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Wenn man ein eigenes Haus zu bauen gedenkt, dann besucht man selbstverständlich auch Baumessen, um auf dem neuesten Stand zu sein. Dabei und danach erlebt man Sachen, kaum zu glauben.
23. Februar 2006 - Bauen und Energie, Wien: Dreieinhalb große Hallen, voll mit Ausstellern. Wer nur zur Information hingeht, wird von der Fülle der Eindrücke einfach erschlagen. Informativer wirds, wenn man gezielt bestimmte Informationen nachfragt oder sich auf diese beschränkt.
Auffällig, wie unterschiedlich die einzelnen Messestände auf Kunden reagieren. Einzelne sind wirklich freundlich und helfen weiter, bei anderen sind keine Informationen zu erhalten, weil die Betreuer nur mit sich selbst beschäftigt sind. Beispiele: J. (ein großer oberösterreichischer Fensterhersteller), ein Haufen Betreuer, alle an den Messekärtchen kenntlich, keiner kümmert sich um potenzielle Kunden.
Noch merkwürdiger eine Holzbaufirma aus Bosnien(?) - jedenfalls irgendwo vom Balkan: Alle Berater sitzen um einen Tisch und futtern und/oder rauchen, im Hintergrund Balkanmusik. Die Besucher betrachten dieses Ambiente erstaunt, ziehen die Augenbrauen hoch und schlendern weiter. Da scheinen einige Leute noch nicht in der Marktwirtschaft angekommen zu sein, auch wenn sie sich dort präsentieren.
Man sollte meinen, dass die meisten Firmen, ihr Geschäft in all den Jahren gelent haben sollten. Zu eine Messe gehört daher auch die Messenachbereitung. Wozu sonst soll eine Messebeteiligung gut sein, wenn ich nachher nicht eine Anzahl potenzieller Kunden von meinem Produkt überzeugen kann. Doch zumeist passiert gar nichts: Beispiel: M. (Fertigkellerhersteller) Ich habe meine Daten hinterlassen, habe die Dimensionierung beschrieben, Rückruf, Schätzung und Information wird zugesagt.
Nichts geschieht.
Zwei Wochen später habe ich selbst angerufen, Rückruf wird zugesagt.
Nicht geschieht. Hasta la vista M.
Dass Firmen aus dem ehemaligen Osten gelernt haben, zeigt eine mährische Stiegenbaufirma, wenn auch mit Abstrichen: Gefordert war ein Anbot für eine Mittelholmtreppe, eingetrudelt sind letztlich zwei Angebote für Stahlwangentreppen - ob da die Tatsache mitspielt, dass diese Treppenform die wesentlich teurere ist?