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Irelanding

Ring of Kerry - On the Road again!

elmatar | 28 August, 2008 19:04

Wo fängt man nach so einer Tour an zu erzählen? Ich sitze nun schon eine ganze Weile da und überlege wie ich beginnen soll, was ich alles mitteilen möchte und bin eigentlich noch von all den Eindrücken überwältigt die uns die Reise beschert hat.

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Versuchen wir jedoch den Trip Schritt für Schritt zu rekapitulieren. Die Planung war schon seit einer Woche quasi abgeschlossen und Jule hat sogar extra eine Landkarte gemalt (ja wirklich!). Ich hatte schon ca. 4 Tage vor Ultimo einen Mordsbammel vor dem Autofahren hier, da ich der einzige Fahrberechtige seien sollte. Aber was solls, Montag gings um 12 Uhr in die Stadt um den Airportexpress zu bekommen. Das Wetter kündigte schon seine, uns für die nächsten 3 Tage begleitende, fiese Fratze an und mal wieder wurden wir pitsch-nass in Irland. Kein gutes Karma hier!

Am Flughafen dann erstmal der Tritt in die Leistengegend - keine der Rent-A-Car Agenturen hatte noch ein Auto parat oder wollten unbedingt eine Kreditkarte haben. Sowas besitzt von uns doch keiner :(! Letztendlich konnten wir einen der Herren überzeugen Falks Lasercard anzunehmen (ist ja schliesslich ein irisches Konto). Nunja, im Internet standen recht annehmbare Preise (incl. taxes), doch das war natürlich alles Beschiss, da die Steuern und Versicherung nochmal um mehr als das Doppelte anschwollen. Darauf erstmal einen Kaffee ... wird wohl doch ein teuerer Trip. Man darf hier auch erst ab 25 ein Auto mieten, dass hatte der werte Herr aber scheinbar auf meinem Führerschein übersehen und so konnten wir starten. Ich durfte mir dann ein Auto aussuchen und hab mich für einen Nissan Micra entschieden (Baujahr 07, sehr schick). Mit den Japanern komm ich ja ganz gut zurecht.

 

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Ja, was soll man sagen. Die fahren hier links, das Lenkrad ist rechts, die Gangschaltung wieder links vom Lenkrad. Kurz gesagt - SCHEISSE! Ich nahm mir erstmal alle Zeit der Welt um mich halbwegs mit dem Wagen anzufreunden. Da steckte aber auch ein ganzes Computernetzwerk drinnen, viel zu viele Funktionen, die ich bisher einfach noch nicht kennengelernt habe. Und ehe man sich versah, rollte unser Wagen los und die Tour konnte beginnen. Mit Tempo 20 kroch ich dann auf dem Flughafengelände umher, fluchte über gemeine Autofahrer die keine Rücksicht auf mich Vollpfosten nehmen wollten und verlor die ersten Tränen bei der Einfahrt in die unzähligen Kreisverkehre. Und nun ratet mal .. ja da fährt man auch links rein. Falk übernahm die Rolle des Navigators und verplante auch gleich nach 3km die richtige Auffahrt und so fuhr ich ins Motorway Chaos von Cork rein. Gefühlte 10 Kreisverkehre und 5 Nervenzusammenbrüche später trafen wir dann die richtige Ausfahrt und ab gehts. Mit max. Geschwindigkeit 120 die Autobahn, natürlich links, da rechts ja die Überholspur ist. Himmel steh mir bei! Immerhin ging es von nun an nur noch geradeaus und so konnten wir schon ein wenig die Landschaft sehen, bzw. soviel wie das Wetter zuliess. Meine nächste Prüfung sollte dann die Stadt Kilarnney sein. Guter Ausschilderung zum Dank durfte ich einmal quer durch die Pubmeile tuckern und an 5 Stopschildern jeweils 5 Minuten warten. Um nicht zuviel zu schwafeln: Wir kamen dann in den Abendstunden in Caheershiveen an, dort wollten wir die erste Nacht bleiben und zogen dann in ein Bed&Breakfest von Ian&Ann McNichols ein. Ann war eine nette Frau, sprach schönes Oxford Englisch und unser Zimmer war auch sehr schick. Zudem war der Preis mit 30 Euro pro Nase auch noch annehmbar. Hunger kam dann auch gleich auf und so zogen wir in die Stadt um bei einem Chinesen den wundervollen Beweis zu bekommen, wie es NICHT schmeckt. War das ein widerwärtiger Frass zu frechen Preisen. Ärgerlich! Autofahren macht natürlich müde und so wurden wir 3 einfach nicht mehr alt und daher: Gute Nacht!

