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Das Astrowetter-Blog

Lothar Binding - Ein Mann geht seinen Pfad

Kultur + Freiheit — geschrieben von schneeadler @ 23:22
Offener Brief an Herrn Binding - ein Gastkommentar  
Sehr geehrter Herr Binding,

ratlose Politiker sind mit Herausforderungen konfrontiert, denen sich die meisten auf Grund ihres Unvermögens oder Unwillens hilflos gegenüber sehen. Soziale, wirtschaftliche, globale Probleme nie gekannten Ausmaßes erfordern hochqualifizierte Manager, die mit Verstand und Mut an ihre Aufgabe heran gehen und dabei stets als oberste Leitlinie die bürgerlichen Freiheitsrechte zum Maßstab nehmen. Solche Persönlichkeiten sind selten, in Deutschland und im Ausland. Die Wenigen werden zu Recht als Staatsmänner geehrt.

Der Mittelbau der Politk macht im günstigsten Fall solide Arbeit und kümmert sich um Alltagsprobleme ohne großes Aufsehen. Da bleibt ein Rest, der weder zu dem einen berufen noch zu dem anderen fähig ist. Bedauerlicherweise finden auch solche Politker, so genannte Wissenschaftler und ähnliche, um ihnen nicht zustehende Anerkennung buhlende Personen, Themen, die ihnen im Zusammenspiel mit einer unheiligen Allianz mit diversen Interessengruppen die Möglichkeit zur Profilierung bieten und die dabei auf verfassungsfeindliche Weise ihre persönlichen Interessen über die des Gemeinwohls stellen.

Ein herausragendes Beispiel ist die in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten geführte Kampage gegen Raucher, die hier stellvertretend genannt sein soll für die Beschneidung bürgerlicher Freiheiten in unzähligen Lebenssituationen und die das vom Grundgesetz festgelegte Staatsverständnis auf den Kopf stellt. Die soziale Ausgrenzung und Diffamierung einer willkürlich herausgegriffenen Bevölkerungsgruppe, die nichts weiter gemeinsam hat, als die Angewohnheit, ein bestimmtes, legales Genussmittel zu konsumieren, nutzten Sie und weitere bislang weitgehend unbekannte Personen, um Ihren eigenen Vorteil zu mehren.

Sie taten dies wissentlich auf Grund der gezielt eingesetzen Lüge, das so genannte "Passivrauchen" hätte nachweislich negative gesundheitliche Folgen. Sollten Sie Ihre Arbeit mit wenigsten einer minimalen Sorgfalt betrieben haben, sollte Ihnen aufgefallen sein, dass dieser Nachweis bis zum heutigen Tage schlicht feht! Nicht einmal Frau Pötschke-Langer behauptet beim genauen Lesen, dieser Nachweis sei geführt, obwohl sie in demagogischer Weise diesen Mangel ignoriert und das Gegenteil suggeriert. Sie haben sich nicht entblödet, diese Kampagne zu forcieren. Das Ergebnis ist eine soziale, wirtschaftliche und politische Katastrophe.

Sozial, weil sie eine jahrhundertealte gastronomische Struktur wissentlich zerstören. Sie grenzen einen wesentlichen Teil der bisherigen Teilnehmer am öffentlichen Leben aus und stigmatisieren diesen. Sie hetzen im vollem Bewusstsein Bevölkerungsteile aufeinander, die bislang, seit Jahrhunderten, friedlich und nahezu reibungslos miteinander ausgekommen sind, nehmen Gewalt und Konfrontation in Kauf. Das ist verfassungswidrig, umgangssprachlich: Asozial.

In diesem Zusammenhang nehme ich mit ganz besonderer Abscheu und völligem Unverständinis ihre Bemerkung in der taz vom 31.07. zur Kenntnis, "Leider fehlt in unserer Kultur ein akzeptiertes Ritual, jemanden um eine Verhaltensänderung zu bitten." Mir ist nicht bekannt aus welchen Verhältnissen Sie stammen, jedoch kann ich Ihnen versichern: Jeder halbwegs zivilisierte und in Grundzügen mit den Regeln menschlichen Miteinanders in unserer Kultur bewanderte Mitbürger, also gewiss eine grandiose Mehrheit der Bevölkerung, ist fähig und willens, die Bedürfnisse seiner Mitbürger nicht über Gebühr zu beeinträchtigen und hat mittels seiner Erziehung Verhaltensweisen erlernt, angemessen vorgetragene Kritik zu beherzigen.

