Du willst auch bloggen? -  Dann hol dir hier einen kostenlosen Blog von tell-it.net

7 Mär, 2007

Der wichtigste Standortfaktor ist Qualifikation

geschrieben von education 17:58 | Permalink Permalink | Comments Kommentare (0) | Trackback Trackbacks (0) | Allgemein

 

Education 

Die deutsche Wirtschaft wird ihre zukünftigen Erfolgsfelder nicht bei Massengütern oder Standardproduktionen finden. Ihre Chancen im internationalen Wettbewerb liegen bei hochwertigen, spezialisierten Produkten, bei modernen Verfahren, bei der Hochtechnologie und bei genau an den Kundenwünschen orientierten Dienstleistungen. In der Informationsgesellschaft; auf die wir uns zubewegen, ist Qualifikation der entscheidende Faktor. Nur sie wird die Innovationspotentiale erschließen können, die auch für die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen von entscheidender Bedeutung sind.

Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Qualifikation, nicht schmaler, sondern breiter angelegte Berufsbildung. Es sind nicht die unmittelbar fachbezogenen Bildungsinhalte, die künftig zunehmend gefragt sein werden: Es wird vielmehr auf Kreativität, Überblick, Umstellungsbereitschaft, Lernfähigkeit usw., aber auch auf Fremdsprachenkenntnisse und Sozialkompetenz ankommen.

Gering qualifizierte Tätigkeiten werden künftig in noch stärkerem Maße wegfallen als bisher. Während  1973 noch mehr als jeder dritte Beschäftigte in Deutschland ohne Berufsausbildung auskam, war es 1989 nur noch jeder fünfte. 2010 wird nur noch jeder zehnte Arbeitsplatz Geringqualifizierten offenstehen. Das Qualifikationsniveau der Beschäftigten muss also insgesamt angehoben werden. Wir brauchen dazu mehr akademisch Qualifizierte, vor allem aber müssen mehr Unund Geringqualifizierte zum erfolgreichen Abschluss qualifizierter Fachausbildungen geführt werden.

Absurderweise wollen Arbeitgeber und Bundesregierung den genau entgegengesetzten Weg gehen. Sie planen weitere Schmalspurausbildungen unterhalb des Facharbeiterniveaus, die das Etikett der dualen Berufsausbildung tragen sollen, ohne die damit verbundenen Inhalte zu liefern. Zweijährige Berufsausbildungen, die es zum Bedauern der Gewerkschaften heute noch in viel zu großer Zahl gibt, sollen, wenn es nach den Arbeitgebern geht, in möglichst vielen Fachbereichen neben die mindestens dreijährigen Ausbildungen treten. Solche Kurzzeitausbildungen führen zu drastisch verminderten Ansprüchen im tarif- und sozialrechtlichen Bereich. Genau hier liegt die Attraktivität dieser 'Ausbildungsformen' für die Arbeitgeber: Absolventen von Schmalspurqualifikationen kosten weniger, sie sind abhängiger von ihrem Arbeitsplatz, weil sie schlechtere Vermittlungschancen haben, und man wird sie leichter los, weil für sie bei betriebsbedingten Kündigungen seltener Altemativarbeitsplätze zur Verfügung stehen.

Die innovatorischen Potentiale, auf die alle setzen, können nur erschlossen werden, wenn hochqualifiziertes Fachpersonal in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Moderne Produktions- und Dienstleistungskonzepte wie Gruppenarbeit stellen höhere Anforderungen an das Personal. Deshalb muss klar sein: Hohe Arbeitsqualität erlaubt nicht, dass im Berufsschulunterricht die allgemeinbildenden Anteile zurückgefahren werden. Das gilt erst recht, wenn beklagt wird, dass zu viele Auszubildende mit Defiziten in diesem Bereich aus der Hauptschule kommen. Und die geforderten Fremdsprachenkenntnisse für die Europatauglichkeit der dualen Ausbildung sind auch nicht zu vermitteln, wenn sich die Forderung nach nur einem Berufsschultag durchsetzen sollte.

Kommentare
Artikel kommentieren











 authimage



Bold Italic Link