Um 7 Uhr klingelte der Wecker, 30 min. später sassen wir bei Ann in der Küche und bekamen unser Frühstück und dann hiess es auch gleich Abschied nehmen und "on the road again". Autofahren hab ich auch gleich über Nacht wieder verlernt und so ging die Fahrt dann auch ein wenig schleppend los. Nach 15km bogen wir dann auf eine kleine Landstrasse ab, um auf die Valentia Islands zu kommen. Eine süsse Insel! Dort gibt es nur einspurige Strassen, die die Breite des Nissans hatten, Serpentinen und Haarnadelkurven dass mir fast mein Frühstück wieder aus dem Gesicht fiel. Das Wetter hatte uns heute richtig gefressen und so fielen die schönsten Motive in den Nebel, der uns nur ca. 40-50m Sichtweite gönnte. Aber dennoch hatten wir dort einige schöne Momente, einen tollen Blick auf den Atlantik und die raue See, riesige Wellen die an den Klippen brachen. Alles in allem echt schön. Aber wir haben ja noch ein ganzes Stück Weg vor uns, also wieder auf die Bundesstrasse und weiter. Die Strasse wurde dann immer enger, so dass pro Fahrbahn der Micra nicht mal richtig reinpasste und daher zog sich die Fahrt hin. Mit Tempo 50 gewinnt man auch keinen Blumentopf. Unterwegs sind wir noch ettliche Male angehalten um die Natur zu betrachten, oft jedoch vom Nebel komplett verdeckt so dass wir wenig schöne Aufnahmen haben. Die Landschaft dort verändert sich so ziemlich alle 5km. Von Atlantikküste mit Palmen über karge Berglandschaften bis zu borealem Nadelwald, alles in kurzem Wechsel. Dann kam auch noch einmal die Sonne hervor als wir einen Berg hoch gefahren sind, doch leider macht die Kamera dort schlapp und ich konnte nur noch mit dem Camcorder ein Video drehen. Dort konnten wir auch schön durchs Gebirge klettern und tolle Eindrücke mitnehmen von Tälern und Schluchten, kleinen Dörfchen. Mich hats beeindruckt. Langsam wurde ich wieder müde (Autofahren hier ist irgendwie 3x so anstrengend wie bei uns) und wir suchten uns eine neue Unterkunft. Kurz hinter Bantry bogen wir dann auch ab, da ein Wegweiser uns in 1km das BayView Inn empfohlen hat. 1km? Das muss aber eine irische Entfernung sein. Dieser eine Kilometer zog sich (ungelogen) über 24km hin und auf dem Weg wurde ich wirklich langsam verrückt. Die Strasse war der absolute Horror, durchgehend einspurig, duchgehend durch extrem scharfe, komplett nicht einsehbare, Kurven geprägt und selbstverständlich war die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf dieser Waldstrasse 100Km/h. Für deutsche Verhältnisse konnte man diese Strasse nur als Fussweg bezeichnen. Aber was solls, nun sind wir komplett in der Pampa, erleben das Irland wie man es von Postkarten her kennt und kamen dann in einen kleinen Ort (der größte auf der Halbinsel) den man zu Fuss in 2 Minuten umrundet hat. Aber dafür gabs 2 Pubs und eine Kirche. Unsere B&B Möglichkeit hatte auch gleich einen Pub, aber sollte diesmal 35 Euro kosten. Dafür waren die Pints sehr günstig und so einen hab ich mir heute verdient! Nochmal fix zum Atlantik getiegert und den Nebel und Regen bestaunt und dann rein in den Pub. Genauso stell ich mir den typischen irischen Pub vor. Jeder kennt jeden, der Pub ist die Hauptanlaufstelle, sehr urig das ganze. Nebenan war eine Kirche, dort wurde gerade jemand zu Grabe getragen und *plop* kaum war der Sarg unter der Erde stürmte die Trauergesellschaft in den Pub und es wurde gefeiert und getrunken. Also entweder war der Verschiedene ein Stinker oder die Iren gehen mit Tod anders um als wir. Falk und Jule waren dann ein wenig müder als ich, so blieb ich noch auf ein Pint an der Bar sitzen, schaute mir eine irische Daily Soap mit an und genoss noch ein wenig die betrunkene Trauergemeinschaft bis dann auch bei mir die Lichter ausgingen.

Und dann war es auch schon wieder Morgen und die Heimfahrt musste erfolgen. Die Batterien der Kamera waren nun endgültig im Eimer und so entgingen leider einige sehr schöne Bilder die ich auch wieder nur mit der Videokamera einfangen konnte. Wir kamen noch einmal vom eigentlichen Wege ab und konnten so dem Atlantischen Ozean ein leises Adiéu entgegenrufen und uns noch ein paar Minuten an den einzigen Sandstrand der kompletten Tour vergnügen. Wehmütig kamen wir dann pünktlich wieder in Cork an, tankten das Auto wieder voll und gaben es ab. Ich konnte nun 3 Kreuze im Kalender machen das wir alle heil geblieben sind und ich das Auto nicht zu Schrott gefahre habe.

Es waren drei sehr anstrengende aber sehr schöne Tage mit unheimlich viel Abenteuer. Sei es durch beeindruckende Landschaft, kraxelein an Felswänden, widerwärtigen Strassen und und und. Leider war das alles extrem teuer und nun heisst es Schmalhans Küchenmeister und die Kamera ist auch leer. Entspannen wir uns nun halt ein wenig :)!

Ca. 300 Bilder wurden gemacht, hier eine kleine Auswahl. Wie immer sind die Bilder im Album mit dem Namen "Ring of Kerry" zu bewundern.

 

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