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CDs, die es nicht an jeder Ecke gibt - Juliane Banse

digitalindie | 22 Mai, 2008 11:29

Die Vielseitigkeit brauche ich für mich“, sagt Juliane Banse.

Wie sie zu dieser Einstellung kam, weiß sie. Da waren die großen Lehrerinnen Brigitte Fassbaender und Daphne Evangelatos, die ihr eben jenen gepriesenen Nuancenreichtum beibrachten. Doch über den verfügt nur, wer täglich neue Schattierungen erobert. Dann war da der Regisseur Harry Kupfer, der sie wie jeden erbarmungslos in Frage stellte, „von der Augenbraue bis zum kleinen Finger“. Sie ging durch die harte Schule der Glaubwürdigkeit. Doch ganz verschiedene Charaktere glaubhaft zu gestalten, vermag nur, wer sie auch alle erkundet hat bis in den verborgensten Winkel. Und schließlich kam da Claudio Abbado, der Lehrer der Vergeistigung, dem es nur um eines geht: auf das Wesentliche zu kommen. Wie aber wissen, was jenes Wesentliche ist, ohne weite Exkursionen zurückgelegt zu haben durch die Gefilde der Musik?

Sinngebend werden von Juliane Banses Interpretationen zurecht genannt. Doch erst das Gewusste, Erlebte, Verstandene und Durchlittene, über das sie aber verfügt wie über einen kostbaren Vorrat, gibt ihr jene Fähigkeit. Erst dieses immense Reservoir, aus dem sie schöpft, ermöglicht ihr, Mahlers Wunsch an die Musiker zu erfüllen. Das Beste an der Musik, hat er gesagt, stehe nicht in den Noten. Das müsse der Künstler hörbar machen.

Und dafür genügt keine noch so vollendete Technik, kein noch so sinnliches Timbre.

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CDs, die es nicht an jeder Ecke gibt - Acies Quartet

digitalindie | 22 Mai, 2008 10:49

Die neue CD ist da!

GRAMOLA

Wie so oft in der Geschichte der Klassischen Musik: Tonsetzer beschäftigen sich nahezu zeitgleich, aber mit sehr unterschiedlichen Zugängen an verschiedenen Orten und unabhängig voneinander mit derselben kompositorischen Problematik. In unserem Fall: der Cellist Luigi Boccherini in Italien (und Spanien) und Joseph Haydn in Wien mit Musik für zwei Violinen, Viola und Violoncello. Letztlich setzten sich Haydns Streichquartettkompositionen durch, doch nehmen wir an, daß die Begründung dafür nicht – oder zumindest nicht ausschließlich – in der Kompositionsweise zu suchen, sondern an die spezifische Entwicklung der bürgerlichen Musikkultur in Mitteleuropa und damit auch Wien gekoppelt ist. In der Tradition der Divertimenti und Cassationen stehend, waren Haydns erste Quartette, die Streichquartette op. 1 und op. 2, komponiert in den Jahren 1755 bis 1759, noch fünfsätzig.

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