Ich bedauere zu erfahren, dass ein "Manager" unseres Gemeinwesens dazu offensichtlich nicht in der Lage ist und überdies mit der Kultur seines eigenen Gemeinwesens nicht vertraut ist. Ganz im Gegensatz zur inzwischen scheinbar mehrheitlich vorherrschenden Auffassung der Führungskräfte dieses Staates, sind die Bürger in beinahe allen Lebenslagen Manns genug, ihre Angelegenheiten friedlich selbst zu lösen. Wenige Personen können dies nicht; ihnen hilft die Ärzteschaft, in extremen Fällen, die im Gesamten im Promillebereich liegen, Polizei und Staatsanwaltschaft. Einer winzigen Splittergruppe, die sich zu einem Großteil im so genannten gemeinnützigen Verein "pro-rauchfrei" zusammengerottet hat, fehlt die soziale Kompetenz zu einem einvernehmlichen Zusammenleben. Obwohl sie der Hilfe o.g. Institutionen bedürften, erhalten sie sie nicht. Vielmehr wird ihr infantiles Geschrei von interessierter Seite zur eigenen Profilierung verwendet. Dies ist in doppelter Hinsicht verantwortungslos.

Ich möchte keine Verschwörungstheorie entwerfen, aber: Die Zerstörung der sozialen Treffpunkte durch die politische Klasse, um die letze Bemerkung zum Thema Soziale Katastrophe anzubringen, könnte auch Vorsatz sein. - Welcher Politiker hätte die Stammtische nicht gerne aus der Welt?

Wirtschaftlich ist die Sache klar: Sehen wir nach Irland, in die USA, nach Italien. Die Verluste an Umsatz und Arbeitsplätzen sind Legion. Nachweise dazu finden Sie zahllos, bitten Sie Ihren Referenten um Recherche, falls Ihnen die Zahlen noch nicht bekannt sind. Erste Hinweise enthält mein Blog.

Politisch gesehen ist die in ungezählten Lebensbereichen fortschreitende Einschränkung verbriefter bürgerlicher Rechte so unerträglich, dass sie jeden, selbst bislang unpolitische Menschen, an die dunkelsten Zeiten deutscher und nicht nur der deutschen Geschichte erinnert. Ich will hier gar nicht weiter ausführen, dass staatlich propagierter Gesundheitswahn zur Stärkung der Wehrkraft und der Kampf gegen das "Rassengift" der Nazi-Diktatur die Quelle dieses subversiven Gedankenguts sind; dies wird Ihnen, hoffentlich, bekannt sein. Dramatisch ist die Lernresistenz der nachfolgenden Generation, die sich aus dunklen Motiven heraus auf diese Barbarei beruft und den tödlichen Geist des Faschismus abermals heraufbeschwört.

DIE HETZE GEGEN, DIE AUSGRENZUNG,- DIFFAMIERUNG VON GANZEN BEVÖLKERUNGSGRUPPEN, EGAL OB ES SO GENANNTE DICKE, RAUCHER ODER SONSTIGE SIND, SPALTET DIE GESELLSCHAFT. Wer dergleichen mit Vorsatz betreibt, ist nicht mehr Teil der vom Grundgesetz geschützen Bürgerschaft und daher zum Wohle Aller zu isolieren und der Einflussnahme zu berauben.

Wo Ihr offenkundig einfachst strukturiertes Weltbild Sie zur primitiven Häme veranlasst, "Natürlich in einem rauchfreien Restaurant. Diese Freiheit werden wir so richtig genießen. (Als hätte es die vorher nicht gegeben)", nehmen Sie bitte zur Kenntnis: Ihr Job ist es, dazu beizutragen, dass JEDER Bürger sich frei entfalten kann; Ihr Job ist es gerade NICHT, radikale Minderheitsinteressen zum Allgemeingut oder Lobbyinteressen zum Gegenstand der Politik zu machen.

Es ist bedauerlich, aber ich muss es leider so formulieren: Sie haben ihren Eid gebrochen und die Bürger, die zu vertreten Sie vorgeben, schändlich verraten. Ändern Sie ihre Politik oder treten Sie augenblicklich zurück!

Mit freiheitlichen Grüssen

Michael Löb, Worms


Diesen excellenten Ausführungen von Michael vermag ich mich nur vollinhaltlich anzuschließen, - Treffender hätte ichs auch nicht formulieren können.

Jürgen Vollmer


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