Erster Kommentar von Matthée zu den Äußerungen der SPD‑Lünen zur Kommunalwahl 2009
Politische Gegner/innen gehen bekanntlich nicht immer zimperlich miteinander um, das ist normales Alltagsgeschehen
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Anfangszeit der BI‑KKK. Was wurden wir von TRIANEL, aber auch von deren politischen Befürwortern attackiert: Man beschimpfte uns als Volksverdummer, Scharlatane, Lügner, Panikmacher, Lünen-schlecht-Redner uvm. Meine Mitstreiter/innen und ich reagierten in keinster Weise beleidigt, haben alle Attacken unbeeindruckt ertragen und sind tapfer unseren Weg bis zum OVG (im Grunde sogar bis zum EuGH) gegangen.
Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass wir doch nicht so ganz dumm gewesen sind. In dem gleichen Maße verdünnisierte sich das Schimpf-Wörterbuch der Schwarz-roten Mobbing-Fraktion [der Begriff ist in Lünen noch recht neu und wurde erstmals erwähnt von unserem alten und neuen Bürgermeister am 22.08.2009 in der Stadtkirche St. Georg]: Jetzt sind bloß noch die Begriffe „Panikmacher“ und „Lünen-schlecht-Redner“ übrig, zuletzt noch zu hören in der großen öffentlichen Bürgermeister-Befragung am 26.08.2009.
Vor diesem Hintergrund finde ich es seltsam, dass sich die Lüner SPD bereits im Vorfeld der Kommunalwahl 2009, so ist jedenfalls meine Erinnerung, aggressiven und bisweilen sogar demagogischen Attacken aus dem Lager ihrer Gegner/innen ausgesetzt fühlte. Wer mag sie attackiert haben? Ich jedenfalls nicht, und die BI-KKK auch nicht. Auch unmittelbar nach der Kommunalwahl vernahm ich aus einigen SPD-Mündern beleidigte Wehklagen. So etwas wie eine „Dolchstoß-Legende“ aus Sicht des Opfers SPD? Ich denke nicht. Ich denke, die SPD will bloß von Ihren absoluten Stimmenverlusten ablenken.
Und dann kam – ich meine, von Herrn Jochen Otto – ein höchst weiser und mutiger Kommentar zum vorläufigen Wahlergebnis, die SPD habe in Lünen nirgends eklatant große Verluste zu beklagen.
Bezogen auf diese Einschätzung des vorläufigen Wahlergebnisses vom 30.08.2009 und auf die Wehklagen der SPD wegen der aus ihrer Sicht sicherlich ungerechtfertigten Attacken ist mir sofort die weltberühmte Szene aus dem monomentalen Historienfilm „Quo Vadis?“ vor mein geistiges Auge gekommen, die die Situation der Lüner SPD eigentlich ganz hervorragend beschreibt, und die ich nicht mehr verdrängen kann: Die Christen, von dem verrückten Nero (genial gespielt von Peter Ustinov) in die Arena gesperrt und voller Angst darauf wartend, von den Löwen gefressen zu werden...
Diese weltberühmte Szene spielt eigentlich in Rom um ca. 50 n. Chr., aber ich übertrage sie mal mit meinen Worten ins gegenwärtige Lünen – dabei ist jede Ähnlichkeit mit zurzeit noch lebenden Personen ausdrücklich gewollt:
Ich sehe: Da werden die tapferen SPD-Gläubigen ins Colosseum Luenense [vielleicht... der Schornstein-Kühlturm im Stummhafen?] getrieben und harren todesmutig der Dinge. Jede/r zittert vor Furcht: Gleich werden die lechzenden undäußerst aggressiven Bestien in die Arena hineingelassen... Auf den Tribünen tobt schon das Volk [etwa so, wie am 26.08.2009 die Mobbing-Fraktion im Hansesaal, als der Moderator den Namen „Thomas Matth...“ noch nicht einmal vollständig ausgesprochen hatte]. Plötzlich wird es im Colosseum Luenense Mucks-Mäuschen-still, denn: Die Morituri – also die dem Tode geweihten SPD-Gläubigen – beginnen, mit aller Inbrunst zu beten. Ich vernehme Wortfetzen: „Die Wähler wollen die SPD...“ „...stärkste Fraktion im Rat...“ „...inkompetente Rechenkünstler...“ Und siehe da: Die Bestien zeigen den SPD-Gläubigen und dem grölenden Mob auf den Tribünen die Arschkarten [die sie noch am Samstag vor der Kommunalwahl der Lüner FDP geklaut haben], und schütteln völlig konsterniert ihre panikmachenden Häupter.
