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finanznews

18 Aug, 2008

Wer treibt den Preis?

Allgemein — geschrieben von finanznews @ 18:51

Im Sommer taten die Benzinpreise –zumindest soweit ich mich in meinen noch jungen Jahren zurückerinnern kann- immer weh. Da fluchten die Eltern an den Tankstellen, ging es nach Kitzbühel oder an den Gardasee. Man tankte gerade so voll, dass man es über die diversen Grenzen schaffte, weil jenseits dieser die Tankfüllung meist günstiger war.
Nach einfachsten ökonomischen Gesetzen von Preis und Nachfrage ist es klar, dass bei –zumindest theoretisch- gleichen Fördermengen und gesteigerter Nachfrage das Gut sich verteuert. Damit konnte das Phänomen zu diesen Zeiten, im letzten Jahrhundert noch erklärt werden.

Doch gestaltet sich die Preisschwankung beim Benzin, beziehungsweise dahinter dem Rohöl, viel komplexer, weil einem noch viel größeren Teil des Preises reine Spekulation zu Grunde liegt.
Einerseits wird gerade mit Rohstoffen gerne im Sekundenhandel –natürlich gibt es auch längerfristige Investitionen in das Gut- getradet, was einerseits das Allgemeininteresse an den Werten steigert, nennen wir es Börsianer-Mitläufertum.
Zum anderen wird der Kurs instabiler und damit auch risikoreicher, was auch oft zu, vom natürlichen Wert her gesehen, unlogischen Kurshöhen führt.
Allein alles der OPEC und ihrer –halbwegs- sparsamen Fördermengenpolitik in die Schuhe zu schieben, wäre auch falsch, denn nicht nur die westlichen Rohstoffspekulanten treiben die Preise.

Auch Forex Broker –also Makler, die mit Währungskursen handeln und spekulieren- tun ihr Übriges, da sie mit zu eifrigen Käufen, Unsicherheit und Verwirrung stiften. Wenn sie dann also, so lange als die Öl-Hausse herrschte, den Euro noch künstlich gegenüber dem US-Dollar stärken, bleibt zu hoffen, dass sie genug damit verdienen. Denn wem solche kurzfristigen Entwicklungen, im großen Ganzen betrachtet, irgendetwas helfen sollen, bleibt wohl auch dem erfahrensten Makroökonomen verschlossen.
Wenngleich sie sicher ihre Hände nicht in Unschuld waschen können, so darf man den Ölländern und Treibstofffirmen nicht alle Schuld an den derzeitigen –zum Glück wieder leicht fallenden- Benzinpreisen an der Zapfsäule geben.


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