Young den Sprecher des Herrn sah, antwortete, er habe zwar gewußt, daß das richtig sei, aber dennoch nicht ein einziges Wort davon geglaubt. Unter den gegebenen Umständen schien Blutvergießen unvermeidlich zu sein.
Selbst während die Soldaten weiter auf die Stadt zumarschierten, schlossen Brigham Young und der designierte Gouverneur Alfred Cumming mit Hilfe von Thomas L. Kane, eine, Freund der Mormonen, der zwar selbst nicht der Kirche angehörte, aber sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, um im Winter nach Utah zu reisen, eine friedliche Übereinkunft. Ohne Zwischenfall marschierten die Soldaten friedlich durch das verlassene Salt Lake City zu einem etwa 50 km entfernten einsamen Lagerort. Hauptmann Jesse Gove von der Armee der Vereinigten Staaten faßte zusammen, was der Utah-Krieg gefordert hatte: „Gefallene: keine! Verwundete: keine. Zum Narren gehalten: alle.“ -- alle bis auf Brigham Young, der die ganze Zeit über gewußt hatte, daß das Unternehmen nicht in einer Katastrophe enden würde.
Natürlich hat auch Brigham Young während seiner Zeit als Führer der Kirche Fehler gemacht; hier auf der Erde ist das nicht anders möglich. „Die Menschen haben Schwächen, die ich ihnen vergeben muß”, hat Präsident Young einmal gesagt. „Ich habe doch auch selbst Schwächen. Auch ich mache Fehler,“ fuhr er fort, „aber bin dort, wo ich das Licht sehen kann, und versuche, in diesem Licht zu bleiben " Seiner Meinung nach lautete die Verheißung nicht, daß er keine Fehler machen oder immer wissen werde, was am besten ist, sondern daß Gort am Ende alles Wichtige regeln werde. Wenn etwas nicht funktionierte, gab er es schnell auf und wandte sich dem zu, was möglicherweise besser funktionieren konnte, doch sein Weg und sein Ziel änderten sich dabei nicht. Die Entscheidun­gen, die er täglich traf, basierten auf seinen langfristigen Zielen, die sich auf Offenbarung gründeten und für Beständigkeit sorgten. Das gab ihm Vertrauen, trotz aller Hindernisse oder sogar Irrtümer – weiterzumachen.
Diese innere Sicherheit ließ Brigham Young manchmal stur erscheinen. Einige Monate nach dem friedlichen Ende des Utah-Krieges suchte Präsident Young Gouverneur Cummings auf. Im Gedanken daran, daß sie nur knapp einer Katastrophe entgangen waren, ermahnte der aufrechte Gouverneur Präsident Young, zukünftig auf jede Art von Provokation zu verzichten.
„Mit allem gebotenen Respekt, Eure Excellenz,“ unterbrach ihn der Präsident, „bin ich doch nicht geneigt, den Rat eines lebenden Menschen in bezug auf meine Angelegenheiten anzunehmen.” Wenn es eine Krise gab, überging er seine Freunde und Ratgeber zwar nicht, vertraute aber allein auf Gott. „Meine Religion ist wahr”, erklärte er dem Gouverneur feierlich, „und ich bin fest entschlossen, mich mein ganzes Leben lang an ihre Grundsätze zu halten.” Weiter machte er deutlich, daß er den Rat des himmlischen Vaters befolgen werde und auch genug Mut habe, „ihn zu befolgen und die Folgen datür in Kauf zu nehmen....
Sie mögen das zwar eigenartig finden, aber Sie werden feststellen, daß ich Recht habe.“
Ronald K. Esplin, März 1997