Der schlimmste dieser Bestien, ein gewisser Thomasius Matthaeus Physicus, adversarius carbo-fornacum electricorum, fällt vor dem SPD-Gläubigen Otto Minimus, magister artium mathematicae clarissimus orbis terrae, auf die Knie und spricht mit mitleidiger Stimme: „Oh je, oh je, oh jemine! Quo vadis, Lüner SPD?“
Man könnte auch sagen: „Ave Caesar Senatoresque urbis pulchrae ad ripas Lupiae fluvii sitae! Morituri vos salutant!“– was übersetzt ungefähr heißt: „Guten Tag, Kaiser Willi I von Lünen, der schönen Stadt an der Lippe! Hallo Rolf und Hugo! Die vom Aussterben Bedrohten grüßen Euch!“ {siehe: DER SPIEGEL, 2008-Nr. 21: “Die SPD steht nun auf der Roten Liste der bedrohten Volksparteien.“}
Hoppla, ich habe vergessen: In Lünen muss man ja neuerdings vorsichtig sein, wenn man versucht, in lateinischer Sprache zu sprechen oder zu schreiben, und dies auch noch etwas freier – aber nicht grundsätzlich falsch – übersetzt!
Thomas Matthée, 03.09.2009
P.S.: Kohlekraftwerke gab es damals noch nicht, aber ich denke „carbo-fornax electricus = elektrischer Kohleofen“ trifft die Sache ganz gut. -------------------------------------
Mein Kommentar zur Veranstaltung „Klartext reden“ am 26.08.2009 im Hansesaal
Mein Kommentar zur Veranstaltung „Klartext reden“ am 26.08.2009 im Hansesaal
Unter der Überschrift „Klartext reden“ hatten am 26.08.2009 im vollbesetzten Hansesaal die drei Bürgermeister-Kandidaten und die Kandidatin ausreichend Gelegenheit, ihre politischen Vorstellungen für die nächsten 5 Jahre zu erläutern.
Wie schon letzte Woche verwendete Herr Stodollick den Begriff „Mobbing-Fraktion“ und lieferte eine Erklärung aus seinem Buch über Verwaltungswissenschaften: politische Verweigerer. Aha!
Ich hatte im Vorfeld auch ein paar Fragen eingereicht, von denen eine schließlich zur Verlesung durch die Moderatoren anstand. Zu meiner Verwunderung fühlten sich allein schon bei der bloßen Nennung meines Namens gleichzeitig 20, 40, möglicherweise sogar 60 Zuschauer zu Unmutsgeräuschen veranlasst. Nanu?
Endlich durften auch die Zuschauer selbst Fragen stellen. Ich meldete mich und wäre fast drangekommen. Aber wieder erhoben sich Unmutsgeräusche, und ich durfte meine Frage nicht stellen.
Ah, jetzt wurde mir klar, wen Herr Stodollick möglicherweise als „Mobbing-Fraktion“ identifiziert haben könnte: Unter den Zwischenrufern waren mehrere Mitglieder der SPD und der CDU.
Mister Spock hätte zu diesem Possenspiel ganz bestimmt gesagt: „Faszinierend.“
Was mich allerdings sehr bestürzt: In dieser Veranstaltung setzte sich die altbekannte Tradition der Großen Lüner Koalition fort: Kritische Argumente werden verlacht, unbequeme Nachfrager werden ausgebuht und die Bürger werden nicht gefragt.
Genau aus diesem Grunde ist in Lünen ein MACHTWECHSEL dringend erforderlich.
Schöne Grüße, bis Sonntag.
