Pillen zu schlucken scheint schon keine Seltenheit mehr zwischen Spielern geworden zu sein. Das beweisen auch die Spitzenreiter im Handball. Nicht nur, dass zwei dänische Handballspieler dem deutschen THW Kiel und anderen Clubs den massiven Verbrauch von Arzneimitteln vorwerfen, aber sie erzählen auch wie es bei der Sportmannschaft so zugeht.
In der Zeitung „Politiken“ wurde berichtet, wie der ehemalige Kieler Lars Krogh Jeppesen zugibt, dass im THW Kiel Spielern, die eigentlich nicht einsatzfähig waren, Pillen verabreicht wurden, um doch ins Feld zu gehen. Nicht nach den Regeln zu spielen schien in diesem Club nichts Außergewöhnliches zu sein. Ex-Nationalmannschaftskollege Lasse Boesen von der SG Flensburg-Handewitt erzählt, wie er ganze sieben Jahre lang ein Schmerzmittel zu sich genommen hat, das eigentlich für Rheumakranke gedacht ist. Dies sollte ihm helfen die Schmerzen zu unterdrücken, jedoch können eine falsche Einnahme und der Missbrauch solcher Pillen zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Das man bei einer Extrembelastung keine andere Wahl hätte, als sich mit Schmerzmitteln voll zu pumpen, meint ebenfalls Boesen.
Doch warum macht man das überhaupt? Manche Mannschaften zwingen die Spieler geradezu sich in eine Pillenfalle zu stürzen, um gute Leistungen zu erbringen. Doch die meisten entscheiden von sich aus, dass man nur ein Spitzenreiter werden kann, wenn man sich mit Arzneimitteln auf nicht empfehlenswerte Art und Weise vollpumpt. Dies zeigt, wie bereit man als Spieler ist, seine eigene Gesundheit zu gefährden, nur um erfolgreich zu sein und zum Gewinn zu kommen. Da müsste man sich doch überlegen, ob es an den Spielern liegt, die nicht genug bieten können, oder ob man von den Spielern viel zu viel verlangt. Egal, wie man es auch nimmt, Pillenmissbrauch wird zu einem immer häufiger auftretenden Problem, dessen Folgeschäden meist unterschätzt werden.




