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Das Astrowetter-Blog

Spuren der Lebensfreude ...

Kultur + Freiheit — geschrieben von schneeadler @ 17:06

oder: Der erste Marburger Raucherstammtisch 

Am ersten Freitagabend nach Inkrafttreten der hessischen Raucherdiskriminierungsgesetze war ich mit einigen Gleichgesinnten in Marburg unterwegs, um mal zu ergründen, wo wir einen von uns geplanten, regelmäßigen Raucherstammtisch der noch zu gründenden Regionalgruppe Mittelhessen des Netzwerks Rauchen etablieren könnten.

Wir trafen uns in einer typisch studentischen Szene-Kneipe, die früher Freitagabends eigentlich immer brechend voll war. An diesem Abend hockten jedoch gerade mal 5 Gäste in nichtrauchergeschützt-seelenloser Atmosphäre vor sich hin, - früher warens zu dieser Zeit des Abends wenigstens 80. Das trotz Musik von tiefer Stille durchwirkte Flair erinnerte frappierend an dasjenige eines leblosen Tranist-Restaurants in der Ex-Täterätä vor Öffnung der Grenzübergänge.

Im zweiten Stock, so ein Schild am Eingang der Lokalität, sei ein "Raucherbereich" zu finden. Und genau dieser Raucherbereich dürfte dem Wirt dann wohl auch die Tageseinnahmen gerettet haben: Bereits auf der Treppe nach oben waren unüberhörbare Spuren von Lebensfreude zu vernehmen und oben angekommen, mussten wir uns schließlich mit einem klitzekleinen Tisch im Randbereich des Gastraums begnügen, - der Rest der Plätze war mehr oder weniger voll besetzt - mit rauchenden, fröhlichen Menschen.

Wir blieben auf ein Bierchen und freuten uns riesig, trotz der so lähmenden Raucherdiskriminierungsgesetze gleich auf Anhieb eine solche Atmosphäre überhaupt noch gefunden zu haben. Das Publikum bestand zwar nicht mehr zu 90 Prozent aus Studenten, wie früher, sondern aus Rauchern und Nichtrauchern ALLER Altersklassen, gleichwohl herrschte eine ausgesprochen gute und ausgelassene, heitere Stimmung.

Dann zogen wir weiter zu einer Kneipe, die in Marburg für ihre Live-Musik-Veranstaltungen berühmt ist, u.a. ist hier die Band "Reamonn" (Supergirl) bereits aufgetreten, noch bevor dann deren Welterfolg kam. An der Tür ein Hinweis auf die gesetzlichen Rauchverbote, die auch in der Kneipe gälten, verbunden mit dem Apell auf "Verständnis". Ein kurzer Blick nach drinnen zeigt trotz Live-Band halbleere Hütte, - "Stimmung" hört und fühlt sich nun doch sehr, sehr anders an.

Wir haben kein Verständnis, drehen ab und laufen kurz darauf in einer Pinte auf, die von jeher als Treff der Freunde des Motorradsports gilt. In der Einraumkneipe herrscht Leben und schon von draußen hört man, dass hier der Kult "Rockmusik" nie aufgehört hat, zu existieren. ;-)

Hier empfangen uns nette Menschen - keineswegs nur in fantasievoll bedruckten Lederjacken - und eine angenehm rauchige Atmosphäre! Die Kneipe ist gut besucht, wenn auch nicht überfüllt und nahezu jeder Gast raucht. - Nichts deutet auf die Existenz der Verbotsgesetze oder auch nur im Entferntesten auf die Bereitschaft hin, dem feisten Staatsterror auch nur das kleinste Fünkchen Beachtung zu schenken. ;-)

Meine Eingangsbemerkung: "Ihr widersteht also" wird mit einem vielfachen Grinsen quittiert und sodann schließt sich ein völlig entspannter, gemütlicher Abend an. Hier verbringen wir den Rest des Abends in angenehmer Gesellschaft und fulminanter Wohlfühl-Atmosphäre. Viele der Anwesenden diskutieren die Diskriminierungsgesetze, durchaus differenziert und kontrovers, aber alle stehen hinter dem Wirt, der meine spätere Nachfrage mit einem schmunzelnd vorgetragenen: "Wieso, bis Ende des Jahres passiert doch sowieso nix, und danach müssen wir halt mal sehn, was wir machen" quittiert.

Genau SO gelassen sollten ALLE Wirte auf den anmaßenden Verbots-Terror der "Antis" reagieren (als Antis werden militante Nichtraucher und ihr verlängerter, parlamentarischer Arm in Raucherkreisen bezeichnet), - denn genau SO funktioniert die Welt wirklich: Einfach den inakzeptablen Vorschriften-Müll der Eiferer und ihrer Handlanger aus der Bürokratie erst gar nicht reinlassen, sondern genau das weiter tun, was WIR tun wollen und wie WIR uns wohlfühlen und das auch weiterhin tun werden und nicht das befolgen, was sich ein Häuflein aufgeblasener, parlamentarischer Hinterbänkler uns gewaltsam (und der aktuelle Gesetzesterror ist nichts anderes, als missbräuchlich angewandte, willkürliche Gewalt) aufdrücken zu können einbildet.

Mögen die Antis und ihre Helfershelfer drauf noch so viele Blähungen in die politische Welt nach Wiesbaden, Berlin oder Brüssel hin blasen, - WIR machen ganz einfach nicht mit und gut ist! Schön, dass es noch Horte der Gastlichkeit gibt, in die jene Eiferer nicht wagen würden je einen Fuß zu setzen, denn wir alle können auf jene so überflüssige Spezies wirklich liebend gerne verzichten - und das eint.

Was hat dieser Abend so gut getan!

Unser Resümé: Wir werden den regionalen Raucherstammtisch im Raum Marburg-Gießen-Wetzlar etablieren und andere Menschen zur Nachahmung anregen.

Nächster Treff wird am Mittwoch den 17. Oktober, nochmals in Marburg sein. Dazu werden wir die örtliche Presse einladen und zuvor eine Printanzeige schalten. ;-)

rauchselige Grüße

Jürgen


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