Thomas Matthée Der Lüner Nachfrager, 28.08.2009 -------------------------------------------------
Offener Brief: „SPD will Klimaschutz im Kreis Unna“
Die Geschäftsstelle der Kreistagsfraktion befindet sich im
Kreishaus Unna, Raum B.101 und B.102
An die SPD-Fraktion im Kreistag des Kreises Unna Friedrich-Ebert. Str. 17 D‑59425 Unna
Lünen, 30.07.2009
Offener Brief zum Thema: „SPD will Klimaschutz im Kreis Unna“
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf Ihrer Website habe ich folgende interessante Pressemitteilungen gefunden [Hervorhebungen von mir]:
11.05.2009 {Quelle: http://www.spd-kreistag-unna.de/content/main.php?site2display=ausgabe&bereich=1&textkopfID=876}: >>SPD-Fraktion gibt in Sachen Klimaschutz die Richtung vor - Klima-Meister Kreis Unna: [...] Die Klimakonferenz hat es gezeigt: Im Kreis Unna gibt es überdurchschnittlich viele energieintensive Branchen. Deswegen will die SPD-Fraktion im Kreistag Beratungsangebote für die betroffenen Industrieunternehmen initiieren. Das ambitionierte Ziel: Der Kreis Unna soll Deutscher Klima-Meister werden. [...]<<
12.06.2009 {Quelle: http://www.spd-kreistag-unna.de/content/main.php?site2display=ausgabe&bereich=1&textkopfID=882}: >>SPD-Fraktion beantragt Energieberatung für Betriebe - Sozialdemokraten wollen im Kreis 100 Betriebe klimafreundlich beraten: [...] In Sachen Umwelt- und Klimaschutz hat der Kreis Unna in den vergangenen Jahren echte Fortschritte gemacht. Trotzdem drängen die Sozialdemokraten darauf, die Anstrengungen noch weiter zu forcieren und fordern umfassende Energieberatungsangebote für Unternehmen. „Die CO2-Bilanz für den Kreis Unna zeigt deutlich, dass angesichts der Kohlendioxidemissionen dringend gegengesteuert werden muss. Das schaffen wir nur, wenn wir den Verbrauch von Energie drastisch reduzieren. Deswegen wollen wir vor allem die energieintensiven Produktionsbetriebe mit ins Boot nehmen“, erklärt Brigitte Cziehso, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. [...]<<
Dass der Kreis Unna eine CO2‑Bilanz für sein Hoheitsgebiet erstellt hat, ist sehr lobenswert – und mühevoll, denn es ist gar nicht so einfach, an die „richtigen“ Zahlen heranzukommen. Ich zitiere aus der Broschüre „UNsere Energie für gutes Klima – Klimaschutzinitiative des Kreises Unna“, was der Kreis Unna herausgefunden hat [Hervorhebungen und Ergänzungen von mir]:
(1)„lm Kreis Unna leben 419.353Einwohner/innen, das sind durchschnittlich 2,21 Personen pro Haushalt.“
(2)„Insgesamt summieren sich die CO2‑Emissionen der privaten Haushalte bei der Wohnnutzung im Kreis Unna auf 1,4 MillionenTonnen CO2pro Jahr.“ Das sind also: 1400000/3,34 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr.419353 =
(3)„Die Emissionen des Sektors Industrie verteilen sich auf 206 Betriebe mit 22.877 Beschäftigten. Die Mehrheit der Betriebe ist den Branchen Metallerzeugungund -bearbeitung sowie Maschinenbau zuzurechnen.“
(4)„Bedingt durch hohe Nutzungdes EnergieträgersKohleergeben sich Emissionen für den Industriesektor in Höhe von knapp vier Millionen Tonnen CO2pro Jahr.“ In der entsprechenden Graphik sind 3,98MillionenTonnen CO2 pro Jahr genannt. Das sind also: 3978284/9,49 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr.419353 =
(5)„Insgesamt verursachen die Menschen im Kreis Unna bezogen auf den Verkehrssektor rund eine Millionen Tonnen CO2‑Emissionen pro Jahr.“ Aus der entsprechenden Graphik errechnen sich: 1625513-1,03 MillionenTonnen CO2pro Jahr. Das sind also: 1030180/41932,46 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr.595333 =53 =
(6)„Für die fünf Autobahnen, die mit einer Gesamtlänge von 75,7 Kilometern durch das Kreisgebiet führen, wurden die Angaben aus der bundesweiten Verkehrszählung 2005 aufgeschlüsselt nach Fahrzeugarten verwendet. Insgesamt schlagen hier 595.333 Tonnen CO2pro Jahr zu Buche.“ Das sind also: 1,42 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr. Ich unterstelle mal, dass die besagten Autobahnen hauptsächlich nicht von Bürger/innen des Kreises Unna genutzt werden. Dieses gewissermaßen „importierte“ CO2rechne ich deswegen weiter unten nicht ein.595333/419353 =
(7)„lm Kreisgebiet befinden sich vierGroßkraftwerke mit einer elektrischen Bruttoleistung von mehr als 2.000 Megawatt. Der Großteil der dort erzeugten Energie wird durch Steinkohle, ein geringerer Teil durch Erdgas erzeugt. Ein weiteres Kohlekraftwerk wird derzeit in Lünen geplant. [Das ist falsch: Das TRAINEL-Kraftwerk wird bereits seit Juni 2008 gebaut! Zusätzlich beabsichtigt EVONIK eine Erweiterung; dazu hat am 12.12.2007 ein Scoping-Termin stattgefunden.] Durch die bereits bestehenden Anlagen im Kreis Unna werden knapp elf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausgestoßen.“ In der entsprechenden Graphik sind 10,95MillionenTonnen CO2pro Jahr genannt. Das sind also: 26,12 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr.10952800/419353 =
(8)„Zum Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen(GHD) werden die unterschiedlichsten Betriebe zusammengefasst. [...] Aus dem Mittelwert der Abschätzungen ergeben sich CO2‑Emissionen im GHD-Sektor von 398.137 Tonnen pro Jahr.“ Das sind also: 0,95 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr.398137/419353 =
(9)Der Kreis Unna rechnet zusammen: „Ohnedie Emissionen der Energiewirtschaft einzurechnen, betragen die CO2‑Emissionen im Kreis Unna 7,4 Millionen Tonnen pro Jahrund somit 17,64 Tonnen CO2pro Einwohner. Die CO2‑Emissionen pro Kopf liegen im Kreis Unna im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (11 Tonnen pro Kopf) um etwa 60 Prozent höher.“
Ich korrigiere die Werte nach unten; s. (6): Die CO2‑Emissionen im Kreis Unna betragen: 6,81 Millionen Tonnen pro Jahr. Das sind also: 6806601/16,23 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr – ohne die fünf Autobahnen!1400000+3978284+1030180+398137 =419353 =
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was sind diese Zahlen wert?
Der Kreis Unna interpretiert das in seiner Broschüre so [Hervorhebungen von mir]: „Die CO2‑Bilanz zeigt auf, dass über das bisher Geleistete hinaus noch Handlungsoptionen bestehen und genutzt werden sollten, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. Durch gezielte Steuerung und ein gemeinsames strategisches Vorgehen von Kreis und Kommunen sind in allen Sektoren erhebliche Einsparpotenziale vorhanden. Insbesondere bei denprivaten Haushaltenist durch die Erhöhung der Sanierungsquote im Altbaubestand auch ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der regionalen Wertschöpfungskette zu erwarten.“
Ich begrüße natürlich ein gemeinsames strategisches Vorgehen, aber ich interpretiere die Zahlen des Kreises Unna folgendermaßen:
(1)Auf der Website http://www.bmu.de/klimaschutz/doc/print/2976.php hat das Bundesumweltministerium in einer Tabelle die „Pro-Kopf-CO2‑Emissionen im internationalen Vergleich“ zusammengestellt. Wenn man den Kreis Unna dort einfügt, so befindet er sich hinter den USA und Australien auf Platz 3 – OHNE Autobahnen und OHNE Kraftwerke!
(2)Ich rechne jetzt mal die alten Kraftwerke mit 10,95 MillionenTonnen CO2pro Jahr hinzu. Die CO2‑Emissionen im Kreis Unna betragen dann: 17,76 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das sind also: 42,35 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr! 1400000+3978284+1030180+398137+ 10952800 = 17759401 =17759401/419353 =
Herzlichen Glückwunsch, liebe SPD‑Kreistagsfraktion Unna! Ihr ambitioniertes Ziel: „Der Kreis Unna soll Deutscher Klima-Meister werden“; ist nicht nur erreicht, sondern der Kreis Unna hat sogar den „Haupt-Klimasünder“ USA deklassiert und ist Klima-WELT-Meister!!!
(3)Mit 42,35 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr liegt der CO2‑Ausstoß des Kreises Unna fast um den Faktor 4 über dem CO2‑Ausstoß der Bundesrepublik Deutschland! Ich würde sagen: Damit hat der Kreis Unna sein Soll für die Energieversorgung Deutschlands bereits erheblich übererfüllt.
(4)Und jetzt rechne ich der Vollständigkeit halber noch das zzt. in Bau befindliche TRIANEL-Kohlekraftwerk und das beabsichtigte EVONIK-Kohlekraftwerk hinzu. Bei beiden Kraftwerken rechne ich mal mit einer Jahresauslastung von 80%, das sind etwa 7.000 Betriebsstunden. Pro Jahr emittieren diese beiden Kraftwerke dann zusammen mindestens 9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich, denn es gibt im gesamten Kreis Unna kein Kraftwerk, was als „Ersatz“ für diese beiden neuen Kraftwerke abgeschaltet würde. Die CO2‑Emissionen im Kreis Unna betragen dann: 26,76 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das sind also: 63,81 Tonnen CO2pro Einwohner und Jahr! 1400000+3978284+1030180+398137+10952800+9000000 = 26759401 =26759401/419353 =
Liebe SPD‑Kreistagsfraktion Unna! Ich hätte mich an den Zahlenspielereien des Kreises Unna nicht beteiligt und nichts gesagt, wenn die politisch Verantwortlichen im Kreis Unna und den dem Kreis angehörenden Kommunen festgestellt hätten: „O.k., die CO2‑Bilanz ist nicht so berauschend. Wir haben dringendenHandlungsbedarf, um unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“ Sie haben immerhin erkannt, „dass angesichts der Kohlendioxidemissionen dringend gegengesteuert werden muss“. Also nicht kleckern, sondern klotzen. In Ordnung. Aber wie wollen Sie das denn machen? Welche energieintensiven Produktionsbetriebe wollen Sie denn zur Energieberatung schicken? Die Betriebe der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie des Maschinenbaus? Die Kraftwerke? Die Hüttenwerke Kayser (seit 01.04.2009 AURUBIS AG)? Ich vermute mal, die Kraftwerksbetreiber und der Werksleiter der Kupferhütte würden zumindest lächeln, wenn sie zu Ihrer Energieberatung zitiert würden. Und ich fürchte, wenn Sie wirklich „die energieintensiven Produktionsbetriebe mit ins Boot nehmen“ wollten, dann bräuchten Sie ein U‑Boot.
Ich erinnere Sie gern daran: Die politisch Verantwortlichen in Lünen, aber auch im Kreis Unna, haben ihre Handlungsoptionen selbst und ohne Not aus der Hand gegeben, indem sie genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau des TRIANEL-Kraftwerks geschaffen bzw. sich nicht gegen das Vorhaben gestellthaben! Das, was Sie jetzt in der Wahlkampfzeit in bezug auf Klimaschutz von sich geben, erinnert mich ein wenig an den Kabarettisten Urban Priol: „Neues aus der Anstalt“; allerdings machen Sie kein Kabarett, sondern Real-Satire.
herzlich willkommen auf der Website von Thomas Matthée.
Ich möchte, dass Lünen auch in Zukunft eine lebensfreundliche Stadt bleibt. Was „lebensfreundlich“ ist, darüber hat jede/r natürlich eigene Vorstellungen. Ich setze mich seit 7 Jahren konsequent dafür ein, - dass unsere Grünflächen und Freiräume erhalten bleiben, - dass die Lippe und die Lippeauen in Lünen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleiben, - und dass die Qualität unserer Luft verbessert wird.
Deswegen erfülle ich in Lünen mehrere Funktionen; ich bin:
1.) Stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreis für Umwelt und Heimat e.V., im folgenden „AK U+H“ genannt. Der AK U+H ist der ehrenamtliche Naturschutzverein in Lünen und wird an (fast allen) Planungs‑ und Genehmigungsverfahren auf Lüner Stadtgebiet beteiligt. Unsere aktiven Mitglieder setzen sich dafür ein, dass Lünen eine lebens‑ und liebenswerte Stadt bleibt. Wir nehmen an Scoping‑ und Erörterungsterminen teil und geben dazu fundierte naturschutzfachliche Stellungnahmen ab. Einige davon werden auf dieser Blog-Seite unter den entsprechenden Kategorien veröffentlicht.
2.) Vorsitzender der BI – Kontra Kohle Kraftwerk e.V., im folgenden „BI‑KKK“ genannt. Die BI‑KKK hat sich am 15.03.2007 gegründet und kämpft seitdem gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks des Stadtwerke-Verbundes TRIANEL. Nachdem unser Einwohnerantrag mit der Bitte, die Befürwortung des Kraftwerks noch einmal zu überdenken, am 14.06.2007 durch unseren Stadtrat abgeschmettert worden ist, begannen wir, Spenden zu sammeln, um die Klage des BUND Landesverband NRW e.V. gegen die 1. Teilgenehmigung des Kraftwerks zu unterstützen. Wir sind berechtigt, steuerwirksame Spendenbescheinigungen auszustellen.
3.) Mitglied der Bürgerinitiative „Stoppt den Landschaftsfraß“, im folgenden „BI LF“ genannt. Die BI LF hat in den Jahren 2002 und 2003 dagegen gekämpft, dass die Landschaftsschutzgebiete Mühlenbachtal und Brechtener Niederung zu Gewerbegebieten umfunktioniert werden. Am 09.02.2003 wurden die vier Landschaftsschutzgebiete durch den ersten Bürgerentscheid Lünens gerettet. Vorerst wenigstens. Auch nach dem Bürgerentscheid setzt sich die BI LF für den Erhalt unserer Grünflächen und Freiräume ein und liefert entsprechende Beiträge.
4) Mitglied des Arbeitskreis Kohle und Kolumbien, im folgenden „AKKK“ genannt. In der öffentlichen Diskussion über die Energieversorgung Deutschlands wird völlig ausgeblendet, woher die Steinkohle kommt, die in deutschen Kraftwerken verstromt wird. Es ist politisch beschlossen: Ende 2018 sollen die Subventionen für den deutschen Steinkohlebergbau auslaufen. Das wird sehr wahrscheinlich dazu führen, dass auch die letzten in Deutschland noch aktiven Zechen ihren Betrieb einstellen müssen. Das bedeutet: In naher Zukunft wird in deutschen Kraftwerken kein einziger Krümel Steinkohle aus Deutschland mehr verstromt werden! Stattdessen kommt die Steinkohle für die vielen alten und neuen Kohlekraftwerke aus Polen, Russland, Kolumbien, Südafrika, Indonesien und Australien. Wenn man von Australien und Polen einmal absieht, so sind die übrigen Lieferländer hinsichtlich ihrer politischen Stabilität, ihrer Verlässlichkeit im internationalen Geschäftsverkehr und der Wahrung der Menschenrechte nicht gerade als vorbildlich einzustufen. Insbesondere aus den großen Kohleabbaugebieten Kolumbiens kommen immer häufiger besorgniserregende Nachrichten. Auf die Probleme der Bevölkerung in den Kohleabbaugebieten Kolumbiens aufmerksam zu machen, ist Ziel des AKKK.
5) Mitglied von Bündnis’90 / Die Grünen, Ortsverband Lünen. Um meine Vorstellungen, wie Lünen noch lebensfreundlicher werden könnte, umsetzen zu können, ist es für mich immer wichtiger geworden, auch in der Kommunalpolitik aktiv mitzuarbeiten. In Lünen sind Bündnis’90 / Die Grünen die politische Kraft, die meinen Vorstellungen am nächsten kommt. Ich kandidiere bei der Kommunalwahl am 30.08.2009 erstmals für einen Sitz im Rat der Stadt Lünen.
Beruf:
Ich bin Diplom-Physiker mit den Nebenfächern Chemie und Werkstoffwissenschaften und examinierter Altenpfleger.